31. Juli 2019 / 15:20 Uhr

Thomas Doll kritisiert 96-Profichef Kind: Entlassung "aus der Presse erfahren"

Thomas Doll kritisiert 96-Profichef Kind: Entlassung "aus der Presse erfahren"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Thomas Doll (rechts) hätte sich einen anderen Abschied von Hannover 96 und Profichef Martin Kind gewünscht.
Thomas Doll (rechts) hätte sich einen anderen Abschied von Hannover 96 und Profichef Martin Kind gewünscht. © Joachim Sielski
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Seit der Abstieg von Hannover 96 besiegelt war, war auch klar: Thomas Doll wird nicht als Trainer mit den Roten in die 2. Bundesliga gehen. Doch das habe er nicht von 96-Profichef Martin Kind, sondern aus der Presse erfahren.

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Thomas Doll wurde nach 15 Spielen bei Hannover 96 entlassen. Dann waren die Roten abgestiegen. Erfahren habe er das offizielle Aus jedoch nicht in einem persönlichen Gespräch. 96-Profichef Martin Kind hatte auf Nachfrage, ob es mit Doll auch im Falle eines Abstiegs weiterginge, stets betont, dass sich am Ende der Saison zusammengesetzt und analysiert werde.

Jetzt hat Thomas Doll klargestellt: Mit ihm hat niemand über das Ende bei den Roten gesprochen, wie er in einem Interview mit der Sportbild berichtet hat:

"Er hat seit dem Abstieg bis heute nicht mit meinem Trainerteam und mir gesprochen. Ich habe aus der Presse erfahren, dass ich nicht mehr Trainer bin. Dann wurde der Vertrag aufgelöst."

Das habe er bei Borussia Dortmund beim Hamburger SV anders erlebt.

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Ralf Rangnick (Juli 2001-März 2004): Wo wäre Hannover 96 wohl heute ohne ihn? In überragender Manier stiegen die Roten im Jahr 2002 mit Rangnick nach 13-jähriger Abstinenz wieder in die Eliteliga auf. Im ersten Bundesliga-Jahr feierte Rangnick in Hannover noch den Klassenerhalt - in der dritten Saison seiner Amtszeit war dann Schluss für den Mann aus Backnang. Eine 0:1-Pleite am Gladbacher Bökelberg bedeutete das Ende für Rangnick.   ©

Doll verschmäht Druck auf die Trainer

Sicherlich habe er kurz vor Saisonenende schon daran gezweifelt, dass er seinen bis 2020 laufenden Vertrag erfüllen dürfe. "Wenn ich jedes Spiel verliere, weiß ich nicht, ob ich der Richtige bin, um dann einen Neuaufbau zu machen", war sich Doll sechs Spieltage vor Schluss unsicher, wie er dem NDR offenbarte.

Aus 14 Spielen holte Doll zehn Punkte (0,67 im Schnitt). Eine dünne Ausbeute im Abstiegskampf, und schnell entwickelte sich Skepsis im Umfeld. Keine leichte Aufgabe für Doll: "Der Druck auf die Entscheidungsträger hat zugenommen - vor allem auf die Trainer. Diese müsste man meiner Meinung nach daher viel mehr unterstützen."

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Hendrik Weydandt macht einen kleinen Fan glücklich. ©

Empfangsdame verabschiedet sich - Kind nicht

Er könne nicht verstehen, warum "Menschen, die noch nie mit mir gesprochen haben, Häme ausschütten. Das ist nur eines: armeslig", so Doll. Wichtig ist ihm, "dass die Menschen, die mit mir zusammenarbeiten, zu mir halten."

Und das hätten zumindest die Verantwortlichen in Hannover nicht beherzigt. Das gelte jedoch nicht für einige Spieler, die sich bei ehemaligen Coach für die Zeit bedankt hätten. Selbst die Empfangsdame habe sich in einem emotionalen Telefonat vom erfahrenen Trainer verabschiedet. Kind indes nicht.

Doll wünscht 96 Wiederaufstieg

Trotzdem hofft Doll, dass die Roten wieder direkt aufsteigen, "zusammen mit dem HSV." Die Bundesliga hat er für sich nach wie vor nicht abgeschrieben. "Ich hoffe, dass ich wieder eine Chance bekomme. Ein Abstieg ist schon ganz anderen Trainern passiert, und Martin Kind sagte ja auch: Der Trainer konnte am wenigsten für den Abstieg (...). Ohne das ich mich jetzt aus der Verantwortung stehle, denn wir hatten genug Zeit, mehr Punkte zu holen."

mcb