08. Mai 2020 / 17:21 Uhr

Aufschlag mit strikten Regeln: Nicht alle Klubs starten gleich durch 

Aufschlag mit strikten Regeln: Nicht alle Klubs starten gleich durch 

Mark Bode
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Immer mit Abstand: Enie Burow (links) und Merle Asche spielten am Donnerstag beim
 Mardorfer TC nach langer Zeit wieder Tennis.
Immer mit Abstand: Enie Burow (links) und Merle Asche spielten am Donnerstag beim Mardorfer TC nach langer Zeit wieder Tennis. © CHRISTIAN HANKE
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Auf Hannovers Tennisplätzen darf endlich wieder gespielt werden - allerdings starten noch nicht alle Klubs durch. Beim TuS Wunstorf wartet man noch auf die Lieferung von Desinfektionsmittel, ehe der Aufschlag erfolgen soll. Auch bei allen anderen Vereinen gelten strenge Regeln. 

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Für Birgit Heizmann gehört es einfach zusammen: Die Tennis-Abteilungsleiterin beim TuS Wunstorf schlägt gerne ein paar Bälle. Doch genauso wichtig ist ihr das Gesellige. „Wir machen es uns nach dem Training gerne in der Gruppe nett“, sagt sie. Mit enttäuscht klingender Stimme fügt sie hinzu: „Das geht derzeit leider nicht.“ Allerdings ist Heizmann schon froh, dass es nach den Lockerungsmaßnahmen nun wieder möglich ist, Tennis zu spielen: „Es ist schön, sich wieder an frischer Luft zu bewegen.“

Seit Mittwoch ist das Spielen auf den Anlagen in ganz Niedersachsen wieder erlaubt. Allerdings starten noch nicht alle Vereine direkt durch. So warten die Wunstorfer noch darauf, dass Desinfektionsmittel geliefert wird. „Wir sind dabei. Es ist aber nicht so leicht, derzeit welches zu bekommen“, sagt die Spartenleiterin. Sie kann deshalb noch nicht genau sagen, ab wann beim TuS wieder die Filzbälle geschlagen werden.

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<b>Alexej Mikhailov</b> ist 22 Jahre alt und gilt als Deutschlands größtes Talent im Hammerwurf. Der gebürtige Hannoveraner startet für die Leichtathletik-Abteilung von Hannover 96. Mikhailov ist amtierender deutscher Meister der U 23 und gewann 2017 zudem Bronze bei den U23-Europameisterschaften. Zur Galerie
Alexej Mikhailov ist 22 Jahre alt und gilt als Deutschlands größtes Talent im Hammerwurf. Der gebürtige Hannoveraner startet für die Leichtathletik-Abteilung von Hannover 96. Mikhailov ist amtierender deutscher Meister der U 23 und gewann 2017 zudem Bronze bei den U23-Europameisterschaften. ©

"Corona nicht auf die leichte Schulter nehmen"

Beim TV Bennigsen hingegen fliegen die Bälle schon wieder. Seit Mittwoch sind die ersten Mitglieder aktiv, die Platzbuchungen erfolgen ausnahmslos online. „Die Plätze sind in mühevoller Handarbeit von den Mitgliedern hergerichtet worden und in einem sehr guten Zustand“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Werner Honegger.

Ab Montag wird es beim TC RW Barsinghausen wieder losgehen, kündigt Abteilungsleiter Jürgen Baumgarten an. „Wir bereiten alles entsprechend vor“, sagt er. Die Mitglieder seien in Sachen Coronavirus laut Baumgarten sensibilisiert. Vier Spieler des Klubs seien infiziert gewesen, der Barsinghäuser Rechtsanwalt und TC-Mitglied Lorenz Türcke starb an den Folgen einer Infektion im März im Alter von 70 Jahren. Der Abteilungsleiter ist sich auch deshalb ganz sicher, dass sich die Mitglieder strikt an die vorgegebenen Regelungen des Tennisverbandes Niedersachsen-Bremen (TNB) halten und „Corona nicht auf die leichte Schulter nehmen“.

Vorerst dürfen auf der Anlage mit den neun vorbereiteten Plätzen – davon werden zunächst nur fünf oder sechs freigegeben – ausschließlich Vereinsmitglieder spielen. Und jede Partie muss dokumentiert werden. „Wir müssen im Falle einer Erkrankung die Wege der Person nachvollziehen können“, sagt Baumgarten. Das Spielen ist nur nach telefonischer Voranmeldung möglich. Ein Corona-Beauftragter, der sich regelmäßig auf der Anlage befindet, überwacht die Abläufe. „Ein Verstoß wird für jede Person teuer. Und der Verein wird dann für mindestens zwei Wochen dicht gemacht und bekommt ebenfalls eine Geldstrafe“, erklärt der langjährige TC-Funktionär.

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Doppel sind nur unter Familienmitgliedern erlaubt

Da die Umkleiden und Gastronomie weiterhin geschlossen bleiben, dürfen die Mitglieder nur zum Spielen das Gelände betreten – und das vom Auto aus in Spielkleidung. Jeder muss dabei seine eigenen Bälle mitbringen und darf laut TNB-Vorgabe auch nur diese mit den Händen berühren. „Jeder muss sie für sich kennzeichnen, am besten mit dem Namenskürzel“, rät Heizmann. Gespielt werden vorerst nur Einzel, weil nur dabei der erforderliche Mindestabstand von zwei Metern garantiert werden kann. Doppel sind allerdings unter Familienmitgliedern, die in einem Haushalt leben, erlaubt. Die Bänke auf den einzelnen Plätzen wurden weit voneinander entfernt aufgestellt, sodass es keine Berührungspunkte gibt. Jeder Spieler soll sich auf ein mitgebrachtes Handtuch setzen. Beim Abziehen des Platzes sollen, so die TNB-Empfehlung, Einweghandschuhe getragen werden.

Wie alle anderen Tennisspieler fiebert auch Baumgarten der Rückkehr auf den Platz und den Übungsstunden entgegen. „Siebeneinhalb Wochen habe ich keinen Ball geschlagen“, sagt er. Mannschaftstraining wird er so schnell noch nicht wieder anbieten können. „Wir werden das mit Kleingruppen, bestehend aus zwei Personen, lösen“, kündigt er an.

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Mardorfer TC verteilt Zettel mit Regeln

In Wunstorf wird es im gesamten Mai noch kein Mannschaftstraining geben. „Jedes Mitglied soll die Chance haben, bei uns spielen zu können. Mit dem Mannschaftstraining würden wir nur Plätze blockieren“, erklärt Heizmann.

Einen Zettel mit allen Vorschriften, die unbedingt einzuhalten sind, hat der Vorstand des Mardorfer TC an alle Mitglieder verteilt. Dort fliegt der Ball auch bereits wieder über das Netz. „Wir haben Ende März die Plätze fertig gemacht und freuen uns, dass wir jetzt wieder spielen können. Ganz besonders die Kinder haben darauf schon lange gewartet“, sagt der Vorsitzende Friedrichwilhelm Schmädecke.