03. Mai 2021 / 15:39 Uhr

Teilnahme am Göttinger Frühjahrs-Volkslauf als Hausaufgabe im Distanzlernen

Teilnahme am Göttinger Frühjahrs-Volkslauf als Hausaufgabe im Distanzlernen

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Die Sechstklässler machen sich mit Lehrer Sebastian Gutenberg auf die 1,7 Kilometer lange Strecke.
Die Sechstklässler des FKG machen sich mit Lehrer Sebastian Gutenberg auf die 1,7 Kilometer lange Strecke. © Swen Pförtner
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Die Organisatoren des Göttinger Frühjahrsvolkslaufs können auf das Felix-Klein-Gymnasium zählen. 450 Schüler, hauptsächlich aus den Klassenstufen fünf bis sieben, sind dabei. Erst haben sie im Sportunterricht die Strecke kennengelernt, danach sollen sie als Hausaufgabe dort ihre Runden drehen.

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Das Felix-Klein-Gymnasium gehört zur Stammkundschaft beim Frühjahrs-Volkslauf der Sparkasse. Auch in diesem Jahr ist die Schule – traditionell – wieder dabei, hat 450 Teilnehmer gemeldet. Sind die Gruppen in den Vorjahren immer bei der Massenveranstaltung im Jahnstadion gestartet, so finden sie auch an dem neuen, der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Auflagen geschuldetem Modus Gefallen. Für Sebastian Gutenberg, Lehrer und Fachbereichsleiter Sport, liegen die Schwerpunkte in diesem Jahr anders: „Es geht nicht um Wettkampf, sondern um Gemeinschaftsgefühl.“

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Gutenberg und seine Kollegen sind seit dem offiziellen Startschuss der Lauf-Aktion, die noch bis zum 16. Mai dauert, so nach und nach mit allen etwa 400 Schülern der Klassenstufen fünf, sechs und sieben während des Sportunterrichts auf der Strecke gewesen. „Die Klassen sind ja geteilt wegen des Wechselunterrichts, da haben wir keine Probleme, die Abstände einzuhalten. Und wenn zwei Meter Abstand gehalten werden, dann darf sogar ohne Maske gelaufen werden.“ Für den Pädagogen stehen nicht die guten Zeiten im Vordergrund. „Wir gehen das ohne Leistungsgedanken an, es soll ein gemeinschaftliches Laufen sein und dazu beitragen, die Gesundheitserziehung in den Alltag zu integrieren. Insgesamt ist das eine tolle Aktion.“ Am Start sind auch die Leistungskurse der 12. Jahrgangsstufe, die allerdings für die Mittelstrecke über fünf Kilometer gemeldet worden sind.

Förderkreis übernimmt die Startgelder

Dankbar ist Gutenberg dem Förderkreis der Schule, der die kompletten Startgelder übernommen hat. „Es wäre für uns schwierig geworden, tatsächlich von allen Kindern im Vorfeld das Geld einzusammeln, weil wir sie so selten gesehen haben.“ Er und seine Kollegen haben sich auch Gedanken darüber gemacht, ob sie sich überhaupt anmelden sollten. Letztlich haben sie sich dafür entschieden „und auch ein bisschen auf Risiko gesetzt, weil ja niemand ahnen konnte, wie sich alles entwickelt und ob wir die Kinder überhaupt in der Schule haben“. Viel Zuspruch kam von den Eltern und dem Schulelternrat zu dieser Aktion.

Sebastian Gutenberg erklärt den Schülern die Strecke und gibt vor dem Start die letzten Tipps.
Sebastian Gutenberg erklärt den Schülern die Strecke und gibt vor dem Start die letzten Tipps. ©

Die Sportstunde beginnt für die geteilten Klassen mit dem Umziehen in der Schule, dann machen sich die Gruppen vom FKG aus zum nahe gelegenen Jahnstadion. Die ersten Laufversuche auf der Strecke waren zum Kennenlernen. Danach gab es für jeden Schüler die Startnummer und den Transponder, der die Zeiten misst. Bis zu zehn Mal darf die Strecke bis zum 16. Mai eigenverantwortlich im Rahmen des Distanzlernens gelaufen werden. Als Hausaufgabe bekamen die Kinder eine Runde auf der 1,7-Kilometer-Strecke. „Manche sind inzwischen schon einige Male gelaufen und haben auch ihre Eltern motiviert“, weiß Gutenberg. Er ist gespannt, wie viele Kilometer die FKG-Schulgemeinschaft am Ende erreicht. Als früherer Handballer hat er nach Verletzungen inzwischen die Ausdauersportarten für sich entdeckt. Bei seinen Schülern hat er bemerkt, dass nicht alle Vereinssportler fit aus dem Lockdown gekommen sind. „Einige waren doch überrascht über ihre schwache Ausdauer“, hat Gutenberg beobachtet.

Yann möchte sich um sieben Sekunden verbessern

Im Sportunterricht ist Yann Lorenz die Strecke zweimal gelaufen. „Das hat Spaß gemacht. Ich werde sie auch noch einige Male laufen“, erzählt der Elfjährige aus Geismar, der sonst lieber mit dem Ball am Fuß rennt, für den SC Hainberg Fußball spielt und als Flügelspieler seinen Mittelstürmer im Team bedient. Die 1,7 Kilometer lange Strecke hat der FKG-Sechstklässler am ersten Tag in 7:19 Minuten bewältigt. „Natürlich habe ich meine Zeit genommen. Ich möchte mich in jedem Fall noch verbessern und so auf 7:10 Minuten kommen.“

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Der D-Jugend-Fußballer trainiert inzwischen wieder dreimal pro Woche mit dem SCH am Jahnstadion. „Früher war ich ein bisschen fitter“, hat er beim Wiedereinstieg nach der langen, coronabedingten Pause bemerkt. Inzwischen ist er froh, wieder mit seinen Freunden kicken zu können. Sein ursprüngliches Level kann der Fan von Eintracht Frankfurt aber schnell wieder erreichen, wenn er seine Hausaufgaben erledigt, die ihm sein Sportlehrer aufgegeben hat. Mit einem Familienmitglied soll er sich auf die Strecke machen. Das wird wohl sein Vater sein, mit dem er in der Vergangenheit schon öfter einmal gelaufen ist.