19. August 2021 / 10:48 Uhr

Teures Missverständnis: FC Eilenburg verliert beim VfB Auerbach

Teures Missverständnis: FC Eilenburg verliert beim VfB Auerbach

Susan Stephan
Leipziger Volkszeitung
Knaubel
Trainer Nico Knaubel konnte nach dem Spiel seine Enttäuschung kaum in Worte fassen. © Alexander Prautzsch
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Am Mittwochabend verlor der FC Eilenburg in letzter Minute mit 1:2 beim VfB Auerbach. Pechvogel des Spiels war Dentinho. Dieser wollte den Ball zum FCE-Keeper zurückköpfen, doch war Naumann schon auf dem Weg aus dem Kasten und konnte das Eigentor nicht mehr verhindern. Dadurch sind die Muldestädter jetzt Liga-Schlusslicht.

Auerbach. Seit Mittwoch ist der FC Eilenburg die einzige Mannschaft in der Regionalliga Nordost, die noch kein Spiel gewonnen hat. Das Kellerduell gegen den VfB Auerbach ging mit 1:2 verloren. Dabei führte der FCE erneut mit 1:0, doch wie in den Spielen gegen Chemie Leipzig, Rathenow und Jena brachte die Elf von Nico Knaubel den Erfolg nicht ins Ziel und hat seit Mittwoch die Rote Laterne inne.

Schon am Sonntag (13 Uhr, Ilburg-Stadion) gibt es gegen Tennis Borussia Berlin die Chance, endlich den Bock umzustoßen. „Wir waren kurz davor, drei Punkte mitzunehmen, dann wenigstens einen und am Ende wird es so ein bitterer Abend, der durch ein Eigentor entschieden wird“, konsternierte Knaubel, der seine Enttäuschung nach dem 1:2 kaum in Worte fassen konnte. Was war passiert? Beim Stand von 1:1 in der letzten Minute der regulären Spielzeit köpfte Rekord-Torjäger Marc-Philipp Zimmermann harmlos Richtung Fünfmeterraum, FCE-Abwehrrecke Dentinho (vollst. Name Raimison Draiton dos Santos) wollte elegant in die Arme seines Torhüters köpfen und überhörte dessen Rufe. Andreas Naumann war auf dem Weg aus seinem Kasten, um die Pille aufzufangen und hechtete am Ende dem Kopfball seines Mitspielers vergebens hinterher. 1:2 (90.). kurz danach war Schluss.

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Die vierte Niederlage im sechsten Spiel und Tränen beim jungen Brasilianer. „Wir nehmen ihn in den Arm. Der Junge hat ein starkes Spiel gemacht und dann das“, sagte Knaubel, der nur tröstende Worte für seinen Unglücksraben fand. Frustrierend lief der Abend für das gesamte Team. Auerbach, dass alle vier Saisonspiele verloren hatte und dabei 15 Gegentreffer kassierte, jubelte über den Befreiungsschlag, der war „zweifelsfrei glücklich, aber nicht unverdient“, analysierte VfB-Trainer Sven Köhler und lag damit irgendwie richtig. In einer an Höhepunkten armen ersten Halbzeit hatte Auerbach schon ein leichtes Chancenplus. Während Eilenburg nur den Freistoß-Hammer von Dentinho, bei dem sich VfB-Keeper Steffen Schmidt mächtig strecken musste, zu bieten hatte, kam Auerbach zumindest drei Mal gefährlich in Tornähe, scheiterte aber am eigenen Unvermögen oder an einem rettenden Eilenburger Abwehrbein.

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Wieder Gegentor durch Standard

Nach dem Wechsel zogen die Gastgeber ein Powerplay auf, Eilenburg hatte mächtig Dusel, überstand die Phase und schlug wie aus dem Nichts zu. Nach einer Halbfeldflanke von Tzounatan Moutsa traf Alex Vogel, der als Sechser auflief, den Pfosten – den Nachschuss versenkte wie schon gegen Jena Philipp Sauer knackig und schmerzlos mit einem Schuss ins kurze Ecke. 1:0 Eilenburg und Köhler gab zu: „In dieser Phase musste man befürchten, dass geht wieder nach hinten los.“. Torschütze Sauer jubelte ausgelassen, ist jetzt bester FCE-Schütze – zwei von vier Treffern gehen auf sein Konto. Dazu ein Tor in der alten Heimat. Sauer ist gemeinsam mit seinem Bruder Pascal nur 15 Kilometer von Auerbach aufgewachsen. Die beiden Brüder nutzten das Spiel für eine Stippvisite zu Hause und waren früher als alle anderen da.

Bei der Raseninspektion kamen alte Erinnerungen auf. Zumindest bei Pascal, der sein Fußballleben in Auerbach verbrachte, Philipp wurde dagegen im Nachwuchs von Erzgebirge Aue groß und spielte nur einen Monat beim VfB. Dennoch war es ein Heimspiel – genauso wie für den besten Eilenburger, Noah Baumann. Der 19-Jährige, der auch aus Region stammt, dirigierte hinter den Spitzen und war an fast allen guten Eilenburger Chancen beteiligt. Doch einen Konter zum vorentscheidenden 2:0 setzten die Aufsteiger nicht. Und das, obwohl Auerbach jetzt so richtig unter Druck stand und das Publikum nervös wurde.

Wie schon gegen Jena war es ein Standard der zum Gegentor führte. Natürlich per Kopf. Auerbachs Philipp Müller wuchtete den Ball nach einer Ecke ins Tor: 1:1 (76.). In einer wilden Schlussphase hatten beide Teams hochkarätige Chancen, doch es fehlte hüben wie drüben an Abschluss-Qualität. Als alle mit einer Punkteteilung rechneten, spielte Auerbach ein Missverständnis in die Karten und sorgte dafür, dass Knaubel, der in der Schlussphase seine Besten (Baumann, Sauer) auswechselte oder auswechseln musste, wieder als Motivator glänzen musste: „Wir werden uns schütteln und am Sonntag einen neuen Angriff auf den ersten Sieg starten.“ Ob Christoph Jackisch helfen wird, ist ausgesprochen fraglich. Seine Rückenbeschwerden erweisen doch als hartnäckiger, ein MRT muss jetzt klären, wo das Problem steckt.


FC Eilenburg: Naumann - Philipp Sauer (80. Meseberg), Dentinho, Majetschak, Nathe - Vogel, Rücker – Moutsa (77. Dimespyra), Baumann (88. Tzscheuner), Pascal Sauer (88. Möbius) - Stelmak (80. Kummer).

Info: Am Sonntag gastiert ein mobiles Impfzentrum im Ilburg-Stadion. Ohne Voranmeldung können sich die Besucher mit dem Covid-Impfstoff impfen lassen.