23. November 2019 / 10:40 Uhr

Rüttger und Scholz: Dieses Duo des VfL bringt so schnell nichts aus der Ruhe

Rüttger und Scholz: Dieses Duo des VfL bringt so schnell nichts aus der Ruhe

Alexander Flohr und Marcel Westermann
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ohne sie geht nichts: Nils Scholz (links) und Heribert Rüttger sorgen beim VfL Wolfsburg für die passende Kluft.
Ohne sie geht nichts: Nils Scholz (links) und Heribert Rüttger sorgen beim VfL Wolfsburg für die passende Kluft. © Boris Baschin/VfL Wolfsburg
Anzeige

Ohne die Unterstützung zahlreicher Helfer könnte ein Sportverein kaum erfolgreich sein, so ist es auch beim VfL Wolfsburg. Zum Team hinter dem Team gehören bei den Wölfen die beiden Zeugwarte. Während Nils Scholz noch relativ frisch dabei ist, steuert Heribert Rüttger auf ein Jubiläum beim Bundesligisten zu.

Anzeige

Er ist die gute Seele des Vereins, seit beinahe zwei Jahrzehnten kümmert sich Heribert Rüttger inzwischen schon um das Wohl der Profis. In einer so langen Zeit ist es menschlich, dass auch mal Fehler passieren können – so wie beim letzten Auswärtsspiel des VfL in Frankfurt. „Ich hatte dort die Kabine eingerichtet und dann gemerkt, dass ich die Torwarttrikots nicht dabei hatte“, erzählt Rüttger, der an jenem Tag ohne seinen Kollegen Nils Scholz unterwegs war. Auch die Ersatztrikots fehlten.

Autofahrt nach Frankfurt statt Mittagsschlaf

Ein Problem? Nicht wirklich! „Ich habe von Heribert einen Anruf bekommen, als ich gerade mit meinem kleinen Sohn einen Mittagsschlaf machen wollte“, erzählt Scholz schmunzelnd. „Dann habe ich meiner Frau gesagt, dass ich jetzt nach Frankfurt fahre und die Trikots dorthin bringen muss.“ Er war gerade noch rechtzeitig da, Koen Casteels und Co. hatten ihre Trikots pünktlich vor Ort. Rüttger dazu: „Wir hätten improvisieren können, aber es hätte nicht gut ausgesehen.“

Mehr über den VfL Wolfsburg

Es war ein kleiner Fauxpas, der Seltenheitswert hat. Denn Rüttger und Scholz wissen genau, was es zu tun gibt. Während Letzterer seinen Arbeitstag in der Regel schon um kurz nach 7 Uhr beginnt, geht’s für Rüttger etwa eine halbe Stunde später los – weil er für die Mannschaft noch die Brötchen aus der Autostadt besorgt. Nur ein ganz kleiner Teil seines umfangreichen Aufgabengebiets.

50 Bälle kontrollieren

Im VfL-Center angekommen warten schon die nächsten Dinge, die erledigt werden wollen. „Morgens geht‘s damit los, dass Getränke aufgefüllt werden“, lässt Scholz in seinen Arbeitsalltag blicken. „Außerdem müssen wir für das Training jeden Tag 50 Bälle kontrollieren, damit die immer dieselbe Bar-Zahl haben. Der Ball kann zwischen 0,7 und 0,9 Bar haben.“

Hinzu kommt das Beflocken von Trikots. „Wir machen zu jedem Spieltag etwa 50 Prozent der Trikots neu“, erklärt Scholz. Damit nicht genug: Vor Auswärtsspielen werden die Kisten mit den notwendigen Utensilien gepackt, dasselbe gilt vor den Trainingslagern – da ist der Aufwand natürlich bedeutend höher.“

Trikot-Historie des VfL Wolfsburg in der Bundesliga

1997 - Das Heimtrikot des VfL Wolfsburg in der Spielzeit 1997/98. Stefan Fritze Meißner gegen Schalke 04. Zur Galerie
1997 - Das Heimtrikot des VfL Wolfsburg in der Spielzeit 1997/98. Stefan "Fritze" Meißner gegen Schalke 04. ©

Auch auf dem Platz müssen die beiden schuften. „Es kommt immer darauf an, ob der Trainer möchte, dass jemand beim Training mit draußen ist. Dann achte ich darauf, dass die geschossenen Bälle schnellstmöglich wieder da sind“, schildert Scholz, der in seinem Berufsleben nichts anderes mehr machen möchte. „Es ist wirklich sehr abwechslungsreich, man sieht zum Beispiel immer andere Stadien. Meine Familie würde sich sicher freuen, wenn ich etwas mehr Freizeit hätte, aber ich kann mir nichts anderes mehr vorstellen.“

Und der erfahrene Rüttger? Der arbeitet inzwischen auf seine Pension hin. „Ich mache das jetzt noch so ein bis zwei Jahre, aber dann ist wohl Schluss.“

Diese Eigengewächse vom VfL Wolfsburg schafften es in die Bundesliga

Die Trikot-Galerie in der VfL-Akademie Zur Galerie
Die Trikot-Galerie in der VfL-Akademie ©

Seit fast 20 Jahren ist er nun schon mit Leib und Seele mit dem VfL unterwegs – Woche für Woche, Saison für Saison. „Mich hat Wolfgang Wolf geholt, er wusste, dass ich fußballverrückt bin. Er ist immer noch mein bester Freund“, sagt Rüttger über den Ex-VfL-Coach, der von 1998 bis 2003 in Wolfsburg war.

Und Scholz ergänzt: „Da ich Wolfsburger bin, ist es für mich etwas Besonderes, da zu arbeiten, wo ich Fan bin.“ Aber gibt es denn auch irgendetwas, das die Zeugwarte stört? Nein! „Uns nervt nichts, uns kann nichts aus der Ruhe bringen.“ Auch keine vergessenen Trikots am Spieltag.