13. August 2019 / 06:00 Uhr

Thomas Doll im Interview über den neuen Trainer-Job bei Apoel Nikosia und seinen frühzeitigen Abschied von Hannover 96

Thomas Doll im Interview über den neuen Trainer-Job bei Apoel Nikosia und seinen frühzeitigen Abschied von Hannover 96

Hans-Günther Klemm
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Thomas Doll heuerte nach seinem Aus bei Hannover 96 auf Zypern an. 
Thomas Doll heuerte nach seinem Aus bei Hannover 96 auf Zypern an.  © Verwendung weltweit
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Mit Hannover 96 ist Thomas Doll abgestiegen – jetzt arbeitet er auf Zypern bei Apoel Nikosia: Der 53-jährige Trainer im SPORTBUZZER-Interview über Abschied und Neuanfang.

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Schneller als gedacht erhält Thomas Doll eine neue Chance. Der nach dem Bundesliga-Abstieg bei Hannover 96 entlassene Trainer heuerte bei Apoel Nikosia an, dem Traditionsklub mit 28 Meistertiteln auf Zypern. Der 53-jährige Ex-Nationalspieler ist direkt gefordert und bestreitet an diesem Dienstag mit seinem neuen Klub das Rückspiel in der Qualifikation zur Champions League in Aserbaidschan beim FC Karabach (Hinspiel 1:2).

Herr Doll, haben Sie damit gerechnet, dass Sie so schnell einen Job finden?

Ehrlich gesagt nein. Normalerweise dauert es, bis die Saison angefangen hat. Erst im September oder Oktober werden neue Stellen frei.

Ein Glücksfall also, dass Sie nicht so lange arbeitslos sind?

Sicherlich, mein Berater Wolfgang Vöge, der frühere Bundesliga-Profi, hat den Kontakt hergestellt. Dann ging alles sehr schnell. Ich bin nach Zypern geflogen und habe mich am letzten Mittwoch mit dem Präsidenten Phivos Erotokritou getroffen. Wir waren uns rasch einig. Einen Tag später stand ich schon auf dem Trainingsplatz.

Thomas Doll: Das waren seine bisherigen Stationen

Thomas Doll trat seine erste Station als Profi-Trainer beim Hamburger SV in der Saison 2004/05 an. Am 18. Oktober 2004 übernahm der Trainer der zweiten Mannschaft des HSV den Posten des geschassten Klaus Toppmöller. Nach nicht ganz zweieinhalb Jahren, am 1. Februar 2007,  und 111 Spielen auf der Trainerbank trennten sich die Wege des ehemaligen HSV-Spielers. Zur Galerie
Thomas Doll trat seine erste Station als Profi-Trainer beim Hamburger SV in der Saison 2004/05 an. Am 18. Oktober 2004 übernahm der Trainer der zweiten Mannschaft des HSV den Posten des geschassten Klaus Toppmöller. Nach nicht ganz zweieinhalb Jahren, am 1. Februar 2007,  und 111 Spielen auf der Trainerbank trennten sich die Wege des ehemaligen HSV-Spielers. ©
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Was reizt Sie an der Aufgabe in Nikosia?

Es ist ein sehr professionell geführter Klub, der bekannteste auf Zypern. Mein erster Eindruck: Die Voraussetzungen, um Erfolg zu haben, sind gut. Vor einem Jahr haben sie ein recht modernes Trainingszentrum gegründet. Alles bestens.

Und wie schätzen Sie Ihr Team ein?

Viele gute Fußballer, recht viele Profis aus dem Ausland, aus 16 Nationen, die zu einer Mannschaft zusammenwachsen müssen. In diesem Sommer sind einige Neue gekommen, vor allem aus Serbien. Die Elf besitzt enormes Potenzial, wie ich in den ersten Trainingseinheiten festgestellt habe. Mich freut besonders, dass ich einige herausragende Außenbahn- und Offensivspieler im Kader habe.

Für Sie geht es Schlag auf Schlag. Apoel muss im Rückspiel der Qualifikation für die Champions League zum FC Karabach. Das Hinspiel ging 1:2 verloren. Sehen Sie noch Chancen?

Es ist alles drin in Aserbaidschan. Warum nicht? Es ist das Spiel des Jahres aus Sicht der Zyprioten. Wichtig fürs Prestige, wichtig auch in finanzieller Hinsicht.

Wie fällt Ihr persönliches Fazit nach der Episode bei Hannover 96 aus?

Es bleibt die Enttäuschung, es nicht geschafft zu haben. Der Verbleib wäre möglich gewesen. Doch in den ersten sechs Wochen haben wir kein gutes Bild abgegeben. Danach wurde es besser. Die Mannschaft wurde stärker, einige Verletzte kamen zurück und haben uns verbessert, es ist ein Teamspirit entstanden. Doch es kam zu spät.

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Machen Sie sich Vorwürfe?

Wir haben alles versucht, sind aber gescheitert. Wichtig für uns ist, dass wir uns nichts haben zuschulden kommen lassen.

Wie haben Sie die Zeit nach Saisonende erlebt, als es lange gedauert hat, bis die Auflösung Ihres Vertrags offiziell wurde?

Es ist normal, dass einige Personen ausgetauscht werden, wenn ein Neuanfang propagiert worden ist. Insofern hatte ich keine großen Erwartungen. Somit habe ich mich auch von der Mannschaft und dem Funktionsteam frühzeitig verabschiedet. Allerdings kannte ich es an meinen bisherigen Stationen doch etwas anders.

Das sind die neuen Rückennummern der Spieler von Hannover 96:


<b>Ron-Robert Zieler:</b> Rückennummer 1 Zur Galerie
Ron-Robert Zieler: Rückennummer 1 ©

Gab es Reaktionen nach der Nachricht von Ihrem Einstieg in Nikosia?

Einige von 96 haben sich gemeldet, Spieler und Leute aus dem Umfeld. Das hat mich besonders gefreut.

Wie sehen Sie Hannover aufgestellt?

Ich hoffe und wünsche es dem Klub, dass es mit dem Wiederaufstieg klappt. 96 muss schnell zurückkommen in die 1. Liga.

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