06. August 2019 / 13:06 Uhr

WM-Affäre: Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach reagieren erbost auf Anklage

WM-Affäre: Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach reagieren erbost auf Anklage

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach haben sich zu der gegen sie erhobenen Anklage geäußert. 
Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach haben sich zu der gegen sie erhobenen Anklage geäußert.  © imago images / Sven Simon
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Die ehemaligen DFB-Präsidenten weisen die Anklage der Schweizer Bundesanwaltschaft in der Affäre um die WM 2006 verärgert zurück und wählen dabei deutliche Worte.

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Der früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach haben verärgert auf die Anklage durch die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) reagiert. "Ich mache mir um diesen Vorgang gar keine Gedanken, weil er mit rechtsstaatlichem Vorgehen nichts zu tun hat", sagte der 74 Jahre alte Zwanziger der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag: "Auch Unsinn hat seinen Marktwert. Die Schweizer Ermittler sind Getriebene, die Millionen für Ermittlungen in den Sand gesetzt haben."

Niersbach wies die Vorwürfe derweil erneut zurück. "Es ist bezeichnend für dieses unsägliche Verfahren, dass man als Betroffener nach über drei Jahren erfahren muss, dass Anklage erhoben wird“, teilte Niersbach der dpa in einem schriftlichen Statement mit.

Anklage gegen Zwanziger, Niersbach und Schmidt

Die BA hatte zuvor in der Affäre um die Fußball-WM 2006 Anklage gegen Zwanziger, Niersbach und den früheren DFB-Funktionär Horst R. Schmidt erhoben. Zwanziger und Schmidt sowie dem früheren FIFA-Generalsekretär Urs Linsi wird Betrug in Mittäterschaft vorgeworfen. Niersbach wird die Gehilfenschaft zu Betrug angelastet, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Eingestellt wurde im Juli laut Bundesanwaltschaft das Verfahren wegen des Verdachts auf Geldwäsche.

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Die Schweizer Behörden würden einen Vorgang zur Anklage bringen, der in Deutschland "längst verjährt" sei, kritisierte Zwanziger und nannte die Anklage "blindwütiger Eifer": „Das Ganze ist lächerlich und unter der Würde einer seriösen Strafverfolgungsbehörde.“ Um eine Verjährung der Vorwürfe zu verhindern, muss in der Schweiz bis April 2020 ein erstinstanzliches Urteil gefällt werden.

Niersbach: "Vorwürfe völlig haltlos"

Niersbach erklärte: "Materiell kann ich nur wiederholen, dass die erhobenen Vorwürfe völlig haltlos sind." Konkret geht es in dem Verfahren um die dubiosen Zahlungen von umgerechnet 6,7 Millionen Euro aus den Jahr 2002 und 2005. Um die Rückzahlung eines von Robert Louis-Dreyfus an WM-OK-Chef Franz Beckenbauer gewährten Kredits zu ermöglichen, hätten die Beschuldigten gegenüber dem Präsidialausschuss des WM-OK den Vorgang „wahrheitswidrig als einen Mitfinanzierungsbeitrag des DFB bzw. des OK WM 2006 an die FIFA-Auftaktveranstaltung der WM 2006“ ausgewiesen. Das schrieb die Bundesanwaltschaft in einer Mitteilung.

Das Verfahren gegen Beckenbauer wurde laut BA wegen dessen Gesundheitszustands im Juli abgetrennt. Um eine Verjährung der Vorwürfe zu verhindern, muss in der Schweiz bis April 2020 ein erstinstanzliches Urteil gefällt werden.

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