23. März 2017 / 11:14 Uhr

Taucha muss sich im Spitzenspiel dem Tabellenführer beugen

Taucha muss sich im Spitzenspiel dem Tabellenführer beugen

Kai Rachner
SPORTBUZZER-Nutzer
Der 21-Jährige wollte wieder Fußballspielen. USER-BEITRAG
Symbolbild © Christian Modla
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Die Tauchaer D-Junioren unterliegen beim VfK Blau-Weiß Leipzig 1:4 (1:2).

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Crunchtime am vergangenen Spieltag in der D-Junioren Stadtliga. Klassenprimus VfK Blau-Weiß Leipzig traf auf die einzige Mannschaft, die ihm im Punktspielbetrieb der diesjährigen Saison getrotzt hatte. Schlaftrunken reisten wir gegen 08.00 Uhr am Kantatenweg an. Wir mussten auf die verletzten Sky, Simon H., Bruno und den kranken Maximilian sowie den noch nicht spielberechtigten „Domme“ verzichten. Trotzdem hatten wir eine schlagkräftige Truppe beisammen und waren wild entschlossen, dem Gastgebern einen heißen Fight zu liefern.

Das Spiel stand bereits vor Anpfiff auf Messers Schneide, denn die Platzherren waren nicht sicher, ob das Geläuf dem Kick standhalten würde, aber der Unparteiische entschied, die Begegnung anzupfeifen. Der Schreiberling hatte zwar kein Penetrometer zur Hand, würde aber den Boden in die Kategorie „weich“ einordnen, so dass einem Spiel nichts im Wege stand.

Die Hausherren starteten bei trüben Wetterbedingungen energisch in die Partie und machten gleich Druck auf unser Gehäuse. Jedoch konnten wir mit dem ersten Konter in Führung gehen. Über Noah gelangte das Spielgerät zu Simon F., welcher unwiderstehlich durch zwei Gegner pflügte und anschließend den Ball aus 14 Metern halblinker Angriffsposition mit brachialem Spannstoß flach rechts unten ins Netz schweißte. Wer dachte, dass uns das für den Spielverlauf in die Karten spielen sollte, hatte sich getäuscht. Noch im Hochgefühl der Führung verteidigten wir nicht konsequent und so konnte sich der schnibbelige zentrale Angriffsspieler der Hausherren prächtig um seinen Gegenspieler drehen und den Ball aus 12 Metern wunderschön, hoch in die Maschen schießen.

Wir verloren danach leider völlig den Faden und überließen Spieltempo und –kontrolle komplett den Leipzigern. Diese ließen sich nicht zweimal bitten und nahmen dankend an. Ein Angriff nach dem nächsten rollte auf unser Gehäuse, aber in der roten Zone verteidigten wir aufopferungsvoll. Immer wieder konnte Jonas H. den auffälligen Stossstürmer ordentlich beackern und auch die Außenverteidiger standen gut am Mann, so dass die Einheimischen zunächst nur zu Fernschüssen kamen, die aber entweder zu ungenau waren oder eine Beute von Fynn wurden. Wir schafften es leider zu keinem Zeitpunkt in der ersten Hälfte für Entlastung zu sorgen, schlugen viel zu oft Langholz oder vertändelten die Kugel im Aufbauspiel. Wenn sich doch einmal eine halbgare Konterchance bot, verschleppten wir das Spiel oder agierten ohne Spielwitz.

Ganz anders die Leipziger, die weiterhin mit großem Laufaufwand und physischer Wucht auf den Führungstreffer drückten. Auch spielerisch sah das gegenüber unseren Versuchen recht ansprechend aus. Aber es sollte bis in die Nachspielzeit der ersten Hälfte dauern, als es zum psychologisch ungünstigen Zeitpunkt das zweite Mal in unserem Kasten klingelte. Wieder verlieren wir die Kugel im Aufbauspiel, die Blau-Weißen spielen einen feinen Pass in die Nahtstelle unserer linken Abwehrseite. Dort tanzt ein Angreifer noch unseren Abwehrspieler aus und bringt den Ball perfekt getimt in den Rücken unseres nachlaufenden Verteidigers. Dort steht ein Stürmer völlig blank und befördert die Kugel ins verwaiste Tor.

Nach einer ordentlichen Halbzeitpredigt wollten wir im zweiten Spielabschnitt nun ein anderes Gesicht zeigen und dies gelang auch. Wir hatten uns nun besser auf das körperbetonte Spiel eingestellt und hielten offensiv vor allem in Person von Jonas G. bestens dagegen. Er lieferte sich rassige, teils nickelige Duelle mit seinem Widerpart und zog richtig an den Ketten. Blau-Weiß beschränkte sich aber nicht auf das Verwalten, sondern suchte selbst auch sein Heil im Offensivspiel. Die Kontrolle übernahmen aber nun wir und verbuchten auch gute Einschussmöglichkeiten. Nachdem Simon im ersten Spielabschnitt noch mit einem Freistoß an der vielbeinigen Abwehr gescheitert war, wollte er sein Torekonto in Hälfte zwei ausbauen. Herrlich in den freien Raum geschickt, zögert er aber zu lange, so dass der Hüter der Hausherren geschickt den Winkel verkürzen konnte. Wenig später eine fast simultane Aktion. Diesmal zieht Simon mit seinem starken linken Fuß ab, aber der Ball streicht um Haaresbreite am langen Pfosten vorbei.

Die Gastgeber setzten immer wieder Nadelstiche, besonders über ihren wuseligen, schnellen, technisch beschlagenen Hauptangreifer, aber wir warfen uns geschickt in jeden Zweikampf und Fynn konnte sich zweimal im Eins-gegen-Eins auszeichnen. Im Mittelfeld fand nun Noah immer besser in die Partie und inszenierte einige verheißungvolle Angriffe. Aber ein Schuss von Paul konnte in letzter Sekunde von Blau-Weiß geblockt werden und auch Noah war in zwei Situationen nicht entschlossen genug im Abschluss, so dass die Chancen verpufften. Die grösste Ausgleichsmöglichkeit bot sich dann aber Anton S., als er im Anschluss an einen Eckstoß am langen Pfosten lauernd unvermittelt die Pille vor die Füsse bekommt. Aber anstatt den Ball zu kontrollieren und mit der Innenmauke ins lange Eck zu schieben, entschloss er sich für den Volley, dem der Torhüter im kurzen Eck nicht mehr ausweichen konnte.

Uns lief nun langsam die Zeit davon und wir riskierten alles. Die Leipziger konnten so sehr sehenswert in unsere entblößte Abwehr hineinkombinieren. Am Ende der Ballstafette spielten sie einen Angreifer sehr schön frei und dieser schließt mit traumhaftem Schlenzer genau in den linken Zapfen ab. Das war die Entscheidung, aber wir gaben nicht auf. Im Gegenzug tankt sich Anton „Hightower“ durch zwei Gegenspieler durch und setzt den Ball mit strammem Spannstoß an die Querlatte. Den Schlusspunkt setzten aber die Hausherren wiederum mit Konterangriff. Wir verloren den Ball und die Leipziger können mit Zwei auf Eins gegen unsere aufgerückte Abwehr laufen. Der Abschluss ist Formsache.

Fazit: Wir werden hier deutlich unter Wert geschlagen. Die Gastgeber gewinnen aber am Ende nicht unverdient auf Grund ihres hohen Engagements in der ersten Halbzeit, aber jedoch um zwei Tore zu hoch. Das Spitzenspiel hielt am Ende fast alles was es versprach. Von zwei guten Mannschaften gewann am Ende die, welche es über die gesamte Spielzeit mehr wollte. Unsere Serie von 14 Pflichtspielen in Serie ohne Niederlage ist nun leider vorbei. Aber auf der Leistung im zweiten Durchgang können wir durchaus aufsatteln und bereits am kommenden Wochenende beim Auswärtsmatch gegen Lipsia Eutritzsch eine neue Serie starten.

Taucha mit: Fynn – Anton S., Jonas H., Louis – Jonas G. (Anton), Noah, Simon F. – Paul (Marvin / Lucas).

Tore: 0:1 (2.), Simon F., 1:1 (3.), 2:1 (30.+1), 3:1 (58.), 4:1 (60.+2).

Zuschauer: 34.

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