10. September 2020 / 16:33 Uhr

Mixed mal anders: Schwesternpaare bilden Landesligateam von Germania Helstorf

Mixed mal anders: Schwesternpaare bilden Landesligateam von Germania Helstorf

Mark Bode
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Auch auf dem Bild stehen die Schwesternpaare nicht direkt nebeneinander: Franziska Lühring (von links), Lucy Rieck, Lea Lühring und Lilli Rieck.
Auch auf dem Bild stehen die Schwesternpaare nicht direkt nebeneinander: Franziska Lühring (von links), Lucy Rieck, Lea Lühring und Lilli Rieck. © privat
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Das gibt es nur selten im Tennis: Die Schwesternpaare Rieck und Lühring spielen gemeinsam für Germania Helstorf und bilden für die aktuelle Saison das Landesligateam. Familieninterne Doppel wird es aber nicht geben.

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Von wegen Geschwisterliebe. In den Doppeln gehen sich Lucy und Lilli Rieck sowie Lea Marie und Franziska Lühring gerne aus dem Weg. „Wir sehen zu, dass immer eine Lühring mit einer Rieck spielt“, erzählt Lucy Rieck. Die Mannschaftsführerin des SV Germania Helstorf weiß aus Erfahrung, weshalb das der beste Weg ist: „Wir harmonieren dabei nicht so richtig“, erklärt Lucy Rieck. Sie würde nach einem Fehler ihrer Schwester teils etwas unbeherrscht und laut. Das verunsichere Lilli. „Lea kann damit besser umgehen – und gibt mir eine passende Antwort“, sagt sie.

Ähnlich ist es bei den Lührings. „Wir sind beide Dickköpfe“, erzählt Lea Lühring. Sie ist 23 Jahre alt und damit zwei Jahre älter als ihre Schwester. Wenn eine einen Fehler macht, könne die andere etwas zickig reagieren. „Unter Schwestern kann es mitunter schwierig sein“, sagt Lea Lühring lachend.

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"Habe keinen Druck und kann befreit aufspielen"

Die beiden Schwesternpaare bilden das Team, das in der aktuellen Sommersaison in der Landesliga aktiv ist. Lea Lühring kann der coronabedingt etwas anders gearteten Spielzeit durchaus Positives abgewinnen. Es gibt keine Absteiger und eigentlich auch keine Aufsteiger – das entscheidet sich final zur nächsten Saison, wenn feststeht, ob alle höherklassigen Teams auch wieder melden. Ansonsten wird von unten aufgefüllt. „Ich finde den Modus gut. So habe ich keinen Druck und kann befreit aufspielen“, sagt sie.

Untereinander harmoniert die Clique. Auch Franziska Lühring, die sich vor vier Jahren vom TSV Havelse den anderen drei Spielerinnen anschloss, sei voll integriert. „Sie kannte es dort nicht so richtig, dass die Spielerinnen abseits des Platzes etwas gemeinsam unternehmen“, erklärt Lucy Rieck und entschuldigt das anfänglich etwas unterkühlte Auftreten ihrer Teamkollegin.

Doch besonders gut kann Lucy Rieck mit Lea Lühring. Als die Mannschaftsführerin für ihr Studium ins finnische Turku ging, reiste ihre Freundin ihr nach. Sie besuchten in den vergangenen Jahren das Profitennisturnier in Halle (Westfalen) und gingen gemeinsam zu Konzerten, beispielsweise von Max Giesinger.

Die Schwestern tauschen sich untereinander regelmäßig aus, wenngleich jede ihr eigenes persönliches Umfeld mit eigenem Freundeskreis geschaffen hat. „Wenn die andere Hilfe braucht, ist man sofort für sie da“, sagt die 22-jährige Lucy Rieck über das Verhältnis zu der zwei Jahre jüngeren Lilli. Ähnlich verhält es sich bei den Lührings. Lea wohnt noch bei ihren Eltern, Franziska in einer Einliegerwohnung unmittelbar nebenan. „Wir sehen uns nicht so häufig. Aber wenn, dann quatschen wir auch über alles Mögliche“, berichtet Lea Lühring.

Gelegentlich fliegt der Schläger

Sie gibt bei der Frage, wer die bessere Tennisspielerin sei, unumwunden zu, dass es Franziska ist. Bei den Riecks ginge ein direktes Duell wohl knapper aus. „Ich habe den besseren Aufschlag. Dafür schlägt sie eine extrem gute Rückhand“, sagt Lucy Rieck. Sie selbst sei der Heißsporn. In der Vergangenheit flog nach Punktverlusten schon mal gelegentlich der Schläger durch die Luft, oder es folgte eine Schimpftirade. „Es wird manchmal noch immer laut bei ihren Spielen“, sagt Lea Lühring lachend. „Ich habe mich oft reingesteigert. Die drei anderen holen mich dann aber schnell wieder runter“, sagt Lucy Rieck.

Beachtlich: Wenn die Mannschaftsführerin im Einsatz ist, hat sie in einem knappen Spiel gerne ihre Schwester in der Nähe. „Ich brauche dann Lilli nebenan, die mich anfeuert“, sagt sie. Doch andersherum funktioniere das nicht. „Ich mache sie verrückt“, sagt Lucy Rieck. „Ich unterstütze sie, indem ich von ihrem Spiel fernbleibe.“ Geschwisterliebe ist doch etwas Spezielles. Im Doppel sowieso – aber sonst eben auch.