03. Mai 2020 / 10:39 Uhr

Taskforce-Boss Meyer stellt klar: Viele Corona-Fälle bei Bundesliga-Neustart können "System ins Wanken" bringen

Taskforce-Boss Meyer stellt klar: Viele Corona-Fälle bei Bundesliga-Neustart können "System ins Wanken" bringen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Taskforce-Leiter Tim Meyer hat nach drei positiven Corona-Tests beim 1. FC Köln eine Rest-Anfälligkeit des Hygiene-Systems der DFL eingeräumt.
Taskforce-Leiter Tim Meyer hat nach drei positiven Corona-Tests beim 1. FC Köln eine Rest-Anfälligkeit des Hygiene-Systems der DFL eingeräumt. © dpa
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Die drei positiven Corona-Tests beim 1. FC Köln haben DFL-Taskforce-Chef Tim Meyer nicht überrascht. Nun stellt der Mediziner klar, dass es "kein einhundertprozentiges System" geben kann - aber zu viele Fälle drastische Folgen haben könnten.

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Taskforce-Leiter Tim Meyer hat nach drei positiven Corona-Tests beim Bundesligisten 1. FC Köln eine Rest-Anfälligkeit des Hygiene-Systems der Deutschen Fußball Liga (DFL) eingeräumt. "Wenn es zu viele positive Fälle gibt, kann dieses System sicherlich ins Wanken geraten. Das ist gar keine Frage", sagte der Arzt der deutschen Nationalmannschaft bei Sport1. Deswegen sei "extreme Disziplin" aller Beteiligten auch abseits des Spielfeldes wichtig: "Wenn diese Disziplin nicht eingehalten wird, dann kann das beste Konzept ins Wanken geraten."

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Da fast 2000 Personen in der Bundesliga getestet worden seien, habe man "einige positive Fälle erwartet", sagte Meyer: "Ich möchte nicht ausschließen, dass es weitere gibt." Es sei natürlich auch möglich, dass zunächst negativ getestete Spieler "nachträglich positiv werden. Das ist auch einer der Gründe, warum wir wiederholt testen." Beim geplanten Einstieg ins Mannschaftstraining dürfen nur zweimal negativ getestete Spieler teilnehmen.

Es gebe, so Meyer, "kein einhundertprozentiges System, das war auch kein realistisches Ziel. Wir haben immer das Ziel verfolgt, mit einem Bündel von Maßnahmen ein medizinisch vertretbares Risiko zu erreichen." Im Moment könne man das System noch gar nicht abschließend beurteilen, erklärte der 52-Jährige: "Wir können vielleicht erstmals in vier, fünf Wochen sagen, ob das wirklich gut funktioniert oder ob es nicht klappt, wenn diese wiederholten Testungen dauerhaft größere Zahlen von Positiven hervorbringen. Ich hoffe nicht, dass das der Fall ist. Die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen sind getroffen. Meines Erachtens ist das ein System, wie man es derzeit kaum sicherer auf die Beine stellen kann."

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Meyer: "Es gibt kein Jubel-Verbot"

Konkrete Maßnahmen, die von den Spielern beispielsweise beim Jubeln beachtet werden müssen, gebe es derweil nicht. "Es gibt kein Jubel-Verbot. Aber ich glaube, es ist vielleicht realistisch anzunehmen, dass etwas anders gejubelt wird in diesen Zeiten, in denen wir uns alle damit angefreundet haben, dass man nicht so eng beieinander steht", erklärte Meyer. "Aber wir fangen jetzt nicht an und machen Regeln fürs Jubeln."