14. Oktober 2019 / 20:42 Uhr

Thomas Möller zieht die Reißleine beim PSV Neumünster

Thomas Möller zieht die Reißleine beim PSV Neumünster

Jan-Philipp Wottge
Kieler Nachrichten
Gegen Preußen Reinfeld waren sie zum letzten Mal gemeinsam am Spielfeldrand: PSV Neumünsters zurückgetretener Coach Thomas Möller (links) und Fußballobmann Volker Bernaschek.
Gegen Preußen Reinfeld waren sie zum letzten Mal gemeinsam am Spielfeldrand: PSV Neumünsters zurückgetretener Coach Thomas Möller (links) und Fußballobmann Volker Bernaschek. © Wottge
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Die Alarmglocken schrillten durchgehend. Der PSV Neumünster befindet sich nach sechs Niederlagen in Folge im tabellarischen Sturzflug in der Fußball-Oberliga. Montagabend verabschiedete sich PSV-Coach Thomas Möller von seiner Mannschaft. Nach knapp 17 Monaten Amtszeit zog der 52-Jährige nun die Reißleine.

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Die Mannschaft entschied sich gegen Thomas Möller

„Wenn es nicht mehr passt, muss man sich trennen“, bemerkte Möller. Die 1:3-Niederlage gegen Preußen Reinfeld offenbarte die ganze Machtlosigkeit. Hanebüchene PSV-Fehler ebneten den Stormarnern den Weg zum ungefährdeten Auswärtserfolg. Es passte nicht mehr. Doch diese Erkenntnis brauchte Zeit. Sie musste reifen. Bereits nach der 1:4-Schlappe beim Spitzenreiter SC Weiche Flensburg 08 II stellte Möller seinem Team die Vertrauensfrage. Die Antwort gab es am Montag vor einer Woche. Das Votum fiel einstimmig aus – gegen Möller! Kapitän Philipp Reinhold war der Überbringer der Botschaft. Doch sie wurde vorerst nicht erhört. Möller leitete das anschließende Training und saß auch gegen den SV Preußen 09 Reinfeld auf der Bank.

Klickt euch durch die Fotos zur Oberliga-Begegnung zwischen dem PSV Neumünster und dem SV Preußen 09 Reinfeld:

Ein Bild mit Symbokraft: Während Reinfelds Dennis Lie (Nr. 21) mühelos zum 2:0 trifft, kann PSV-Keeper Philipp Reinhold (hinten) nur zuschauen und Jannik Braun (re.) liegt am Boden. Zur Galerie
Ein Bild mit Symbokraft: Während Reinfelds Dennis Lie (Nr. 21) mühelos zum 2:0 trifft, kann PSV-Keeper Philipp Reinhold (hinten) nur zuschauen und Jannik Braun (re.) liegt am Boden. ©
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Vom Geheimfavoriten zum Abstiegskandidaten

„Wir haben drei Mal das Gespräch mit Möller gesucht, um unsere Vorstellungen kundzutun. Auch mit Beppo Bernaschek haben wir gesprochen. Der Trainer darf uns nicht mehr als Alibi dienen“, sagte Reinhold. Das Team forderte eine klare Spielphilosophie inklusive taktsicher Vorgaben. Möller machte jedoch die individuellen Fehlleistungen verantwortlich und stellte zudem klar: „Da passieren Fehler, die kann man nicht trainieren. Aber ich will der Mannschaft auch nicht als Alibi dienen.“ Zwei Seiten, zwei Sichtweisen. Sportlich ging es stetig bergab. Aus dem Geheimfavoriten wurde ein Abstiegskandidat. Da war sie wieder, die Wohlfühloase PSV Neumünster. Hatte man zu lange auf die individuelle Qualität im Team gesetzt? Mehr als offensichtlich wurde in den vergangenen Wochen, dass dem PSV im Spiel der Sprit ausging. Konstanz über 90 Minuten gab es nicht. Die Kraft fehlte. „Ich habe immer die beste Version von jedem Spieler eingefordert. Das heißt, dass ich mich auch abseits des Platzes anständig ernähre und pflege. Nicht jeder hat das kontinuierlich gemacht“, sagte Möller rückblickend.

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Thomas Möller will keine verbrannte Erde hinterlassen

Doch der Ex-Profi will keine verbrannte Erde hinterlassen. „Ich habe beim PSV eine schöne Zeit erlebt. Aber fünf Jahre Neumünster (Anm. d. Red.: zuvor war Möller Trainer und Sportlicher Leiter beim VfR Neumünster) haben auch Spuren hinterlassen. Ich habe es nicht geschafft deutlich zu machen, was ich erwarte. Ich bin jetzt 52. Vielleicht schafft ein jüngerer Coach das“, sagt Möller und fügt an: „Es kann nicht das Ziel des PSV Neumünster sein, jedes Jahr den Kreispokal zu gewinnen. Dafür ist hier zu viel Qualität.“ Das teilte Möller seinem Freund und Sportlichen Leiter Bernd Hagen am Sonnabend in einer langen, einvernehmlichen Unterredung mit und bot seinen Rückzug an: „Damit nehme ich Bernd Hagen und Volker Bernaschek aus einer prekären Lage. Mein Verhältnis zu den Spielern und Verantwortlichen soll nicht leiden.“

Wer übernimmt jetzt den PSV Neumünster?

Möller ist beim PSV seit Montagabend Vergangenheit. Ein Neuer muss es richten. Sven Boy, der am Sonnabend Augenzeuge der 1:3-Niederlage war, wird es wohl nicht. Eine Entscheidung soll schnell fallen. Es muss ein Trainer mit einer klaren taktischen Idee sein. Die Spieler sind jetzt gefordert. „Wir wollten auch das Spiel am Sonnabend trotz der Entscheidung gegen Möller gewinnen. Darauf haben wir uns teamintern eingeschworen“, stellt Kapitän Reinhold unmissverständlich klar und beugt somit Unkenrufen vor.

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