19. Februar 2020 / 14:52 Uhr

"Mit dem Rücken zur Wand": PSG-Trainer Thomas Tuchel kämpft nach Pleite beim BVB um seinen Job

"Mit dem Rücken zur Wand": PSG-Trainer Thomas Tuchel kämpft nach Pleite beim BVB um seinen Job

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Thomas Tuchel dürfte bei einem Champions-League-Aus gegen den BVB im Achtelfinale nicht zu halten sein.
Thomas Tuchel dürfte bei einem Champions-League-Aus gegen den BVB im Achtelfinale nicht zu halten sein. © imago images/RHR-Foto
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Nach der Niederlage bei Borussia Dortmund droht Thomas Tuchel bei Paris Saint-Germain ein ungemütliches Frühjahr. Geht auch das Rückspiel gegen den BVB verloren, dürfte eine Entlassung ernsthaft zur Debatte stehen.

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Nach der Niederlage gegen den BVB wird es für Thomas Tuchel eng bei Paris Saint-Germain. Der deutsche Cheftrainer muss sich nicht nur Kritik von Superstar Neymar gefallen lassen. Auch medial ist das Echo auf die 1:2-Pleite des französischen Starensembles in Dortmund verheerend. Die Rückkehr an die alte Wirkungstätte wurde für den früheren BVB-Coach zum Fiasko. Gelingt ihm im Rückspiel am 11. März nicht der Tournaround, dürfte die Ära Tuchel bei PSG schon bald Geschichte sein.

Nach Schlusspfiff reagierte Tuchel ensprechend gereizt auf Reporterfragen nach seiner überraschenden Defensivtaktik. "Derjenige, der Entscheidungen vorher treffen muss, heißt Trainer. Die, die danach darüber urteilen, heißen Experten oder Journalisten“, antwortete Tuchel. "Nachher ist es leicht, zu sagen, es sei ein Fehler gewesen. Ich muss vorher entscheiden. Und ich hatte gute Gründe." So oder so: Für Tuchel gilt die Schlagzeile der L'Equipe vom Mittwoch als Motto: „Mit dem Rücken zur Wand.“

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Watzke: Für PSG würde "eine Welt zusammenbrechen"

Emotional schwierig und sportlich missglückt, so musste letztlich Tuchels Fazit des Achtelfinal-Hinspiels lauten. Vertrautheit war jedenfalls wenig zu spüren bei seiner Rückkehr nach Dortmund. Schon der Empfang war maximal gleichgültig ausgefallen, als Stadionsprecher Norbert Dickel nach Verlesung der Pariser Aufstellung einfach anhing: "Trainer ist Thomas Tuchel." Kein Willkommensgruß, keine netten Worte, nichts. Im Stadion nur ein Jux-Plakat mit der Aufschrift: "Thomas, ich möchte dein Kaugummi haben." Ansonsten gab es auch von den Fans weder Applaus noch Pfiffe. So, als sei Thomas Tuchel nie in Dortmund gewesen.

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Seine beiden erfolgreichen Jahre waren im Unfrieden geendet und ausbleibende Schmähungen waren das Maximale, was die BVB-Fans ihrem Ex-Coach anbieten wollten. Sein alter BVB-Widersacher, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, feixte nach dem Dortmunder Sieg schließlich, für PSG werde "eine Welt zusammenbrechen, wenn sie wieder ausscheiden". Es wirkte nicht, als würde ihm Tuchel dann irgendwie leid tun.

Watzke hatte Tuchel direkt nach Dortmunds bis heute letztem Titel im DFB-Pokal beurlaubt. Und nach dieser Niederlage vom Dienstag droht dem 46-Jährigen spätestens am Saisonende in Paris dasselbe Schicksal. Die Vereins-Besitzer aus Katar erwarten mindestens den Einzug ins Halbfinale, ein Aus im Achtelfinale wie in Tuchels erstem Jahr wäre wohl nicht akzeptabel. In Dortmund war Tuchels arg defensive Grundordnung deshalb überraschend - es sah von Beginn an so aus, als wäre PSG mit einem Unentschieden zufrieden gewesen.

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Neymar greift Tuchel-Stab und PSG-Ärzte an

Neymar, der eine ausgesucht lethargische Leistung bot und die warmen Worte Tuchels vom Vortag nicht im Ansatz rechtfertigte, ging nach dem Spiel auf den Trainerstab los. Laut dem Offensivmann habe seine Leistung in der Partie gegen den BVB unter seiner Zwangspause gelitten, die er von den Verantwortlichen um Trainer Thomas Tuchel auferlegt bekommen hat. "Es ist schwer, wenn man vier Spiele nicht gespielt hat. Leider war das nicht meine Entscheidung, sondern die vom Verein und den Ärzten. Sie haben diese Entscheidung getroffen, die mir nicht gefallen hat", sagte er gegenüber RMC. Beim 4:4 gegen den Tabellenvorletzten Amiens hatte Tuchel den Brasilianer am Wochenende noch geschont. Er hatte zuvor mit einer Rippenverletzung zu kämpfen.

Für Tuchel wird ausgerechnet das Duell mit seinem Ex-Klub am 11. März im Prinzenpark zum Schicksalsspiel. Scheidet er aus, dann ereilt ihn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das gleiche Schicksal wie seinen Vorgängern Laurent Blanc und Unai Emery - nämlich die Entlassung.

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