08. März 2020 / 11:04 Uhr

Tanzsportteam Göttingen beendet Bundesliga-Saison ungeschlagen

Tanzsportteam Göttingen beendet Bundesliga-Saison ungeschlagen

Ferdinand Jacksch
Göttinger Tageblatt
Und wieder gewonnen: Das Tanzsportteam Göttingen – hier beim Heimwettkampf in der Sparkassen-Arena – gewann alle Bundesliga-Turniere in dieser Saison.
Und wieder gewonnen: Das Tanzsportteam Göttingen – hier beim Heimwettkampf in der Sparkassen-Arena – gewann alle Bundesliga-Turniere in dieser Saison. © Peter Heller
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Mehr geht fast nicht: Die Standardformation des Tanzsportteams Göttingen hat die Bundesligasaison ungeschlagen beendet – und blickt schon ein wenig voraus: auf eine Pause zum Ausruhen und die Großereignisse, die 2020 noch anstehen.

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Der TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg bat zum Tanz der acht besten deutschen Standard-Formationen – und damit zum Finale der Bundesliga 2020. Der große Sieger: Das Tanzsportteam Göttingen landete auch beim fünften und letzten Turnier auf Platz eins – mit seiner anspruchsvollen Choreografie „Happy together“, ein Kunstwerk aus Harmonie, Symmetrie und Gleichklang. Eine besondere Herausforderung, die die Wertungsrichter mit vier Einsen und drei Zweien vor dem Braunschweiger TSC (2222111) belohnten, der letztmals sein Werk „Light and Darkness“ darbot.

„Es ist ein unbeschreiblich tolles Gefühl und unglaublich, dass wir die 1. Bundesliga erneut gewonnen haben“, ließ Susanne Schmid ihren Freudentränen freien Lauf. „Wir können es noch nicht glauben. Wir sind einfach nur happy", schloss sich Robert Bischoff an. Das waren intensive Glücksmomente, die die Göttinger Formation verspürte und danach bis in die Nacht ausgelassen feierte. Zusammen mit Bastian Kalusche, der für sein 75. Turnier geehrt wurde.

„Ganz großer Sport“

„Diese Saison war die spannendste, anstrengendste, erfolgreichste und schönste in der Geschichte des Tanzsportteams. Was die Formation in dieser Saison körperlich und mental geleistet hat, ist wirklich ganz großer Sport“, schwärmte Cheftrainer Markus Zimmermann dann auch in höchsten Tönen.

Tanzsportteam Göttingen gewinnt Bundesliga-Heimturnier mit sieben Einsen

Tanzsportteam Göttingen gewinnt Bundesliga-Heimturnier mit sieben Einsen Zur Galerie
Tanzsportteam Göttingen gewinnt Bundesliga-Heimturnier mit sieben Einsen © Heller

„Ich bin sehr stolz auf meine Tänzerinnen und Tänzer, die in dieser Saison wirklich alles gegeben haben. Man konnte sehen, wie sich ein mutiges und lernwilliges Team von Woche zu Woche immer weiter gepusht hat“, sagte Zimmermann. Neun Trainingslager, Wertungsrichter-Schulung, Weltmeisterschaft in Moskau, neue Choreografie in Rekordzeit, Deutsche Meisterschaft, Bundesliga, zahlreiche Showauftritte und durchgängig zwischen vier und sieben Trainingseinheiten pro Woche und dabei fast immer eine gute Stimmung im Team: „Da sind die Erfolge in dieser Saison wichtig und eine Bestätigung der guten und harten Arbeit“, betonte Cheftrainer Markus Zimmermann. „Trotzdem sind wir erst mitten in der Entwicklung dieser Formation. Da ist noch wahnsinnig viel Potential vorhanden, welches wir in der kommenden Saison weiter aus den Tänzerinnen und Tänzern herausholen werden“, blickt der Trainer schon einmal voraus.

Erst einmal Pause einlegen

Sich bewegen mit viel Taktgefühl. Sich im Rhythmus wiegen. Harmonie, Gemeinschaft, Zusammengehörigkeit spüren. Den eigenen Körper wahrnehmen. In Kontakt sein. Aufgefangen werden. Die Welt vergessen. Gleichsam schweben. Mit einem Wort: Tanzen. Das ließ die A-Formation in den vergangenen Wochen und Monaten auf einer Woge des Erfolges schweben. Und dies ließ auch in der Nacht von Nürnberg einen großen Stein vom Herzen fallen: „Nach dieser langen und anstrengenden Saison mit Weltmeisterschaft, Deutscher Meisterschaft und neun Trainingslagern müssen wir natürlich jetzt erst einmal eine Regenerationspause einlegen“, sagte Tänzer Tjark Buchwald. Zumindest für eine kurze Zeit. „Nicht länger als ein paar Monate, dann muss es losgehen, damit wir uns optimal auf die nächste Deutsche Meisterschaft am 14. November in Düsseldorf und die Weltmeisterschaft am 5. Dezember in Braunschweig vorbereiten können“, so Buchwald.

Team bleibt wohl in großen Teilen zusammen

„Momentan bin ich sehr zuversichtlich, dass das Team zu großen Teilen zusammenbleibt“, hofft Tänzerin Mai Burckhardt. Mannschaftssprecher Anton Shukov blickte jedenfalls in Nürnberg schon einmal voraus: „Egal, wie sich jeder einzelne Tänzer am Ende entscheidet, bleibt man diesem Team auf ewig verbunden. Das nächste Jahr wird, denke ich, da anknüpfen, wo das letzte geendet hat“, so Shukov. „Wir sind uns alle bewusst, dass noch viel Potential in diesem Team und dieser Choreografie liegt. Das A-Team ist noch lange nicht am Ende angekommen und mit unserem erfolgreichen B- und C-Team haben wir viele junge und motivierte Tänzer, die bereit sind, unsere nächste Saison zur erfolgreichsten des Tanzsportteams Göttingen zu machen. Was auch Teamsprecherin Sarah Günther nur nachdrücklich unterstreichen konnte.

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„Die Trainingspause geht voraussichtlich bis Anfang Mai“, glaubt Tänzer Matthias Gräve. „ Dann wird auch die Vorbereitung auf die kommende DM und WM beginnen. Ob das Team so bleibt wie es ist oder es Ab- und Neuzugänge gibt wird sich erst mit dem Anfang der neuen Saison klären.“ Näheren Aufschluss wird in den nächsten Wochen die traditionelle Saisonabschlussbesprechung geben. Fest steht: Am 16. Mai wird in Rüsselsheim entschieden, wer die beiden Absteiger Tanzclub Bernau (der aufgrund des gesundheitlichen Risikos erst gar nicht mehr nach Nürnberg angereist war) und die FG Hofheim/Friedberg/Gießen ersetzt. Auch die Göttinger B-Formation als Spitzenreiter der 2. Liga Nord rechnet sich Chancen aus.

Als Ziele für die nächste Saison sind natürlich die Deutsche Meisterschaft in Düsseldorf und die Weltmeisterschaft in Braunschweig zu nennen, „bei denen wir die Ergebnisse der vergangenen Saison bestätigen und wenn möglich noch verbessern wollen“, so der Cheftrainer. „Und natürlich wird sich auch das Göttinger Publikum bei unserem Heimturnier davon überzeugen können, dass das Team die nächste Entwicklungsstufe erreicht hat und sich noch besser präsentiert als in der gerade abgelaufenen Saison.“