21. November 2020 / 18:34 Uhr

Thomas Müller über DFB-Krise: "Leide" mit Spielern und Fans – Comeback? "Keiner ist zurückgetreten"

Thomas Müller über DFB-Krise: "Leide" mit Spielern und Fans – Comeback? "Keiner ist zurückgetreten"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Thomas Müller hat bei der Niederlage in Sevilla mit dem DFB-Team und seinen Mitspielern gelitten.
Thomas Müller hat bei der Niederlage in Sevilla mit dem DFB-Team und seinen Mitspielern gelitten. © Getty/imago images
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Das DFB-Team ist nach dem 0:6 gegen Spanien am Boden. Die höchste Niederlage der Nationalmannschaft seit 1931 erlebte auch Thomas Müller mit. Der im vergangenen Jahr von Bundestrainer Joachim Löw ausgebootete Weltmeister leidet nach eigener Aussage mit.

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Die herbe Niederlage des DFB-Teams in Spanien hat den deutschen Fußball in eine schwere Krise gestürzt. Das peinliche 0:6 im Nations-League-Gruppenspiel in Sevilla schlägt hohe Wellen – und lässt Bundestrainer Joachim Löw mehr denn je wackeln. Einer, der die Entwicklung der Nationalmannschaft auch nach seiner Ausbootung verfolgt, ist Thomas Müller. Das verriet der Weltmeister nach dem 1:1 seines FC Bayern gegen Werder Bremen bei Sky.

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"Man leidet natürlich für seine Mitspieler im Verein, die Spieler, die man kennt. Und natürlich auch mit den Zuschauern", gestand der 31-Jährige, der genau wie seine Weltmeister-Kollegen Mats Hummels und Jérôme Boateng im vergangenen Jahr von Löw aus dem Team gestrichen worden war. Müller hofft auf eine baldige Verbesserung: "Der deutsche Fußballfan sehnt sich, dass wieder Schwung ist." Ein Comeback in der Nationalmannschaft schloss Müller nicht aus. "Ich glaube, keiner ist zurückgetreten", betonte er – ließ allerdings auch durchblicken, dass er andere Prioritäten sieht: "Ich bin nicht der Meinung, dass wie über Spieler diskutieren müssen. Man muss aber fragen, was wir auf dem Platz machen." Es gebe rund um das DFB-Team dringendere Fragen als personelle.

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Für das DFB-Team geht seit der WM 2018 nur noch wenig zusammen. Nach einer enttäuschenden ersten Nations-League-Saison, in der nur wegen einer Regeländerung nicht der Abstieg in die B-Liga stand, endete auch das Kalenderjahr 2020 erschütternd – mit der höchsten DFB-Niederlage seit 1931. Müller sieht "sehr viel Negativität" um das Thema Nationalmannschaft herum, "auch wenn der Hauptfokus beim FC Bayern liegt".

Experten fordern Rückkehr von Müller und Co.

Zuletzt hatten zahlreiche Experten – darunter Ex-DFB-Teamchef Franz Beckenbauer – die Rückkehr von Müller, Boateng und Hummels ins DFB-Team gefordert – das gegen die Spanier gerade auf ihren Positionen im offensiven Mittelfeld und in der Innenverteidigung eklatante Schwächen offenbart hatte. Insbesondere die mangelhafte Kommunikation auf dem Platz war gegen die Spanier auffällig – bekannte Stärken insbesondere von Müller und Hummels. "Wenn Thomas Müller in der Mannschaft ist, hat man Schwierigkeiten, die anderen zu hören", hatte zuletzt auch Bayern-Trainer Hansi Flick gesagt, der 2014 mit den Spielern und Löw Weltmeister geworden war.

Angesprochen auf die vielen Forderungen nach einer Rückkehr der Münchner Thomas Müller und Jérôme Boateng, lobte Flick die beiden Stars. "Jogi Löw und das Trainerteam haben eine Entscheidung getroffen, man sollte es respektieren. Alles andere werden auch sie intern analysieren und sie werden schauen, was für die Zukunft die richtigen Schritte sind", sagte der 55-Jährige. "Ich bin froh, dass ich Thomas und Jérôme bei uns im Kader habe. Es sind beides Qualitätsspieler." Löw hatte eine erneute Berufung des Trios zuletzt immer wieder ablehnt.