05. September 2020 / 09:52 Uhr

Testspiel gegen Aue: Dynamo Dresden trifft Gonther, Testroet und Ballas wieder

Testspiel gegen Aue: Dynamo Dresden trifft Gonther, Testroet und Ballas wieder

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
florian ballas
Dynamos Ex-Kapitän Florian Ballas trägt nun das Auer Trikot und trifft am Samstag auf seine alten Teamkollegen. © imago images/Picture Point
Anzeige

Drittligist Dynamo Dresden testet am Samstagnachmittag in Lößnitz gegen Erzgebirge Aue und muss sich gegen bekannte Gesichter behaupten.

Anzeige

Dresden/Aue. Wie schnell sich die Zeiten doch ändern können! Vor einem halben Jahr begegneten sich Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue noch vor 30.753 Zuschauern in der 2. Fußball-Bundesliga, am Samstag treffen sich die beiden sächsischen Traditionsclubs vor leeren Rängen im Lößnitztal wieder.

Anzeige

13 Neue für die SGD

Und anders als am 8. März, als Dynamo daheim dank zweier Tore von Patrick Schmidt 2:1 gewann, ist Aue bei diesem Testspiel (Anstoß 14 Uhr) klarer Favorit, denn die Veilchen gehören noch immer der zweithöchsten deutschen Spielklasse an, während Dynamo zwei Wochen vorm Saisonstart als Drittligist anreist.

Mehr zu Dynamo Dresden

Ein wenig gewöhnungsbedürftig für die wenigen diesmal zugelassenen Pressevertreter – es gibt diesmal keinen Livestream bei Dynamo-TV – sind auch die Aufstellungen der Mannschaften, die die Trainer Markus Kauczinski und Dirk Schuster auf den Rasen schicken. Dynamo hat seinen Kader runderneuert, 13 neue Leute geholt und viele davon in die erste Elf eingebaut.

Bei den Erzgebirglern kicken derweil seit ein paar Wochen gleich drei Ex-Dynamos mit, denn nach Stürmer Pascal Testroet und Innenverteidiger Sören Gonther wechselte im Sommer auch Abwehrhüne Florian Ballas aus Elbflorenz in die Bergstadt.

"Ostdeutsche Mentalität ist eine andere"

Für den einstigen Dresdner Kapitän ging der Umzug nach Aue nicht geräuschlos vonstatten, denn einige Fans der Schwarz-Gelben waren erzürnt darüber. Der Saarländer Ballas, schon immer ein dicker Kumpel von Gonther, geht aber gelassen damit um: „Ich wusste, dass solche Reaktionen kommen. Das muss ich akzeptieren und das gehört zum Geschäft dazu.“ Auf Instagram zeigte er aber auch Verständnis: „Ich weiß, was dieser Wechsel in Sachsen bedeutet und verstehe daher auch, dass viele Menschen aus emotionaler Sicht diesen Schritt einfach nicht verstehen können.“

Gonther indes freut sich, dass Ballas jetzt wieder mit i hm zusammenspielt: „Das letzte Jahr war für Flo und alle anderen Dresdner aus vielen Gründen suboptimal. Aue ist ein guter Neuanfang für ihn.“ Was Testroet und Gonther auf Anhieb gelang, will nun auch Ballas anpacken: In Aue Stammkraft werden.

Die Eingewöhnung im Erzgebirge gelang Ballas relativ schnell – auch dank der Tipps seiner Kollegen. „Die ostdeutsche Mentalität ist eine andere. Speziell in Aue verlangen die Fans und Verantwortlichen, dass Woche für Woche abgeliefert wird. Flo bringt die richtige Einstellung dafür mit“, meint Testroet. Während Ballas und Gonther fit sind, kann der Stürmer nach einer Knie-OP heute wohl nur kurz auflaufen: „Vielleicht reicht es für ein paar Minuten, das wäre schon cool. Duelle gegen Dynamo sind immer etwas Besonderes, auch wenn es nur ein Testspiel ist“, sagt Testroet.

Dynamo ohne Will und Ehlers

Weiterhin ausfallen wird auf jeden Fall Mittelfeldakteur Clemens Fandrich (Adduktorenverletzung). Auch Florian Krüger, der sich bei der U21-Nationalmannschaft befindet, steht Schuster gegen nicht zur Verfügung.

Mehr zu Erzgebirge Aue

Bei den Dresdnern wird definitiv Mittelfeldspieler Paul Will ausfallen, denn der Neuzugang vom FC Bayern München II muss seinen Nasenbeinbruch aus dem Testspiel gegen HB Köge (5:1) auskurieren. Nicht dabei ist auch Innenverteidiger Kevin Ehlers, der mit der deutschen U20 unterwegs ist. Trainer Kauczinski sieht sein neues Team aber trotzdem sehr gut aufgestellt und will das Prestigeduell heute gern gewinnen: „Ich habe es ja schon erlebt. Die Rivalität ist da – egal ob Zuschauer da sind oder nicht.“ Man werde aber trotzdem fair miteinander umgehen.

Mit Sebastian Wutzler