25. Oktober 2021 / 16:03 Uhr

Tätlicher Angriff in der Kreisklasse: Schiedsrichter stellt Strafantrag

Tätlicher Angriff in der Kreisklasse: Schiedsrichter stellt Strafantrag

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Tätlicher Angriff: Ein Spieler des SV Triangel II beleidigte wohl einen Schiedsrichter und sah die Rote Karte. Anschließend griff der Spieler den Unparteiischen an. 
Tätlicher Angriff: Ein Spieler des SV Triangel II beleidigte wohl einen Schiedsrichter und sah die Rote Karte. Anschließend griff der Spieler den Unparteiischen an.  © dpa
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In Gifhorns 1. Kreisklasse C gab es am Sonntag einen tätlichen Angriff auf einen Schiedsrichter. Das bestätigt der NFV-Kreis Wolfsburg, von dort wurde der Unparteiische für die Partie des TSV Brechtorf II gegen den SV Triangel II abgestellt. Der Fall liegt nun beim Sportgericht, der Schiedsrichter stellte zudem einen Strafantrag gegen den Spieler.

Tätlicher Angriff auf einen Schiedsrichter: Dem TSV Brechtorf II gelang am Sonntag gegen den SV Triangel II in Gifhorns 1. Kreisklasse ein 4:3-Sieg in der Nachspielzeit, direkt nach Spielende kam es zu unschönen Szenen auf dem Platz. Nach Schlusspfiff sei ein Spieler des SVT auf den Schiedsrichter zugegangen und habe diesen beschimpft, woraufhin er die Rote Karte sah. Anschließend verpasste der Spieler dem Unparteiischen einen Kopfstoß.

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Dass es einen tätlichen Angriff auf den Wolfsburger Schiedsrichter gab, bestätigt Claudio Menna, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses im NFV-Kreis Wolfsburg, der mit dem Unparteiischen gesprochen hatte. „Es geht ihm den Umständen entsprechend gut, er klagt aber noch über Schmerzen“, so Menna. Weiter wollte er sich nicht zu dem Vorfall äußern, da ein Sonderbericht angefertigt wird und es sich um ein laufendes Verfahren handelt. „Damit müssen sich die Sportgerichte befassen, da mischen wir uns nicht ein“, so Menna. Zuständig ist der Kreis Gifhorn, da die Partie dort ausgetragen wurde. Der Schiedsrichter stellte zudem eine Strafanzeige gegen den Triangel-Spieler, wollte sich aber ebenfalls nicht weiter äußern.

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Triangels Trainer Dirk Lambeck hat sich mit seinem Spieler ausgetauscht, „was wir besprochen haben, bleibt aber zwischen uns. Wir warten den Spielbericht ab und wollen niemanden im Vorfeld an den Pranger stellen.“ Lambeck, der die Szene selbst nicht mitbekommen hatte, sagte nur, dass sich der Vorfall aus Sicht des Spielers nicht so abgespielt habe, wie es ihm vorgeworfen wird. Sollte es doch so gewesen sein, drohen dem Kicker auch von Vereinsseite Konsequenzen. „Angriffe sowohl auf Gegenspieler als auch auf Schiedsrichter dulden wir als Verein nicht“, sagte Spartenleiter Florian Tepper.

Brechtorfs Trainer Alessandro Cisternino hat die Szenen nach dem Schlusspfiff selbst nicht gesehen, da er seine Sachen auf der Trainerbank zusammenpackte. Sein Kapitän Fabio Mastrogiorgio schilderte ihm den Ablauf. „Er war mittendrin und half dabei, die Situation zu schlichten“, so Cisternino. Der Schiedsrichter ging nach dem Angriff zu Brechtorfs Trainer, um die Situation zu besprechen. Er fragte Cisternino, warum keine Ordner vor Ort gewesen seien. „Die Ordner waren da, konnten so schnell aber gar nicht eingreifen“, so der TSV-Coach, der den Referee lobte. „Unabhängig vom Ergebnis, der Schiedsrichter hat eine super Leistung gezeigt.“

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Dass ein Wolfsburger Schiedsrichter ein Spiel in Gifhorns 1. Kreisklasse pfeift, ist Teil eines wöchentlichen Austauschs zwischen den NFV-Kreisen, der schon seit mehreren Jahren besteht. Jede Woche ist ein Schiedsrichter aus Wolfsburg in Gifhorns Kreisliga im Einsatz sowie ein weiterer in der 1. Kreisklasse. Ebenso pfeifen zwei Unparteiische aus Gifhorn in Wolfsburg.

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