14. Juli 2018 / 18:22 Uhr

Tennis-Märchen: Angelique Kerber gewinnt Wimbledon

Tennis-Märchen: Angelique Kerber gewinnt Wimbledon

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Deutschland hat wieder eine Tenniskönigin. Angelique Kerber gewinnt in Wimbledon gegen Serena Williams.
Deutschland hat wieder eine Tenniskönigin. Angelique Kerber gewinnt in Wimbledon gegen Serena Williams. © Copyright (c) 2018 Shutterstock. No use without permission.
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Das ist der deutsche Tennis-Wahnsinn! Angelique Kerber hat Serena Williams im Finale des bedeutendsten Tennis-Turniers der Welt geschlagen. Kerber ist die erste Deutsche seit Steffi Graf 1996, die in Wimbledon gewinnt.

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Angelique Kerber ist Wimbledon-Siegerin! Als erste Deutsche seit Steffi Graf hat die 30 Jahre alte Tennisspielerin aus Kiel mit einer furchtlosen Leistung das Wimbledon-Wunder geschafft. 22 Jahre nach dem letzten Titel ihres Vorbilds feierte Kerber mit einem beeindruckenden 6:3, 6:3 gegen Serena Williams ihren Premieren-Coup beim berühmtesten Tennisturnier der Welt.

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Mit einem leidenschaftlichen und unaufgeregten Auftritt in 65 Minuten gegen die junge Mutter krönte Kerber ihre Karriere an der Spielstätte, die ihren Sport in Deutschland in Zeiten von Graf und Boris Becker am intensivsten bekannt gemacht hat.

Angelique Kerber: Die Bilder ihres Wimbledon-Triumphs

Das Märchen ist real geworden: Angelique Kerber hat das wichtigste Tennis-Turnier der Welt gewonnen. Als erste Deutsche nach Steffi Graf 1996 triumphiert die 30-Jährige in Wimbledon. Der SPORTBUZZER zeigt die besten Jubel-Bilder ihres Wimbledon-Triumphs gegen Serena Williams! Klickt euch durch Zur Galerie
Das Märchen ist real geworden: Angelique Kerber hat das wichtigste Tennis-Turnier der Welt gewonnen. Als erste Deutsche nach Steffi Graf 1996 triumphiert die 30-Jährige in Wimbledon. Der SPORTBUZZER zeigt die besten Jubel-Bilder ihres Wimbledon-Triumphs gegen Serena Williams! Klickt euch durch ©

Kerber emotional nach Titelgewinn

„Serena, du bist eine große Persönlichkeit. Ich bin mir sicher, dass dein nächster Grand-Slam-Titel in greifbarer Nähe ist“, sagte Kerber nach dem Match und zeigte sich als große Gewinnerin. „Ich musste mein bestes Spiel zeigen, um gegen sie zu gewinnen. Ich bin jetzt die nächste nach Steffi Graf. Ich weiß, was das in Deutschland bedeutet“, so die Deutsche.

Später wurde Kerber noch emotionaler: „Heute ist der schönste Tag in meiner Karriere. Ich bin überglücklich. Ich habe als kleines Kind davon geträumt, hier zu gewinnen. Als ich den Punkt gewonnen hatte, konnte ich gar nicht glauben, dass ich es geschafft habe.“


Kerber gewinnt Wimbledon: Internationale Pressestimmen

Angelique Kerber hat sensationell das Wimbledon-Finale 2018 gewonnen. So reagiert die internationale Presse. Klickt euch durch die Galerie! Zur Galerie
Angelique Kerber hat sensationell das Wimbledon-Finale 2018 gewonnen. So reagiert die internationale Presse. Klickt euch durch die Galerie! ©

Kerber von Beginn an entschlossen

In der Neuauflage des Endspiels von 2016 nutzte die Kielerin mit ihrem unbändigen Willen die Chance, die sich nach der Babypause von Williams ergab. Kerber verwehrte Williams’ ohnehin schillernder Karriere vorerst ein weiteres imposantes Kapitel: Nur gut zehn Monate nach der Geburt ihrer Tochter Alexis Olympia imponierte die US-Amerikanerin mit ihrem Einzug ins Endspiel, stellte den Allzeitrekord der Australierin Margaret Court mit 24 Grand-Slam-Titeln aber noch nicht ein.

Kerber war an diesem wichtigsten Tag zweier turbulenter Wimbledon-Wochen für die langjährige Branchenführerin zu stark. „Serena hat Respekt vor Angie. Angie muss von Anfang an mental da sein und dagegenhalten“, sagte die deutsche Damen-Chefin Barbara Rittner kurz vor Spielbeginn bei Sky und prognostizierte Kerbers Wimbledon-Sieg. In ihrem vierten Grand-Slam-Endspiel wirkte die 1,73 Meter große Linkshänderin von Beginn an entschlossen.

Angelique Kerber: Ihre Karriere in Bildern

Angelique Kerber ist die vielleicht beste deutsche Tennis-Spielerin. Die Kielerin gewann bereits mehrere Grand Slams und hält sich seit Jahren in der Weltspitze des Tennis. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeichnet die Stationen ihrer Karriere nach. Zur Galerie
Angelique Kerber ist die vielleicht beste deutsche Tennis-Spielerin. Die Kielerin gewann bereits mehrere Grand Slams und hält sich seit Jahren in der Weltspitze des Tennis. Der SPORTBUZZER zeichnet die Stationen ihrer Karriere nach. ©

Finalbeginn durch Herren-Match verzögert

Die herben Rückschläge, der Frust, die unerwartet schwachen Ergebnisse – das alles ist nach dem dritten Grand-Slam-Titel vergessen. Kerber hat sich ein weiteres Mal in der deutschen Tennisgeschichte verewigt. „Ich bin sehr stolz. Das bedeutet mir sehr viel“, hatte sie zuvor offenbart.

Die britische Herzogin Meghan, Frau von Prinz Harry und eine Freundin von Serena Williams, und Herzogin Kate, Frau von Prinz William, sahen in der königlichen Loge, wie Kerber der Auftakt gelang und wie die Schleswig-Holsteinerin den besseren Eindruck hinterließ. Gleich das erste Aufschlagspiel nahm die erste deutsche Grand-Slam-Siegerin seit Steffi Graf der 36-jährigen Williams ab, vereinfacht auch durch Fehler ihrer Gegnerin.

Die Vorbereitung war komplizierter gewesen als gewöhnlich vor einem Endspiel. Auf eine feste Anfangszeit konnte sich Kerber nicht einrichten, weil das zweite Herren-Halbfinale zuvor noch beendet wurde. Ihr Auftritt verzögerte sich um rund zwei Stunden.

Vor zwei Jahren verlor Kerber im Finale

Mit ihrer Power legte die jüngere Williams-Schwester wieder vor. Die Schleswig-Holsteinerin ließ die 72-fache Turniersiegerin aber nicht davonziehen. Im Gegenteil. Die gebürtige Bremerin profitierte allerdings auch davon, dass Williams – verständlicherweise – noch nicht die Dominanz und Form vergangener Tage hat und sich deutlich mehr vermeidbare Fehler leistete.

Nach dem ersten Satzgewinn ballte Kerber nur kurz die Faust ohne zu große Euphorie, ganz so, als wollte sie zeigen: Heute lasse ich mir den Coup nicht nehmen. Bei 2:2 musste die Weltranglistenzehnte nach 40:0 noch über Einstand, hielt aber ihren Aufschlag. Auf der Tribüne fieberten Mutter Beata und Trainer Wim Fissette mit. Bei 3:2 erarbeitet sich die deutsche Nummer zwei zwei Breakbälle. Den ersten wehrte die Gewinnerin von 23 Grand-Slam-Titeln mit einem Volley noch ab. Die zweite Chance nutzte Kerber mit einer mutigen Vorhand die Linie entlang: 4:2. Die Vorentscheidung.

Vor zwei Jahren hatte sie diesen Centre-Court trotz einer herausragenden Leistung noch als stolze Verliererin verlassen. Im ersten Aufeinandertreffen mit Williams seit ihrem ersten Wimbledon-Finale hielt Kerber dem Druck stand – und gewann den letzten Ballwechsel.