09. Juli 2021 / 11:26 Uhr

"Team Tokio" komplett: Niklas Wimberg von Niners Chemnitz bei Olympia dabei

"Team Tokio" komplett: Niklas Wimberg von Niners Chemnitz bei Olympia dabei

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Wimberg
Niklas Wimberg (M) bejubelt einen Drei-Punkte-Wurf seines Teamkollegen. © dpa
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Jan Niklas Wimberg schaffte als 24. Sachse den Sprung zu Olympia – 12 Asse kommen aus Leipzig. Der gebürtige Oldenburger spielt aktuell bei den Niners Chemnitz und hatte vor kurzem seinen Vertrag dort verlängert.

Chemnitz/Leipzig. In der allerletzten Nominierungsrunde hat es noch ein weiterer Sachse zu den Olympischen Spielen nach Tokio geschafft. Wenige Tage nach dem Triumph der deutschen Basketballer beim Quali-Turnier in Split wurde Jan Niklas Wimberg von den Niners aus Chemnitz in den endgültigen zwölfköpfigen Tokio-Kader berufen. Damit sind nun 24 Sachsen mit Startrecht für einen sächsischen Verein für das „Team D“ sportartenübergreifend in Japan dabei. Genau die Hälfte kommt aus Leipzig.

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Der Sachse im Basketball ist eigentlich Niedersachse, aber seit nunmehr zwei Jahren für Chemnitz am Ball. Immer dann, wenn der Kader in den vergangenen Tagen und Wochen noch einmal verkleinert werden musste, hielt Bundestrainer Henrik Rödl an Jan Niklas Wimberg fest. „Überrascht hat es mich nicht – ich hatte ja darauf gehofft. Um immer weiter dabei sein zu dürfen, habe ich ja hart gearbeitet. Zum Glück habe ich eine Verletzung rechtzeitig auskuriert“, sagt der 25-Jährige.

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Vor zwei Jahren hatten die Niners als damaliger Zweitligist den 2,06 Meter großen und 97 Kilo schweren Recken erstmals präsentiert: Wimberg kam vom Bundesliga-Absteiger Bremerhaven und unterschrieb zunächst für ein Jahr. Schon damals brachte er die Erfahrung aus 105 Erstliga- sowie 26 Europapokaleinsätzen mit. Nach der Aufstiegssaison 2019/20 wurde die Option auf Verlängerung von beiden Seiten gezogen.

Anderen Weg gegangen

Und vor knapp vier Wochen hat der gebürtige Oldenburger seinen Vertrag bis 2023 verlängert – nun gilt er in Sachsen quasi als eingebürgert. „Das ist ein immens wichtiger Baustein für unser Team“, zeigte sich Niners-Geschäftsführer Steffen Herhold happy. Wimberg sagte: „Ich fühle mich in Chemnitz extrem wohl, schätze die gesamte Organisation und Trainer Rodrigo Pastore wirklich sehr. Gemeinsam können wir noch viel erreichen, und ich möchte Teil dieses Prozesses sein.“

Zu den Beweggründen, in Chemnitz zu bleiben, ergänzte er noch: „Es ist richtig, dass es viele Angebote gab. Auch von Mannschaften, die weit oben in der Tabelle stehen. Mit denen hätte ich international spielen können. Aber mich überzeugt das Gesamtpaket in Chemnitz. Trainer Rodrigo Pastore ist einer der Hauptgründe. Ich verstehe mich super mit ihm, habe von ihm sehr viel gelernt und bin davon überzeugt, dass ich mich unter seiner Führung weiter verbessern kann. Ich fühle mich hier rundum wohl.“

Wimberg ist also einen anderen Weg gegangen als viele Sportler in seinem Alter. Er machte 2019 einen Schritt zurück von der ersten in die zweite Liga. Doch die damit verbundene Spielpraxis hat ihn erst richtig nach vorn gebracht – bis in die Nationalmannschaft. In diesem Februar gab er sein Debüt in der A-Auswahl. Nun darf der Flügelspieler sogar Olympia-Luft schnuppern.


Mit: Thomas Reibetanz