10. August 2020 / 21:47 Uhr

Ella Seidel feiert Premierensieg in Kühlungsborn

Ella Seidel feiert Premierensieg in Kühlungsborn

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Sie war in Kühlungsborn nicht zu schlagen: Ella Seidel. Die 15 Jahre alte Hamburgerin schlug beim Dunlop Cup für den ausrichtenden TCK auf.
Sie war in Kühlungsborn nicht zu schlagen: Ella Seidel. Die 15 Jahre alte Hamburgerin schlug beim Dunlop Cup für den ausrichtenden TCK auf.
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Ella Seidel hat zum ersten Mal das Kühlungsborner Tennisturnier gewonnen. Die für den TCK aufschlagende Hamburgerin setzte sich im Endspiel gegen die Berlinerin Juliane Triebe mit 6:3, 6:7, 6:1 durch und kassierte die 1000-Euro-Siegprämie. Bei den Herren triumphierte der Hamburger George von Massow.

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Als Ella Seidel ihren zweiten Matchball verwandelte, ließ sie ihrer Freude freien Lauf. „Come on“, rief die 15-Jährige, ­lächelte überglücklich und ging ans Netz, um die Glückwünsche ihrer Finalgegnerin in Empfang zu nehmen.

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Ella Seidel hat zum ersten Mal das Kühlungsborner Tennisturnier um den Dunlop Cup Ost gewonnen. Die Vorjahresfinalistin aus Hamburg setzte sich im Endspiel gegen die topgesetzte Juliane Triebe (Berliner SV 1892) mit 6:3, 6:7, 6:1 durch. „Ich fühle mich supertoll“, meinte die strahlende Siegerin.

Da ihre Eltern eine Ferienwohnung in Ostseebad haben, ist die Zwölftklässlerin Stammgast im Ostseebad, besitzt einen Mitgliedsausweis beim TC Kühlungsborn und trainiert bei Peter Fink. Bei Turnieren in MV schlägt sie für den TCK auf.

Ella Seidel gehört zu den größten deutschen Tennistalenten. Anfang des Jahres gewann sie ihr erstes Turnier auf der ITF-Junior-Tour. In der deutschen Rangliste der Damen wird sie bereits an Position 82 geführt.

In Kühlungsborn stellte sie ihr Talent eindrucksvoll unter Beweis. Seidel hatte im Finale gegen die leicht favorisierte Berlinerin bereits im zweiten Satz Matchball. „Da war ich superaufgeregt und nervös. Ich wusste, wenn ich den Tiebreak verliere, ist wieder alles offen. Dann ist Juliane zurück“, resümierte die Elbestädterin. So kam es auch. Die deutsche Jugendmeisterin von 2019 gab den zweiten Durchgang ab.

Doch nach einem kurzen Moment der Enttäuschung war sie wieder voll fokussiert, holte sechs Spiele in Folge und sicherte sich die Siegprämie in Höhe von 1000 Euro.

Das Preisgeld soll im kommenden Jahr aufgestockt werden, um die nächsthöhere Turnierkategorie zu erreichen. Das zumindest hofft Turnierdirektor Prof. Klaus Dethloff. „Darüber werden wir gleich mit dem Bürgermeister, Herrn Kozian, bei einem Bierchen sprechen“, kündigte das TCK-Vorstandsmitglied an.

Als Ella Seidel aus den Händen von Bürgermeister Rüdiger Kozian den Scheck in Empfang nahm, war das Herren-Finale, das eine Stunde später begann, gerade beendet. Der Hamburger George von Massow (Club an der Alster) setzte sich gegen den deutschen U-18-Meister Niklas Guttau (Suchsdorfer SV) mit 6:3, 6:4 durch und wiederholte damit seinen Erfolg von 2018.

Der große Unterschied zwischen beiden Triumphen: Vor zwei Jahren war von Massow noch als Profi unterwegs. Jetzt verdient er als Trainer in der Tenniswerkstatt Schleswig-Holstein, einer Akademie für aufstrebende Talente, sein Geld. In Kühlungsborn betreute er Lilly Düffert (TC Rot-Weiß Wahlstedt), die nach ihrer Erstrunden-Niederlage gegen Ella Seidel im Finale der Nebenrunde stand – 6:7, 0:6 gegen die Neubrandenburgerin Emma An­sorge.

„Wir kommen wieder, auf jeden Fall. Kühlungsborn ist eines meiner Lieblingsturniere“, sagte der 1,98-Meter-Hüne von Massow, der die Konkurrenz dank seiner Aufschlagstärke und seines druckvollen Spiels dominierte. Er habe im Vorfeld das eine oder andere Turnier gespielt, berichtete die Nummer 80 der deutschen Rangliste, der zum Auftakt Lokalmatador Peter Fink ausgeschaltet hatte.

Der Hamburger war dankbar, dass die Organisatoren seine Spielzeiten mit denen seines Schützlings so gut koordinierten, dass er die Doppelrolle als Spieler und Trainer (insgesamt acht Matches innerhalb von zwei Tagen) meistern konnte.

Nur zu einem erfrischenden Bad in der Ostsee sei er noch nicht gekommen, erzählte von Massow. „Das holen wir gleich nach.“ Ella Seidel schwang sich indes aufs Rad und fuhr in Richtung Ferienwohnung. Für einen Strandbesuch fehlte die Zeit. Sie musste am Montag wieder in Hamburg zur Schule.