23. Dezember 2020 / 13:29 Uhr

Thomas Tuchel bemängelt fehlende Wertschätzung bei PSG: "Macht einen sauer" - Zukunft in Paris offen

Thomas Tuchel bemängelt fehlende Wertschätzung bei PSG: "Macht einen sauer" - Zukunft in Paris offen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Trainer Thomas Tuchel ist bei Paris Saint-Germain nicht vollends zufrieden.
Trainer Thomas Tuchel ist bei Paris Saint-Germain nicht vollends zufrieden. © imago images/Sportimage
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Wie geht es mit Thomas Tuchel bei Paris Saint-Germain weiter? Der Trainer des französischen Scheichklubs steht immer wieder in der Kritik. Der ehemalige BVB-Coach beklagt sich nun über mangelnde Wertschätzung für seine Arbeit bei PSG - und spricht nur vage über seine Zukunft.

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Thomas Tuchel hat sich kritisch über den Umgang mit seiner Arbeit bei Paris Saint-Germain geäußert. "Es hat ein Spiel gefehlt zum Champions-League-Sieg. Und wir hatten nie so das Gefühl, dass wir die Leute jetzt auch mal überzeugt haben und sie unsere Leistung anerkennen. Es macht einen auch manchmal ein bisschen traurig oder sauer", sagte der Trainer des französischen Top-Klubs im Sport1-Interview.

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Die mangelnde Anerkennung, zum Beispiel für den Einzug ins Finale der Königsklasse, kann Tuchel nicht wirklich nachvollziehen - vor allem mit Blick auf den deutschen Branchen-Primus. In Paris sei "auf jeden Fall eine extreme Erwartungshaltung im Klub und im Umfeld", erklärte der 47-Jährige und fügte an: "Da hat man schon das Gefühl, dass die Wertschätzung dafür - gerade in der Liga - nicht so da ist, wie sie es zum Beispiel bei Bayern München ist. Das fehlt ein bisschen."

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Siege in der Ligue 1 oder die nationalen Titel wie Meisterschaft oder Pokalsieg hätten bei PSG keinen sehr hohen Stellenwert bei der Bewertung seiner Arbeit, monierte Tuchel. "Es heißt dann immer: 'Die haben ja Di María, Mbappé und Neymar. Natürlich gewinnen die in Bordeaux, das ist ja keine Leistung.' Und damit fehlt natürlich schon Bestätigung und auch Wertschätzung für Disziplin, nachhaltiges Spiel und Intensität", sagte er.

Von den aus seiner Sicht mangelnden Wertschätzung wolle sich der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund, der seit 2018 als Coach beim französischen Scheichklub im Amt ist, aber "nicht abhängig machen", betonte Tuchel und führte weiter aus: "Bleib bei dir und mach' dich auf keinen Fall abhängig von der Anerkennung der Anderen. Da musst du dann auch einfach wieder raus aus dem Selbstmitleid." Für PSG zählt nur der Champions-League-Sieg. Dafür reichte es bislang nicht, aber immerhin schaffte es Tuchel als erster Paris-Trainer mit seiner Endspiel-Teilnahme über das Viertelfinale der Königsklasse hinaus.


Tuchel: "Ich will doch nur Trainer sein"

Die 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern im Finale von Lissabon stoppte den Traum vom Henkelpott. In diesem Jahr setzte sich das Tuchel-Team in einer Gruppe mit RB Leipzig und Manchester United als Spitzenreiter vor den Sachsen durch. "Wir wissen zum Beispiel aktuell, wie schwer es war, die Gruppe (in der Champions League, d. Red.) zu gewinnen. Das muss man dann manchmal feiern im engsten Team, um nicht verbittert zu werden", erklärte der PSG-Coach.

Ihn stört es, dass es in einem Top-Klub wie Paris häufig nur um Nebenkriegsschauplätze geht. "An manchen Tagen denkt man sich, es könnte doch so einfach sein. Es war doch nur eine Auswechslung. Wieso ist das jetzt hier zwei Wochen das Thema?", gibt Tuchel zu bedenken: "Ich denke mir da schon: Ich will doch nur Trainer sein."

Tuchels Vertrag in der französischen Hauptstadt läuft noch bis zum Ende der laufenden Saison. Doch liegt seine Zukunft auch darüber hinaus bei der Star-Truppe um Neymar und Kylian Mbappé? Wirklich in die Karten schauen lässt sich Tuchel, der immer wieder im Zwist mit Sportdirektor Leonardo ist, derzeit nicht. "Ich glaube das, wofür ich Trainer geworden bin und wofür ich es immer noch bin, kann ich überall finden", gab der Ex-BVB-Coach vielsagend zu. "Aber wenn du die Champions-League-Hymne hörst, du Dinge im Training siehst, die dich einfach begeistern, weil das so viel Qualität ist, dann wird man natürlich auch ein Stück weit süchtig."