07. Juni 2020 / 18:07 Uhr

"Test bestanden": Hammer-Radau lässt den VfL in Bremen kalt

"Test bestanden": Hammer-Radau lässt den VfL in Bremen kalt

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der Stimmungsmacher mit dem Hammer Claas Bente (l.) auf der Tribüne.
Der Stimmungsmacher mit dem Hammer Claas Bente (l.) auf der Tribüne. © gumzmedia/nordphoto
Anzeige

Vor dem VfL-Spiel in Bremen (0:1) hatte Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner das Verhalten der Werder-Bank kritisiert, während der Partie machten die Gastgeber erneut Radau - unter anderem mit einem kleinen Gummi-Hammer. Doch das ließ die Wolfsburger beim knappen Sieg kalt.

Im Vorfeld der Partie des VfL bei Werder hatte Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner moniert, dass die Bremer Bank in den bisherigen Spielen zu viel Lärm gemacht und die Atmosphäre bei den Geisterspielen ausgenutzt hatten - dafür kassierte er Gegenwind von Werder-Sportchef Frank Baumann. Laut wurde es auch während des Spiels, doch Glasner und Co. konnten nach dem knappen 1:0-Sieg damit leben.

Anzeige
<b>Koen Casteels</b>: Da, wenn er gebraucht wurde, musste jedoch nie sein ganzes Können auspacken. Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Da, wenn er gebraucht wurde, musste jedoch nie sein ganzes Können auspacken. Note: 3 ©

Vor dem Spiel hatte der VfL-Coach seine Spieler vor dem Lärm auf der Tribüne gewarnt. „Es kann in gewisser Weise auch nervig sein, wenn du permanent von außen irgendetwas mitbekommst. Wir können es ja nicht verhindern", hatte Glasner betont. Ruhig blieb es auch am Sonntag nicht. Hinter der Bremer Bank positionierte sich ein Physiotherapeut Claas Bente mit einem Hammer und einer Kiste hinter den Ersatzspielern auf der Tribüne - und machte ordentlich Radau. Und, so beschrieb Wolfsburgs Maximilian Arnold: "Wenn die ganze Bank bei jeder Aktion aufspringt, ist das schon etwas Außergewöhnliches."

Das habe er "bisher noch nie erlebt - und ich hatte schon ein paar Spiele ohne Zuschauer. Aber wir haben den Test bestanden." Auch über die Außenmikrofone waren die Rufe der Bremer zu hören. Doch der VfL ließ sich davon kaum beeindrucken. Und so bezeichnete Trainer Glasner das Verhalten von Werder als "absolut top". Es habe jeder "mitgefiebert, wie es sich gehört, jeder war mit Leib und Seele dabei. Aber es ist fair vonstatten gegangen."

Anzeige
Mehr zum VfL Wolfsburg

Die Wolfsburger ließen sich von der Werder-Krachmachern nicht beeindrucken und fuhren mit drei Punkten nach Hause. "Es war ein Abnutzungskampf, Werder hat alles in die Waagschale geworfen, war sehr aggressiv", sagte Arnold. Vor allem mit der Aggressivität "hatten wir in der ersten Halbzeit immer wieder Probleme. Mit zunehmender Spieldauer und den Einwechslungen hatten wir ein leichtes Übergewicht und ein Chancenplus", betonte Glasner. Und eine Gelegenheit nutzte Wout Weghorst zum entscheidenden 1:0 in der Schlussphase. "Wir haben damit gerechnet, dass bei Bremen in der zweiten englischen Woche in Folge die Kräfte ausgehen. Wir mussten geduldig bleiben. Das waren wir und haben verdient gewonnen", fand der Österreicher.