18. Februar 2021 / 18:56 Uhr

Testen, warten, testen: Für Judo-Ass Scoccimarro ist es längst die neue Normalität

Testen, warten, testen: Für Judo-Ass Scoccimarro ist es längst die neue Normalität

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Am Freitag beim Grand Slam auf der Matte: Judo-Ass Giovanna Scoccimarro kämpft in Tel Aviv um Medaillen.
Am Freitag beim Grand Slam auf der Matte: Judo-Ass Giovanna Scoccimarro kämpft in Tel Aviv um Medaillen. © IJF
Anzeige

Seit Mittwoch steht fest, gegen wen Olympia-Kandidatin Giovanna Scoccimarro am Freitag beim Grand Slam in Tel Aviv antreten wird. Sie selbst wusste es da noch nicht. Das Judo-Ass bleibt dabei, die Auslosung nicht direkt zu verfolgen. Derweil ist die Lessienerin, die für den MTV Vorsfelde kämpft, in der neuen Sport-Normalität in Corona-Zeiten angekommen.

Anzeige

Testen, warten, testen, warten, testen, warten, kämpfen. So sieht die neue Normalität von Scoccimarro aus. Nach zwei Corona-Kontrollen vor der Abreise müssen sich die Teilnehmer vor Ort einer weiteren Untersuchung unterziehen und auf ihren Zimmern bleiben, bis ein negatives Ergebnis vorliegt. Sind die Abläufe vor Turnieren schon zur Routine geworden? "Naja, irgendwie schon. Es wird ja immer gleich ablaufen und wir müssen ja auch oft getestet werden", sagt die 23-Jährige.

Anzeige

Nichts sehen außer Sporthalle und Hotelzimmer - bevor es für die Lessienerin auf die Judo-Matte geht, muss sie den ersten Kampf gegen die Langeweile gewinnen. Ihre Strategie: "Zuletzt in Doha habe ich viel gelesen während der Quarantäne und auch ein wenig Yoga gemacht. Also man kann sich schon gut beschäftigen, auch mit Kartenspielen", verrät Scoccimarro, die gerade ein Buch des Dalai Lama ("Zurück zur Menschlichkeit") liest.

Mehr über Giovanna Scoccimarro

Zur Routine wird anscheinend auch, dass die Lessienerin vor Wettkämpfen nicht direkt auf die Auslosung schaut. So hatte es das MTV-Ass vor dem Masters in Doha gehandhabt, dann in Katar auf der Matte geliefert, Bronze geholt. "Ich werde es erst einmal so beibehalten." Denn: " So denke ich weniger über die Auslosung nach und ich fand es auch wirklich sehr gut."

In Tel Aviv ist Scoccimarro als Weltranglisten-Achte an Position sechs gesetzt. Von den Top-Kämpferinnen fehlen in Israel nur die Japanerinnen Yoko Ono und Chizuru Arai. Die Lessienerin hat auf dem Papier als stärkste Konkurrentin Margaux Pinot aus Frankreich in ihrem Pool. Bevor es am Freitag gegen die Weltranglisten-Dritte gehen könnte, muss die 23-Jährige zunächst die Usbekin Gulnoza Matniyazova besiegen, dann die Gewinnerin des Duells Ai Tsunoda Roustant (Spanien)/Alice Bellandi (Italien) aus dem Weg räumen. Die Lessienerin hat jedenfalls ein konkretes Ziel - egal, gegen wen es geht: "Ich will mir wieder eine Medaille erkämpfen." Eurosport 1 überträgt am Freitag von 16 bis 18 Uhr live.