29. Dezember 2020 / 12:41 Uhr

Nach Tuchel-Aus bei PSG: Das waren die Paris-Trainer unter Klub-Boss Nasser Al-Khelaifi

Nach Tuchel-Aus bei PSG: Das waren die Paris-Trainer unter Klub-Boss Nasser Al-Khelaifi

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Unter PSG-Boss haben bereits Thomas Tuchel, Carlo Ancelotti und Unai Emery den Klub trainiert.
Unter PSG-Boss haben bereits Thomas Tuchel, Carlo Ancelotti und Unai Emery den Klub trainiert. © imago images/Le Pictorium/Getty/Montage
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Die Ära Thomas Tuchel bei Paris Saint-Germain ist Geschichte. Doch der Deutsche ist nicht der erste Top-Coach, bei dem der mächtige katarische Klub-Boss Nasser Al-Khelaifi den Daumen senkt. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick über die PSG-Trainer seit dem Einstieg der katarischen Investoren.

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Die Ära Thomas Tuchel bei Paris Saint-Germain ist Geschichte: Am Dienstag gab der Klub offiziell Entlassung des deutschen Trainers bekannt, der PSG im Juli 2018 übernommen hatte. Andauernde Differenzen mit Sportdirektor Leonardo und der in Tuchels rund 30-monatiger Amtszeit ausgebliebene Triumph in der Champions League dürften die Hauptgründe für das Aus des Coaches in Paris gewesen sein. Denn seit eine katarische Investorengruppe 2011 die Mehrheit am Klub erwarb, wünscht sich Vereinsboss Nasser Al-Khelaifi nichts sehnlicher als den Henkelpott. Ein Anspruch, dem vor Tuchel schon andere Top-Trainer nicht gerecht werden konnten. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick über alle PSG-Trainer seit dem Einstieg der katarischen Investoren.

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Antoine Kombouaré (1.7.2009 bis 29.12.2011)

Der in Neukaledonien geborene Franzose war der letzte Trainer vor dem Einstieg von Khelaifis Firma, der Qatar Sports Investments. 2010 führte er PSG zum Gewinn des französischen Pokals, in der Winterpause der Spielzeit 2011/2012 wurde er kurz nach Khelaifis Inthronisierung als Vorstandsboss in Paris entlassen – als Tabellenführer der Ligue 1. Zuletzt trainierte er von Oktober 2019 bis Januar 2020 den FC Toulouse.

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Carlo Ancelotti (1.1.2012 bis 30.6.2013)

Mit der Verpflichtung des italienischen Startrainers als Nachfolger Kombouarés machten die neuen PSG-Verantwortlichen erstmals klar, in welchen Dimensionen sie künftig denken. Ancelotti kam hochdekoriert nach Paris, war mit dem AC Mailand italienischer Meister und zweimal Champions-League-Sieger (2003, 2007) geworden, gewann zudem in England mit dem FC Chelsea die Premier League (2010). Auch in Frankreich holte er 2013 den nationalen Titel, nachdem die Mannschaft unter anderem mit Schwedens Sturm-Legende Zlatan Ibrahimovic verstärkt worden war. Den großen Wurf in der Königsklasse brachte aber auch Ancelotti, der 2017 als Coach des FC Bayern auch in Deutschland Meister wurde, nicht zustande. 2013 scheiterten der Italiener und PSG im Viertelfinale aufgrund der Auswärtstorregel am FC Barcelona (2:2, 1:1). Nach Saisonende wechselte Ancelotti zu Real Madrid. Mit den Spaniern holte er 2014 den Henkelpott. Inzwischen steht er beim FC Everton an der Seitenlinie.

Laurent Blanc (25.6.2013 bis 22.6.2016)

Weltmeister 1998, Europameister 2000, Meister in Frankreich (1996 mit AJ Auxerre) und in England (2003 mit Manchester United) - die Vita des Spielers Blanc, der wegen seiner Fähigkeiten als Abwehrchef der französischen Nationalmannschaft respektvoll Le Président genannt wurde, sind unbestritten. Und auch als Trainer in Paris sammelte der inzwischen 55-Jährige Erfolge, wurde mit PSG in seiner dreijährigen Amtszeit stets Meister, 2015 und 2016 auch Pokalsieger. Trotzdem war im Sommer 2016 ein Jahr vor Vertragsende Schluss. Warum? Naheliegende Vermutung: In der Champions League war der Serienmeister der Ligue 1 abermals nicht über das Viertelfinale hinaus gekommen. 2014 war gegen Chelsea Endstation (3:1, 0:2), 2015 gegen Barcelona (1:3, 0:2) und 2016 gegen Manchester City (2:2, 0:1). In diesem Monat übernahm Blanc den katarischen Klub Al-Rayyan SC.

Unai Emery (1.7.2016 bis 30.6.2018)

Als Nachfolger von Blanc verpflichteten Khelaifi und Co. nach Ancelotti erneut einen ausländischen Trainer mit internationalen Meriten. Denn der Spanier Emery hatte zuvor mit dem FC Sevilla dreimal in Folge die Europa League gewonnen (2014 bis 2016). PSG stattete Emery mit einem Zweijahresvertrag und ließ ihn 2017 im Amt, obwohl er in der Ligue 1 in seinem ersten Jahr nur Zweiter hinter der AS Monaco wurde. Die Titel in den drei Pokalwettbewerben (französischer Pokal, Supercup und Ligapokal) waren da eher ein Trostpflaster. Erst 2018 wurde Emery auch Meister - und erneut Pokalsieger und Ligapokalsieger. Doch auf europäischer Bühne kam das Team unter dem Iberer nicht über das Achtelfinale hinaus. 2017 kam Barcelona nach einem 6:1 im Rückspiel trotz eines 4:0-Sieges der Pariser im ersten Duell noch weiter. Ein Jahr später zeigte der spätere Champions-League-Gewinner Real Madrid den Franzosen die Grenzen auf (1:3, 1:2). Nach seiner Zeit in Paris ging es für Emery beim FC Arsenal weiter. Heute trainiert er den FC Villarreal.

Thomas Tuchel (1.7.2018 bis 29.12.2020)

Ein Jahr nach seinem Aus bei Borussia Dortmund - trotz DFB-Pokalsieg 2017 - stieg Tuchel zur Saison 2018/2019 bei PSG ein. National sammelte der Deutsche die Titel in ähnlicher Manier ein wie seine Vorgänger: 2019 und 2020 (letzteres trotz Coronavirus-bedingtem Saisonabbruch) gewann Tuchel mit der Mannschaft die Ligue 1. Für ihn persönlich waren es die ersten Meistertitel als Trainer einer Profimannschaft.

In seinem zweiten Amtsjahr gewann er auch den Pokal und den Ligapokal, zudem zweimal den Supercup. In der Champions League war der frühere Mainzer Bundesliga-Coach (2009 bis 2014) so erfolgreich wie kein anderer PSG-Trainer: Er führte das Star-Ensemble um Neymar und Weltmeister Kylian Mbappé im Finalturnier von Lissabon erstmals ins Finale, das gegen den FC Bayern aber mit 0:1 verloren ging. Am Dienstag wurde er offiziell entlassen.