24. November 2021 / 12:44 Uhr

Tanzsportteam Göttingen startet unter den besten Mannschaften der Welt

Tanzsportteam Göttingen startet unter den besten Mannschaften der Welt

Ferdinand Jacksch
Göttinger Tageblatt
Das Tanzsportteam Göttingen startet auf dem Braunschweiger Parkett für Deutschland bei der Weltmeisterschaft.
Das Tanzsportteam Göttingen startet auf dem Braunschweiger Parkett für Deutschland bei der Weltmeisterschaft. © Volker Hey
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Die Weltmeisterschaft im eigenen Land ist ein besonderes Turnier. Für ihren Wettkampf gegen die Konkurrenz aus acht Ländern muss das Tanzsportteam Anfang Dezember nur bis nach Braunschweig reisen.

Das Tanzsportteam Göttingen hat sich zum dritten Mal in seiner erfolgreichen Vereinsgeschichte für die Weltmeisterschaften der Standard-Formationen qualifiziert. Nach 2016 im südungarischen Pecs und 2019 in Moskau ist Braunschweig am 4. Dezember der WM-Gastgeber 2021. Mit dabei ist aus der Göttinger Formation auch die 23-jährige Göttingerin Sarah Günther, die bislang zwei Weltmeisterschaften mitgetanzt hat. Die Studentin der Rechtswissenschaften stellt die WM-Teilnehmer vor.

Vera Tyumen (Russland): Dieses russische Team aus Westsibirien zeichnet sich durch unglaublich gutes und synchrones Tanzen aus und ist definitiv der größte Konkurrent bei dieser Weltmeisterschaft. Vera Tyumen geht als Titelverteidiger an den Start. Das aktuelle Thema der Choreo: „Oskar“.

Duet Perm (Russland): Die Standard-Formation aus der Millionenstadt rund 1150 Kilometer östlich von Moskau zeichnet sich ebenfalls durch absolute Synchronität aus. Bei ihrer ersten WM-Teilnahme wurde dieses junge Team direkt Vizeweltmeister.

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DSV Sway of Life A- und B-Team (Niederlande): Die beiden Teams aus den Niederlanden, die rund 50 Kilometer nördlich von Eindhoven beheimatet sind, vertanzen jeweils Filmmusiken (Aladin und Moulin Rouge) und entführen die Zuschauer in fremde Welten. Das A-Team hat eine gute Chance in das Finale der WM einzuziehen.

Janat Elblag (Polen): Die Polen nehmen erstmals seit einigen Jahren wieder an einer WM mit der sehr anspruchsvollen Choreografie „Bohemian Rhapsody“teil. Man darf gespannt darauf sein, wie die Geschichte um Freddy Mercury und Queen vertanzt und am Ende bewertet wird. Jedenfalls ist das Team endrundenverdächtig.

TSK Juventus Wien (Österreich): Dieses erst 2018 gegründete Team belegte bei seiner ersten WM-Teilnahme 2019 in Moskau Platz neun und hat sich selbst das Ziel gesetzt, dieses Mal in die Finalrunde der besten sechs Formationen zu tanzen.


TSC Schwarz Gold Wien (Österreich): Der aktuelle österreichische Vizemeister vertanzt bereits seit der WM 2019 in Moskau die Choreografie „Stories“. In der russischen Hauptstadt belegte das Team 2019 den zehnten Platz und will sich in Braunschweig weiter steigern.

Libalforte (Belgien): Nach ihrer ersten WM-Teilnahme 2017 startet die Formation erstmals wieder bei einem internationalen Turnier. Ihre Choreo „Smile“ konnte schon damals den Zuschauern ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Man darf nun auf ihr neues Konzept gespannt sein.

Danza Brno (Tschechien): Die die Fünftplatzierten der letzten WM brachten mit ihrer Choreografie „Survivor“ viel Dramatik auf die Fläche. Auch dieses Mal wieder ein Kandidat fürs Finale. Ihr Thema in Braunschweig: „La La Land“.

Starlet Brno (Tschechien): Das Team erreichte bei der Europameisterschaft 2018 in Sotschi Platz sieben von acht Startern und ließ bei der WM 2019 in Moskau zwei Mannschaften hinter sich. Starlet Brno war bisher lediglich ein Vorrundenteilnehmer.

Khatantuul (Mongolei): Das mongolische Team war auch bei der letzten WM in Moskau vertreten. „Ich bin gespannt, was sie diesmal zeigen werden“, so die WM-erfahrene Göttingerin Sarah Günther.

Ködmön TSE (Ungarn): Das beste Ergebnis dieser Mannschaft ist das Erreichen des Semifinales 2012 bei der Weltmeisterschaft in Ludwigsburg. Der 16-malige ungarische Meister geht in Braunschweig mit „Dreamgirls“ an den Start.

TSE Taltos (Ungarn): Die zweite ungarische Formation kam bei bisherigen Weltmeisterschaften nicht über die Vorrunde hinaus. Die zwei ungarischen Teams sind bei dieser WM die großen Unbekannten. Es bleibt also spannend.

Sarah Günther vom Tanzsportteam Göttingen hat sich die WM-Konkurrenz genauer angeschaut.
Sarah Günther vom Tanzsportteam Göttingen hat sich die WM-Konkurrenz genauer angeschaut. ©

Braunschweiger TSC (Deutschland): Neben den beiden russischen Teams ist die Formation aus Braunschweig der größte Konkurrent bei dieser WM. Bei der deutschen Meisterschaft vor zwei Wochen konnte sie sich mit ihrer neuen Choreografie „Dancing on the Ceiling“ knapp den Titel vor Göttingen ertanzen.

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Tanzsportteam Göttingen (Deutschland): „Wir, das Tanzsportteam Göttingen, sind ein sehr junges und motiviertes Team. Unsere Choreo zeichnet sich durch Dynamik, Schnelligkeit, einen hohen Schwierigkeitsgrad aus und kann sich auf dem internationalen Parkett sehen lassen. Wir trainieren die Wochen bis zur WM noch härter, um eine Top-Leistung zu bringen und die Wertungsrichter am 4. Dezember davon zu überzeugen, dass wir uns eine Medaille verdient haben“, schließt Sarah Günther die Vorstellung der WM-Teilnehmer.

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Enttäuschung in Ehrgeiz umwandeln

Ariane Schießler aus dem Trainerquartett des Göttinger Tanzsportteams gilt als intime Kennerin der internationalen Formationsszenerie. Vom 1997 bis 2015 hat sie Jatar Elblag gecoacht und hat diesen polnischen Klub aus der rund 130.000 Einwohner zählenden Stadt zum WM-Titelgewinn geführt.

„Für mich ist Braunschweig ist Favorit . Der ausrichtende Verein hat immer einen gewissen Heimvorteil. Vera und Perm aus Russland hatten bisher sehr eindrucksvolle und ungewöhnliche Choreografien, die international sehr gut bewertet wurden. Wenn Göttingen die Enttäuschung über den knapp verloren Titel eines Deutschen Meisters in Ehrgeiz umwandelt und an die eigene Leistung glaubt, könnte eine Medaille erreichbar sein“, glaubt Ariane Schließler.