13. April 2020 / 14:46 Uhr

Offener Brief: Red Dragons-Kapitän Thomas Schoeps bedankt sich bei Teamkameraden

Offener Brief: Red Dragons-Kapitän Thomas Schoeps bedankt sich bei Teamkameraden

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Dragons-Kapitän Thomas Schoeps (h.) im Duell mit Mpacko von den MTB Baskets Hannover. 
Dragons-Kapitän Thomas Schoeps (h.) im Duell mit Mpacko von den MTB Baskets Hannover. © Oliver Schwandt
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Basketball-Regionalliga: Kapitän der Red Dragons KW schreibt offenen Brief an die Mannschaft.

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Wie auch in vielen anderen Sportarten wurde im März der Spielbetrieb der Basketball-Regionalliga aufgrund des Coronavirus vorzeitig beendet. Das Männerteam der Red Dragons Königs Wusterhausen stand drei Spieltage vor dem Ende der regulären Saison mit 20 Zählern auf dem siebten Tabellenrang. Jetzt bedankte sich Kapitän Thomas Schoeps mit einem offenen Brief an seine Mitspieler für die tolle Saison. Einige Auszüge des Briefs des Routiniers im Wortlaut:

„Das Coronavirus hat erhebliche Auswirkungen auf alle Lebensbereiche und gefährdet insbesondere die Gesundheit, das höchste Gut eines jeden Menschen. Gerade um eben dieses zu schützen war notwendige Folge die vorzeitige Beendigung der Saison. So komisch das Gefühl auch für uns war, eine Saison zu beenden, ohne auf alle Gegner zwei Mal zu treffen. So sind wir mit dieser Entscheidung einverstanden und wussten, aus welchem Grund das geschah. Man kann es nicht von der Hand weisen. Der Start kam anders, als wir es uns gedacht haben. Man könnte sogar soweit gehen und sagen: Wir haben uns nicht nur den Start, sondern die erste Hälfte der Saison anders vorgestellt.

In Bildern: 37 Stunden unterwegs mit den Red Dragons KW.

Dragons-Manager Andy Riebold posiert vor der Abfahrt vorm Berliner Funkturm. Zur Galerie
Dragons-Manager Andy Riebold posiert vor der Abfahrt vorm Berliner Funkturm. © Oliver Schwandt

Die Aufstellung des Teams war sehr stark. Wir hatten versierte Spieler, Jungs die Bock hatten, etwas zu reißen. Ich als Sportler will immer gewinnen. Mit diesem Team und diesem Ziel begann also auch der Druck zu wachsen. Nicht nur bei den Spielern, die sich untereinander duellierten, um Minuten auf dem Spielfeld zu gewinnen, sondern auch beim Rest des Teams, auch beim Trainerstab. Einige konnten gut damit umgehen, einige hingegen weniger gut. Das spiegelte sich im ganzen Team im Verhalten und in der Umgangsweise untereinander wider. Das gilt für Spieler und Trainer. Diese Wechselwirkung führte dazu, dass Teile des Teams nicht zu 100 Prozent das abrufen konnten, was sie gewöhnlich imstande waren zu leisten.

Thomas Schoeps (Red Dragons KW): "Gewinnen macht Spaß"

Vor diesem Hintergrund darf man nicht vergessen, dass es auch nicht schlecht lief für uns. Wir haben auch Spiele gewonnen. Wir haben auch sehr gute Leistungen abgeliefert. Das Doppelspielwochenende ist hier beispielsweise zu erwähnen. Wir wollten jedoch einfach mehr gewinnen. Wir wollten ganz nach oben. Daher macht man sich da auch so viele Gedanken und versucht eben, alles zu analysieren. Die Weihnachtspause tat sodann allen gut. Das Team konnte vieles reflektieren und sich auf den weiteren Verlauf der Saison mit allen ihren Gegebenheiten innerhalb und außerhalb des Teams einstellen. Wir waren motiviert. Motiviert zu gewinnen. Und das taten wir auch. Wir haben aufgeholt und es hat Spaß gemacht. Gewinnen macht Spaß! Daher war es umso ernüchternder, als uns die Nachricht erreichte, die Saison werde vorzeitig beendet. Wir hatten einen Lauf. Wir hatten Bock! Wir hatten noch drei Spiele. Drei Spiele, in denen wir, und da bin ich mir sicher, eine sehr gute Performance abgelegt hätten.

Ich möchte mich im Namen des ganzen Teams für die Saison und tatkräftige Unterstützung bei euch allen bedanken. Mit eurer Unterstützung hat das Basketballspielen mehr Spaß gemacht. Leider konnten wir uns im Team untereinander aufgrund der Coronakrise auch nicht verabschieden. Eine Abschlussfeier gab es natürlich auch nicht. Ich möchte mich daher auch auf diesem Wege für den Einsatz und die Leistung beim ganzen Team bedanken. Wir haben gemeinsam gekämpft. Auf unsere Platzierung und Leistung können wir stolz sein.“