07. Dezember 2019 / 17:23 Uhr

Basketballerinnen auf Höhenflug: TKH-Kapitänin Birte Thimm im Interview 

Basketballerinnen auf Höhenflug: TKH-Kapitänin Birte Thimm im Interview 

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Basketballerinnen des TKH.
Die Basketballerinnen des TKH. © Petrow
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Am 21. Januar findet die NP-Sportlerwahl im Theater am Aegi statt. Ihr enttscheidet, welche Kandidaten am Ende gewinnen. Dafür stellen wir euch täglich die Kandidaten und Kandidatinnen vor. Diesmal: Die Basketball-Frauen des TKH.

Birte Thimm, das Jahr hat TKH-typisch begonnen. Platzierung im unteren Play-off-Tableau, schweres Los in Runde eins – und sofort raus. In dem Fall gegen den kommenden Gegner Marburg. Eine große Enttäuschung oder erwartbar?

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Da ich schon ein paar Jährchen in Hannover bin und das Potenzial dieses Vereins und der Mannschaft kenne, war es schon eine große Enttäuschung. Ich hätte gedacht, dass wir mal gegen einen starken Gegner besser gegenhalten können. Das hat leider nicht geklappt. Aber es hat dem Verein sicher ein bisschen Input gegeben, mal das Konzept zu überdenken, das wir bislang verfolgt hatten. Und vielleicht war es auch ausschlaggebend für das, was wir in dieser Saison leisten.

Im Frühjahr und Sommer wurde neu gedacht. Das Konzept geändert. Viele neue Spielerinnen, eine neue Trainerin. Der Sportliche Leiter Rodger Battersby agiert meist nur noch im Hintergrund. Wie heftig war dieser Umbruch?

Der Sommer war nicht gerade entspannt (lacht). Es wurden sehr viele Gespräche geführt. Viele Entscheidungen waren auf die letzte Minute. Die neue Trainerin wollte überwiegend junge und europäische Spielerinnen. Im Endeffekt hat das geklappt, auch wenn es vielleicht etwas gedauert hat.

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<b>TSV Hannover-Burgdorf</b> - Handball, Bundesliga-Spitzenteam - 0137/9880823-01 Zur Galerie
TSV Hannover-Burgdorf - Handball, Bundesliga-Spitzenteam - 0137/9880823-01 ©

Auch innerhalb des Teams hat sich was getan...

Absolut. Wir haben ein tolles Mannschaftsgefüge. Was ich besonders gut finde im Hinblick auf die Identifikation mit dem Verein, ist, dass sich viele Spielerinnen abseits unseres Feldes engagieren wollen. Die eine oder andere macht was im Coaching oder im Marketing- und Sponsorenbereich. Andere geben an der Internationalen Schule Basketballunterricht. Jeder hat das Bedürfnis, sich einzubringen. Das ist wichtig. Man ist nicht nur bezahlter Profi, der in der Wohnung sitzt und auf die nächste Trainingseinheit wartet. Sondern einer, der auch etwas außerhalb seiner Komfortzone macht – und außerhalb der Bezahlung. Weil es einem am Herzen liegt.


Der TKH steht auf Platz zwei, nach einer grandiosen Serie mit sieben Siegen am Stück. Was sind die Gründe für den sportlichen Aufschwung?

Sicherlich die Unbekümmertheit mancher junger Spielerinnen. Bedeutet: Sie haben keine, wer Marburg ist und ob die in der letzten Saison erfolgreich waren. Das schert die herzlich wenig. Das einzige, was sie schert, ist die persönliche Aufregung vor einem Spiel. Das tut uns gut. Nichtsdestotrotz sind es alles intelligente Spielerinnen, die das Spiel sehr gut verstehen. Das Wichtigste ist aber, dass sich alle füreinander einsetzen. Dass sich alle auf die anderen verlassen können.

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Und der Anteil der Trainerin Tatiana Gallova am Erfolg?

Sie bringt einen sehr hohen Basketball-IQ mit. Das vermittelt sie auch im Spiel. Und bereitet uns perfekt individuell auf den Gegner zugeschnitten vor. Es ist nicht jede Woche das Gleiche. Wir verändern unsere Systeme, so wie es angebracht ist. Außerdem ist es wichtig, dass die Trainerin, im Gegensatz zu den vorherigen Coaches, eine Vollzeitkraft ist und hier in Hannover ist und keinen Nebenjob oder Ähnliches hat. Sie kann sich voll auf den Trainerjob konzentrieren.

Sie gilt mitunter als harter Hund – ist das wirklich so?

Nach außen hin ja. Wenn man sie besser kennenlernt, dann weiß man schon, wie das eine oder andere gemeint ist. Sie verliert nicht gerne viele Worte. Sie redet lieber weniger als mehr. Wenn Sie was sagt, muss man auch genau zuhören. Jedes Wort hat Fülle. Das zählt. Die Trainerin hat eine gesunde Autorität. Wir haben aber gelernt, dass sie auch einen weichen Kern hat.

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Andreas Toba - Turnen, TKH, Deutscher Meister - 0137/9880822-04 ©

Was ist das Ziel für die laufende Saison?

Es klingt banal, aber wir gucken von Spiel zu Spiel. Das ist auch die Vorgabe der Trainerin. Am Ende wäre es schön, endlich mal mit einem Heimvorteil in die Play-offs zu gehen. Heißt: ein Platz unter den ersten Vier.

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Ist sogar die Meisterschaft drin?

Darüber können wir uns noch mal nach dem Spiel gegen Spitzenreiter Keltern unterhalten (lacht) ... Im Ernst: Keiner hat uns auf dem Schirm gehabt vor der Saison. Und mit jedem Spiel, was wir gewonnen haben, sind die anderen ehrfürchtiger geworden. Ich finde, dass wir definitiv für eine kleine Überraschung gut sind.