01. Oktober 2020 / 15:16 Uhr

Technik, die begeistert: Das ist das neue Analyse-Tool von Turbine Potsdam

Technik, die begeistert: Das ist das neue Analyse-Tool von Turbine Potsdam

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Zur Videoanalyse nutzen Turbine-Trainer Sofian Chahed (l.) und Assistent Dirk Heinrichs neuerdings einen interaktiven Bildschirm.
Zur Videoanalyse nutzen Turbine-Trainer Sofian Chahed (l.) und Assistent Dirk Heinrichs neuerdings einen interaktiven Bildschirm. © Verein
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Frauen-Bundesliga: Mit einem neuen Bildschirm für die Video- und Taktikanalyse bereitet sich Turbine Potsdam auf das Spiel in Sand vor.

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Das Tor zum 1:0 des SC Sand gegen den MSV Duisburg wird in dieser Woche sicher öfter über den großen neuen Bildschirm flimmern. Turbine Potsdams Trainer Sofian Chahed wird seinen Spielerinnen im Videostudium genau aufzeigen, wie der kommende Gegner am 3. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga zu seinem ersten Saisontor und so auch zu den ersten drei Punkten kam. Denn einen Torerfolg des SCS wollen die Turbinen am kommenden Sonntag (14 Uhr, Orsay-Stadion) nach Möglichkeit verhindern, um so nach dem 2:0 gegen Leverkusen auf der eigenen kleinen Erfolgswelle weiterzuschwimmen.

Neueste Technik wird seit dieser Saison bei der Spielvorbereitung am Luftschiffhafen eingesetzt. Zum Amtsantritt hat der Club seinem neuen Chefcoach und dem Trainerteam einen sogenannten „Galneoscreen“ spendiert. „Wir nutzen das Board zur Videoanalyse“, sagt Chahed. „Es kommt sowohl bei der Gegneranalyse als auch bei der Auswertung unseres eigenen Spiels zum Einsatz.“ Dabei kann der Trainer auf dem großen Touchscreen Sequenzen beliebig stoppen, darauf beispielsweise Laufwege einzeichnen, Spielerinnen markieren und taktische Vorgaben anschaulich darstellen.

In Bildern: Dina Orschmann und Nina Ehegötz schießen Turbine Potsdam zu einem 2:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen.

Die Turbinen schwören sich auf das Spiel gegen Leverkusen ein. Zur Galerie
Die Turbinen schwören sich auf das Spiel gegen Leverkusen ein. ©

Was genau vor dem Gastspiel in Baden-Württemberg in der Mannschaftssitzung der Turbinen auf dem Bildschirm aufleuchtet, wird ein internes Geheimnis bleiben. Der Coach hatte bereits zu Saisonbeginn betont, taktisch variabel auftreten zu wollen – je nachdem, was die Ausrichtung des Gegners erfordert. Zuletzt gegen Leverkusen agierten die Turbinen etwa in einem ganz klassischen 4-4-2-System, vorher hatte der Trainer in der Abwehr auch schon mit einer Dreierkette spielen lassen.

Jetzt hat Chahed mit der US-Amerikanerin Meaghan Nally eine weitere Defensivoption. Ihr bescheinigt der 37-Jährige einen guten Einstand: „Sie ist sehr gut reingekommen. Man hat gesehen, dass sie defensiv eine Spezialistin ist“, lobt der Trainer, der noch offen ließ, ob Karoline Smidt Nielsen gegen Sand in den Kader zurückkehren kann. „Sie hat eine Schulterprellung, nichts Dramatisches. Aber wir müssen sehen, ob es für Sonntag schon reicht.“ Erstmals im Turbine-Aufgebot – wenn auch ohne Einsatz – war gegen Bayer nach auskuriertem Kreuzbandriss die slowenische Angreiferin Adrijana Mori.

Nora Häuptle, die einzige Trainerin der Liga, hatte Sand beim ersten Sieg in der Vorwoche übrigens auch mit einer Vierer-Abwehrkette auflaufen lassen. Aber das wird Sofian Chahed seinen Spielerinnen am neuen Taktikboard bestimmt gezeigt haben.