10. Februar 2020 / 19:07 Uhr

Michael Ballack über DFB-Comeback von Thomas Müller: "Er kann sagen: Das brauche ich nicht mehr"

Michael Ballack über DFB-Comeback von Thomas Müller: "Er kann sagen: Das brauche ich nicht mehr"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Michael Ballack sieht Thomas Müller hinsichtlich eines DFB-Comebacks in einer komfortablen Situation.
Michael Ballack sieht Thomas Müller hinsichtlich eines DFB-Comebacks in einer komfortablen Situation. © Getty
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Der ehemalige DFB-Kapitän Michael Ballack sieht Weltmeister Thomas Müller in einer komfortablen Situation. Der ausgebootete Bayern-Star müsse hinsichtlich der Nationalelf niemandem mehr etwas beweisen.

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Der frühere Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack sieht Thomas Müller im Hinblick auf ein mögliches Comeback im DFB-Team in einer komfortablen Situation. "Er ist der Lage zu sagen: Das brauche ich nicht mehr", erklärte der 43-Jährige bei Sky. Müller war gemeinsam mit Mats Hummels und Jerome Boateng im März 2019 von Bundestrainer Joachim Löw aus der Nationalelf ausgebootet worden. Das Trio war fünf Jahre vorher an der Seite Löws Weltmeister geworden.

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Am Rande des Bundesliga-Topspiels zwischen dem FC Bayern München und RB Leipzig (0:0) hatte Löw eine Rückkehr Müllers vor der EM 2020 praktisch ausgeschlossen. Müller erklärte daraufhin, dass die Europameisterschaft derzeit ohnehin kein Thema für ihn sei, er sich stattdessen mit ganzer Kraft auf den FCB konzentriere. Ballack glaubt ohnehin nicht, dass Müller einen Beweis für seine Klasse schuldig ist. Quasi im Namen von Müller sagte der Ex-'Capitano' dazu: "Ihr wisst genau, was ihr an mir hattet und der Trainer hat die Entscheidung getroffen und jetzt will ich auch nicht mehr."

Letztes Ballack-Länderspiel war das erste von Müller

Die Situation erinnert ein wenig an Ballacks eigenes Schicksal im DFB-Trikot. Kurz vor der WM 2010 verletzte der damalige Kapitän der Nationalmannschaft sich im FA-Cup-Finale seines FC Chelsea gegen Portsmouth nach einem Foulspiel des früheren Bundesliga-Profis Kevin-Prince Boateng so schwer, dass er das Turnier verpasste und danach nie wieder ins Team zurückkehrte. Als Kapitän wurde er von Philipp Lahm ersetzt. Nicht ohne Ironie ist, dass das letzte von Ballacks 98 Länderspielen auch das erste von Thomas Müllers 100 war: eine 0:1-Niederlage gegen Argentinien im März 2010.

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Die Lage Müllers kann der gebürtige Görlitzer deshalb gut nachvollziehen. Ballack: "Auf der einen Seite bist du enttäuscht mit der Entscheidung. Das ist ganz klar. Wenn die Enttäuschung gewichen ist - da ist natürlich auch Frust dabei, er bringt gute Leistungen - dann fühlt man sich in der Ehre gekränkt." Müller sei aber stark genug, um sich davon nicht unterkriegen zu lassen.


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Die Aussagen Löws hätten ihn nicht überrascht, erklärte Müller am Sonntagabend nach dem Remis gegen Leipzig. Er selbst nun mit dem FC Bayern erfolgreich sein und mit den Münchnern in dieser Saison drei Titel gewinnen.