30. Mai 2021 / 17:35 Uhr

Team-EM: DHfK Leipzigs Asse Robert Farken und Marvin Schulte fliegen zum Sieg

Team-EM: DHfK Leipzigs Asse Robert Farken und Marvin Schulte fliegen zum Sieg

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Farken
Robert Farken jubelt nach seinem Sieg. © Getty Images
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Drei Leipziger hatten am Samstag bei der Team-EM in Chorzow erheblichen Anteil an den starken Leistungen der DLV-Mannschaft. Robert Farken gewann die 1500 Meter, während Marvin Schulte und Niels-Torben Giese zum siegreichen Sprintquartett gehörten.

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Chorzow. Nach einem starken ersten Tag bei der Team-EM in Chorzow ist den deutschen Leichtathleten am Sonntag die Puste ausgegangen – das Team landete mit 171 Punkten auf Rang vier hinter Gastgeber Polen (181,5), Italien (179) und Großbritannien (174). Am Samstag hatte die DLV-Mannschaft in Tuchfühlung zur Spitze auf Rang drei gelegen. Großen Anteil am starken ersten Tag hatten drei Leipziger: Robert Farken gewann die 1500 Meter. Marvin Schulte (beide SC DHfK) und der seit Januar für Wolfsburg startende Niels-Torben Giese gehörten zum siegreichen Sprintquartett.

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Robert Farken hatte vor Wochenfrist gleich zwei deutliche Bestzeiten auf den Mittelstrecken erzielt. Bei der Team-EM zeigte der 23-Jährige, dass er auch ein taktisch geprägtes Rennen gegen internationale Konkurrenz gewinnen kann. Entsprechen groß war sein Jubel auf der Ziellinie. 900 Meter lang belauerte sich das Feld, dann zündete der Schützling von Trainer Thomas Dreißigacker den Turbo und überraschte das Feld.

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„Ich habe mich heute selbst überrascht. Ich wusste zwar, dass ich mich nicht verstecken brauche. Aber gegen richtige Top-Leute mit einer Schlussrunde von 50,8 Sekunden zu gewinnen, das hätte ich mir nicht erträumen lassen“, sagte der DHfK-Mann. Er spüre, dass er zuletzt viel richtig gemacht hat und die kommenden Wochen nun auch gut werden. Farkens Trainingskollege Marc Reuther (Eintracht Frankfurt) kam in seinem ersten Rennen seit der Hallen-EM in 1:47,74 min über 800 m über Platz fünf nicht hinaus. Zwei Sekunden schneller lief der siegreiche Brite Jake Wightman. Derweil hat sich eine Woche vor der DM in Braunschweig national etwas getan über die zwei Stadionrunden: Farken musste seine Führung in der DLV-Bestenliste (1:46,04) an den Frankfurter Marvin Heinrich abgeben, der sich in Pfungstadt um fast zwei Sekunden auf 1:45,66 steigerte.



Cindy Roleder beendet Saison

Auch Sprinter Marvin Schulte war happy: „Ich hatte mit Niels einen sehr starken Wechsel und musste nur noch ,nach Hause fliegen’ – so fühlte es sich an.“ Giese ergänzte: „Ich bin sehr dankbar, dass ich mich auf internationaler Bühne beweisen durfte. Die Kurve und der Wechsel auf Marvin fühlten sich gut an.“ Nicht so prickelnd lief es für Staffelweltmeister Erik Balnuweit. Der für Wattenscheid startende Wahl-Leipziger wurde über 110 m Hürden in 13,83 s Letzter.

Überragende DLV-Asse waren die Speerwurf-Sieger: Christin Hussong steigerte ihre Bestweite auf 69,19, tags zuvor hatte Johannes Vetter mit 96,29 m geglänzt – damit gelang dem gebürtigen Dresdner die drittbeste Weite aller Zeiten. Auch Dreispringer Max Heß aus Chemnitz überzeugte mit 17,13 m.

Derweil hat die Ex-Europameisterin Cindy Roleder (31/Halle) ihr Comeback im Hürdensprint nach nur einem Wettkampf zunächst für dieses Jahr beendet. „Mir ist bewusst, dass mein Ziel, 12,98 Sekunden zu laufen und als Mama zu Olympia zu fahren, sehr hoch gesteckt war“, schrieb die Ex-Leipzigerin auf Facebook: „Ich musste es einfach versuchen.“ Zehn Wochen nach der Geburt ihrer Tochter war sie ins Training zurückgekehrt. „Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, hatte ich nur 2,5 Monate bis zum ersten Wettkampf.“ Ihr fehle die Grundlage für weitere Rennen. „Wir sehen uns 2022.“