31. Mai 2021 / 18:56 Uhr

Teams sind bereit: Training mit Kontakten in der Region Göttingen beginnt am Dienstag

Teams sind bereit: Training mit Kontakten in der Region Göttingen beginnt am Dienstag

Kathrin Lienig und Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Sie dürfen wieder – zumindest trainieren: Die Oberliga-Fußballer der SVG treffen sich am Dienstag erstmals nach vielen Monaten wieder zu einer lockeren Trainingseinheit.
Sie dürfen wieder – zumindest trainieren: Die Oberliga-Fußballer der SVG treffen sich am Dienstag erstmals nach vielen Monaten wieder zu einer lockeren Trainingseinheit. © Swen Pförtner
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Kollektives Aufatmen. Die Mannschaftssportler dürfen nun endlich wieder das tun, was sie am liebsten machen: gemeinsam Sport treiben. Am Dienstag beginnen in der Region Göttingen und im Eichsfeld die ersten Trainingseinheiten.

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Die Lockerungen für den Sport gehen gemäß der neuen Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen weiter, als viele das für möglich gehalten haben. So entfallen unter einer stabilen Inzidenz von 35 beim Kontaktsport sowohl negativer Testnachweis als auch Personenbegrenzung, und das sowohl draußen als auch drinnen. Bei den Vereinen in der Region Göttingen ist die Erleichterung groß – die Klubs fahren ihr Programm wieder hoch.

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Fußball

Fußball-Oberligist SVG Göttingen, die höchstspielende Mannschaft im Fußballkreis Göttingen-Osterode, hat ihre Fußballpause gut berechnet: Nach Individualtraining und Fitnessübungen hatte man sich darauf verständigt, im Mai den Ball ruhen zu lassen. Passend wird ab Dienstag wieder trainiert – allerdings steht laut Trainer Dennis Erkner zunächst der Spaß im Vordergrund. „Es wird ein Zurückfinden in die Sportart sein – ein präventives Aufwärmen, um dann einfach gegeneinander Fußball zu spielen, einfach ein bisschen zu kicken. Wir trainieren in abgeschwächter Form, weil wir nicht wissen, wann die Saison wieder losgeht“, sagt der Coach. Abzuwarten und das Training auf den künftigen Rahmenspielplan auszurichten, hätte keinen Sinn ergeben: „Es haben sich bereits am Sonntagabend viele Spieler erkundigt, wann es wieder losgeht“, so Erkner.

Der Bezirksligist SG Bergdörfer will es „langsam angehen“, wie Teammanager Fabian Adam betont: „Wir wollen schon in den nächsten zehn bis 14 Tagen starten, halten es aber für klüger, vor der Saison komplett durchzuziehen und zwischendurch keine Unterbrechung zu haben.“ Es sei nachzuvollziehen, „dass die Jungs wieder Lust auf Fußball haben, aber wir wollen ein paar stabilisatorische und athletische Grundlagen legen, denn es ist für die Jungs nach der langen Pause eine ungewohnte Belastung. Wir wollen es mit Sinn und Verstand machen.“



Eigentlich habe sich die Regelung angesichts des Stufenplans schon vor drei Wochen abgezeichnet, „und deshalb sind wir so gut vorbereitet, dass wir gar nichts mehr vorzubereiten brauchen“, sagt Daniel Vollbrecht, Fußball-Abteilungsleiter des Bezirksligisten Bovender SV. Dass nun Tests wegfielen, sei für alle eine „Riesenerleichterung“, außerdem könnten nun auch Probetrainings durchgeführt werden, weil es keine feste Gruppengrößen mehr gebe. Vollbrecht rechnet damit, dass noch in dieser Woche der Verband mitteilt, unter welchen Umständen Testspiele möglich sind. Die Bezirksligamannschaft werde nun eineinhalb bis zwei Wochen trainieren, um dann bis zum Start der Saisonvorbereitung eine kleine Pause einzulegen.

Handball

Bei der HSG Plesse-Hardenberg ist am Dienstagabend das erste Treffen geplant. „Ich hatte heute Vormittag schon viele WhatsApp-Kontakte“, berichtet der neue Trainer der Oberliga-Herren, Dietmar Böning-Grebe. Er ist froh, dass die Mannschaftssportler in dieser neuen Verordnung nicht vergessen worden sind. Als Reaktion seiner Spieler auf die Trainingsankündigung seien Emojis wie der angespannte Bizeps oder knallende Sektkorken gekommen. In dieser Konstellation wird sich das Team dann erstmals sehen, denn durch den Trainerwechsel nach dem Abbruch der Saison 2020/21 sowie einige Zu- und Abgänge hat sich die Zusammensetzung der Mannschaft doch erheblich verändert.

Böning-Grebe bezeichnet diese Übungseinheit am Dienstagabend als „Pre-WarmUp“: „Wir werden ein bisschen Fußball und Handball spielen.“ Alles werde sehr dosiert und locker angegangen werden, weil die Spieler ja lange nichts mehr intensiv gemacht haben. „Das ist wie nach einer längeren Verletzung. Wir werden kein Risiko eingehen. Die echte Vorbereitung beginnt erst später.“

Die Jugendmannschaften des TV Jahn Duderstadt haben bereits mit dem Outdoor-Training begonnen. Für die Außenanlagen hinter der Sporthalle „Auf der Klappe“ wurden zusätzliche Handball-Tore angeschafft. Jetzt werden auch die Oberliga-Handballer loslegen – das hat der Vorsitzende des TV Jahn, Ekkehard Loest, angekündigt. Ihm war es wichtig, dass explizit „ein Training mit Kontakten“ zugelassen werde. Da die Inzidenzzahlen und die Verordnung das inzwischen ermöglichen, werde es bald ein erstes Treffen geben. Mit Trainer Marcus Wuttke sei er sich einig, dass es langsam wieder losgehen soll. Ein genauer Termin stand am Montag noch nicht fest. „Vorbereitet sind wir. Da Kontakte jetzt erlaubt sind, machen Treffen auch wieder Sinn. Handballtraining ohne Kontakte wollten wir nicht.“

Volleyball

Beim Tuspo Weende sollten nach Auskunft von Abteilungsleiter Bernd Großkopf am Montagabend noch alle Volleyball-Trainer benachrichtigt werden, dass sie das normale Training wieder aufnehmen können. Für jede Trainingshalle gebe es ein Hygienekonzept. „Ich denke, dass wir so nach und nach in den normalen Trainingsbetrieb zurückkehren werden, wenngleich sich im Moment viel auf den Beachplätzen abspielt.“ Auch die Regionalliga-Damen werden zweigleisig fahren – in der Halle und im Sand. „Es geht jetzt erst einmal um ein gemeinsames Erlebnis. Wir haben uns in der Abteilung auch darauf geeinigt, die sportlichen Ansprüche an die kommende Saison möglichst gering zu halten. Es sollen einfach alle wieder Spaß am Volleyball haben“, sagt Großkopf.

Basketball

„Das waren gute Nachrichten“, sagt Andreas Scheede, einer der Jugendtrainer der BG Göttingen. Die Planungen haben begonnen, er rechnet damit, dass die beiden Jugendmannschaften bald wieder zum Training zusammen kommen. Auch für die Kinder der Altersklasse U12 und U14, die im Basketballzentrum am Schützenplatz, das gleichzeitig auch Landesstützpunkt ist, trainieren, soll es bald wieder losgehen. Die Älteren werden eine Chance bekommen, eine Summer-League zu spielen, das sei während einer Videokonferenz mit Vertretern der Nordverbände beschlossen worden. „Drei, vier Wochen Training müssen vorher sein. Dann werden ein paar Spiele gemacht“, beschreibt Scheede das Szenario, auf das sich die jungen Basketballer freuen können.

Bei der SG Hilkerode/Birkungen wurde bereits mit den U14-Spielern trainiert – auf dem Freiplatz hinter der Duderstädter Halle „Auf der Klappe“. „Wir hatten so vier, fünf Termine am Wochenende. Leider war das Wetter nicht so gut, dass wir mehr hätten machen können“, sagt SG-Trainer und Organisator Johannes Ballhausen. Da die Sporthalle der Berufsbildenden Schulen in Duderstadt noch bis Mitte Juni für Abschlussprüfungen genutzt wird und deshalb mit Tischen und Stühlen ausgestattet ist, hat Ballhausen geplant, mit den Herren zum Einstieg auch erst einmal draußen zu trainieren.

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Pläne der Mehrspartenvereine

Der ASC 46 Göttingen, der größte Sportverein Niedersachsen, hat bereits seit der vergangenen Woche mit Volldampf auf die Lockerungen zugesteuert. „Wir sind in der vorigen Woche schon stark dafür sensibilisiert worden, unter welchen Voraussetzungen es wieder losgehen könnte. Es war bereits deutlich sichtbar, in welchem Umfang gelockert wird, es war für uns eigentlich nur noch die Frage, an welchem Tag“, sagt der ASC-Vorsitzende Jörg Schnitzerling. Entsprechend gut vorbereitet gehen die Königsblauen die Aufgabe des Neustarts an. Die Fachbereichsleiter seien bereits vor einigen Tagen bei einer Zoom-Konferenz informiert worden, am Montag habe Christian Steinmetz von der Geschäftsleitung bekräftigend eine Rundmail geschrieben. Es gehe nun darum, den Fitnessbereich möglichst schnell wieder in den Normalbetrieb zu überführen. Auch dem Start in den anderen Abteilungen stehe nichts im Wege, zumal die Hallenbelegungspläne weiterhin ihre Gültigkeit hätten.

Auch beim TV Jahn Duderstadt soll so schnell wie möglich die komplette Sportpalette wieder angeboten werden. „Alles, was wir machen dürfen, wird auch gemacht“, sagt der Vorsitzende Ekkehard Loest. Die Tanzgruppen und der Seniorensport waren schon aktiv, noch am vergangenen Freitag hatte der größte Duderstädter Verein auf seiner Internetseite bekannt gegeben, dass der Kindersport in der Halle wieder starte. Loest nennt auch den Grund, warum er und seine Stellvertreterin, Viviane Leinemann, jetzt aufs Tempo drücken: „Wir hatten 160 Austritte in den vergangenen Monaten, das entspricht 15 Prozent unserer Mitgliederzahl. Wir sind ein Stadtverein, da sind die Mitglieder nicht so treu wie in den kleineren Dorfvereinen.“

„Wir haben bereits in der vergangenen Woche damit angefangen, uns darauf vorzubereiten, aber dass so extrem gelockert wird, damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Sylvia Binkenstein, Vorsitzende des TWG 1861 Göttingen. Die Abteilungsleiter seien zwar schon informiert worden, am Dienstagmorgen folge jedoch noch eine große Besprechung. „Es freuen sich ja alle, dass es wieder losgeht, auf der anderen Seite war es auch nicht mehr auszuhalten. Wir sind jedenfalls alle mit allen Kräften dabei, um das hinzubekommen“, sagt Binkenstein.