31. Januar 2019 / 10:08 Uhr

Doll fordert 96 zur Selbsthilfe auf: "Wer den Ball hat, darf nicht die ärmste Sau sein"

Doll fordert 96 zur Selbsthilfe auf: "Wer den Ball hat, darf nicht die ärmste Sau sein"

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Thomas Doll ruft seine Spieler dazu auf, sich in jeder Situation gegenseitig zu helfen.
Thomas Doll ruft seine Spieler dazu auf, sich in jeder Situation gegenseitig zu helfen. © Florian Petrow
Anzeige

Thomas Doll will von seiner Mannschaft sehen, dass sie sich in jeder Situation auf dem Platz gegenseitig hilft. Während der neue Trainer von Hannover 96 "ein sehr positives Gefühl" verspürt, nimmt Manager Horst Heldt die Spieler in die Pflicht.

Anzeige
Anzeige

Den Vorsteher hat 96 ausgetauscht, wobei für Thomas Doll die Bezeichnung Vorläufer weitaus passender ist. Der neue Trainer war auch beim gestrigen Training ständig in Bewegung, als wollte er den 96-Chef bestätigen. „Er ist ein Energiebündel“, sagt Martin Kind über Doll. Übergeordnetes Thema der Starkstrom-Übungen auf der Mehrkampfanlage: Spielaufbau und mannschaftliche Geschlossenheit. „Helft euch!“, fordert der 52-Jährige immer wieder: „Helft euch in jeder Situation.“ Und: „Wer den Ball hat, darf nicht die ärmste Sau sein.“

Das war zuletzt aber viel zu oft der Fall. „Bei unseren Gegnern konnte man sehen, wie sich beim Ballführenden meist zwei oder gar drei Mitspieler angeboten haben“, sagt Kind, „bei uns war das nicht so.“ Auch der Klubchef hofft, dass Doll das Team wieder zusammenschweißt. „Jeder soll für jeden arbeiten. Es muss wieder eine sehr engagierte Mannschaft auf dem Platz stehen, in der die Spieler füreinander da sind und Charakter zeigen“, wünscht sich Kind. Man könnte es auch so sagen – nach dem Trainerwechsel sind jetzt auch die Spieler mehr denn je in der Pflicht, sich dem Abstieg entgegenzustemmen.

Thomas Doll: Das waren seine bisherigen Stationen

Thomas Doll trat seine erste Station als Profi-Trainer beim Hamburger SV in der Saison 2004/05 an. Am 18. Oktober 2004 übernahm der Trainer der zweiten Mannschaft des HSV den Posten des geschassten Klaus Toppmöller. Nach nicht ganz zweieinhalb Jahren, am 1. Februar 2007,  und 111 Spielen auf der Trainerbank trennten sich die Wege des ehemaligen HSV-Spielers. Zur Galerie
Thomas Doll trat seine erste Station als Profi-Trainer beim Hamburger SV in der Saison 2004/05 an. Am 18. Oktober 2004 übernahm der Trainer der zweiten Mannschaft des HSV den Posten des geschassten Klaus Toppmöller. Nach nicht ganz zweieinhalb Jahren, am 1. Februar 2007,  und 111 Spielen auf der Trainerbank trennten sich die Wege des ehemaligen HSV-Spielers. ©
Anzeige
LESENSWERT

Doll versucht, alle Spieler mitzureißen

„Ich erwarte eine positive Reaktion der Mannschaft“, so Manager Horst Heldt, „sie ist in der Pflicht, jeder einzelne Spieler. Jeder muss konzentriert sein, seinen Job, so gut es geht, zu erledigen und alles aus sich und für die Mannschaft herauszuholen.“

Das gilt auch für die Spieler, die mit André Breitenreiter weitermachen wollten. Und es gilt auch für diejenigen, die dem neuen Coach mit der ungewohnten An­sprache skeptisch gegenüberstehen. Manch fragendes Spieler-Gesicht lässt sich ja erkennen. Der Ex-Nationalspieler versucht aber, sie alle mitzureißen. „Es war eine bewusste Überlegung, mit Doll einen anderen Typus als Breitenreiter zu wählen“, erklärt Kind, „der Wechsel soll den Impuls setzen, dass die Mannschaft wieder an sich selber glaubt und über Geschlossenheit zum Erfolg kommt.“

Mehr zu Hannover 96

Reichen vier Trainingstage für RB Leipzig?

Und so lobt Doll und fördert und fordert. „Tempo machen“, „Dreiecke bilden“, „der erste Ballkontakt ist entscheidend“, weist er an – und wagt sogar aus gebotenem Anlass den Rückgriff auf den Grundkurs Ballannahme aus der C-Jugend: halboffen stehen, Kopf hoch und nicht auf die Füße schauen, sondern auf Mitspieler – bei manchem 96-Spieler ist viel Selbstverständliches verloren gegangen.

Ob vier Trainingstage reichen, um neues Selbstbewusstsein aufzubauen und morgen Abend gegen Champions-League-Kandidat Leipzig zu bestehen, bleibt jedoch die Frage.

Doll hat zumindest „ein sehr positives Gefühl“ und sagt: „Es waren intensive Tage, wir haben viel reingepackt.“ Anstrengend war es nicht nur für die Spieler: „Ich bin auch kaputt“, sagt er. Von dollen Müdigkeitserscheinungen war allerdings nichts zu sehen.

ANZEIGE: Hoodie und T-Shirt mit deinem Vereinsnamen! Der Deal of the week im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Hannover
Sport aus aller Welt