04. August 2021 / 22:02 Uhr

Telefonat mit Mintzlaff: Leipzig akzeptiert Wolfsburgs Nein zu Lacroix

Telefonat mit Mintzlaff: Leipzig akzeptiert Wolfsburgs Nein zu Lacroix

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Telefonat: Oliver Mintzlaff (l.) und Jörg Schmadtke (r.) haben das Tauziehen um Maxence Lacroix (M.) beendet.
Telefonat: Oliver Mintzlaff (l.) und Jörg Schmadtke (r.) haben das Tauziehen um Maxence Lacroix (M.) beendet. © Robert Michael/dpa
Anzeige

Dass Maxence Lacroix nicht vom VfL Wolfsburg zu RB Leipzig wechselt, ist für Jörg Schmadtke schon länger klar. Jetzt hat der Manager des VfL in einem Telefonat mit Leipzig-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff alle Irritationen ausgeräumt: RB akzeptiert das Nein aus Wolfsburg.

Jörg Schmadtke, Manager und Sport-Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, und Oliver Mintzlaff, Geschäftsführer von RB Leipzig, haben in einem Telefonat das Thema Maxence Lacroix gemeinsam beendet. Über Wochen hatte RB um den französischen Innenverteidiger gebuhlt, zuletzt hatte Mintzlaff trotz eines klaren "Nein" aus Wolfsburg weiter Interesse bekundet - und damit bei Schmadtke für Verärgerung gesorgt.

Anzeige

"Es hat ein Telefonat zwischen Oliver Mintzlaff und mir gegeben", bestätigte Schmadtke auf SPORTBUZZER-Nachfrage. "Die Dinge sind bereinigt, das Werben ist vorbei, RB hat das akzeptiert." Für Irritation hatte zuletzt vor allem Mintzlaffs Andeutung in einem Sky-Interview gesorgt, nach der RB weiter Kontakt zu Lacroix habe. Ein solcher direkter Kontakt ist aber bei Spielern mit mehr als einem halben Jahr Vertragslaufzeit nur mit Zustimmung des Vereins möglich; eine solche Zustimmung des VfL hatten die Leipziger aktuell nicht. Schmadtke hatte sich darum gewünscht, dass RB bei den Verhandlungen „den Pfad der Tugend nicht verlässt".

Auch diese Irritation seien nun ausgeräumt, so Schmadtke. "Bei allen Äußerungen, die vielleicht ein bisschen missverständlich hätten aufgefasst werden können, gibt es nun auch Klarheit zwischen den Klubs." Man sei sich einig, dass es "keinen Transfer geben wird".

Für den Innenverteidiger, der vor einem Jahr für fünf Millionen Euro vom französischen Zweitligisten FC Sochaux zum VfL gekommen war, soll Leipzig bis zu 24 Millionen Euro geboten haben, der VfL galt aber erst ab rund 30 Millionen Euro als gesprächsbereit. Der 21-Jährige, dessen Vertrag in Wolfsburg bis 2024 läuft, entwickelte sich in der vergangenen Saison zu einem der besten Innenverteidiger der Bundesliga. So weckte er das Interesse der Leipziger, die Dayot Upamecano (für 42,5 Millionen Euro zum FC Bayern) und Ibrahima Konaté (für bis zu 46 Millionen Euro zum FC Liverpool) ersetzen müsse.

Der VfL verpflichtete derweil mit Sebastiaan Bornauw vom 1. FC Köln einen neuen Innenverteidiger, Schmadtke betonte allerdings stets, dass dieser Transfer nicht im Zusammenhang mit einem möglichen Lacroix-Abschied steht. Mit John Anthony Brooks (dessen bis 2022 laufender Vertrag verlängert werden soll), Marin Pongracic, Lacroix und Bornauw hat Wolfsburg nun vier Bundesliga-erfahrene Innenverteidiger im Kader, außerdem bekam Nachwuchsspieler Anselmo Garcia MacNulty vor kurzem einen Profivertrag.

Mehr zum VfL Wolfsburg

Lacroix bleibt in Wolfsburg - Josip Brekalo eher nicht. Der kroatische Außenstürmer sucht einen neuen Verein, der VfL würde bei einem Angebot von rund 15 Millionen Euro Ablöse in die Gespräche einsteigen. Wochenlang verfolgten Schmadte und sein Sportdirektor Marcel Schäfer die zum Teil wilden Gerüchte um angebliche Interessenten für den 23-Jährigen - von Liverpool bis Atletico Madrid, von Bergamo bis Leeds. Konkrete Angebote gab es nie, das gelte auch weiterhin, so Schmadtke.


Nach SPORTBUZZER-Informationen schält sich mit dem FC Turin allerdings ein ernsthafter Interessent heraus, der sich konkret mit einer Brekalo-Verpflichtung befasst. Jedoch muss der Klub von Ex-VfL-Linksverteidiger Ricardo Rodriguez erst noch Platz im Kader und im Budget schaffen, möglicherweise durch einen Verkauf von Kapitän Andrea Belotti. Der Stürmer, der mit Italien gerade Europameister wurde, wird mit AS Rom in Verbindung gebracht.