29. Dezember 2020 / 13:16 Uhr

Als Spieler, Schiri und Funktionär: Das treibt Thorsten Balsam an

Als Spieler, Schiri und Funktionär: Das treibt Thorsten Balsam an

Jan-Philipp Wottge
Kieler Nachrichten
Seit knapp 50 Jahren engagiert sich Thorsten Balsam für den Amateurfußball in Kiel.
Seit knapp 50 Jahren engagiert sich Thorsten Balsam für den Amateurfußball in Kiel. © Uwe Paesler
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Thorsten Balsam ist ein echtes Urgestein des Kieler Amateurfußballs. Mittlerweile setzt er sich als Vorstand des Schiedsrichterausschusses dafür ein, Nachwuchs zu gewinnen.

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Dieser Artikel ist Teil des Aktionsbündnis #GABFAF. Mehr Informationen auf gabfaf.de.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist Thorsten Balsam stets auf Ballhöhe: Er begann als Spieler, wurde Trainer, schließlich Schiedsrichter und seit 2010 fungiert er auf administrativer Ebene im Kreisfußballverband Kiel. Am 28. Dezember feierte der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses seinen 55. Geburtstag, doch Schluss soll noch lange nicht sein.

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„Der Wille, immer etwas zu verbessern, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, treibt mich an“, erklärt Balsam seine Motivation, dem Fußball in verschiedenen Tätigkeitsfeldern über Jahre zur Verfügung zu stehen. Der Boss der Kieler Schiris ist nicht nur meinungs-, sondern auch standfest. Ende November unterzog er sich einer Knieoperation. Eine Arthrose plagte ihn. Im Ostseebad Damp wurde ein künstliches Knie (Knie-TEP) eingesetzt.

Das Amateurfußball-Bündnis #GABFAF berichtet regelmäßig über Probleme bei Amateurvereinen. Hier eine Auswahl an Klubs, die davon profitiert haben:

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Neue Herausforderungen in der Corona-Pandemie

Der geeignete Zeitpunkt um das ehrenamtliches Engagement im Fußball zurückzuschrauben? Nein. Bereits fünf Wochen nach der OP ist Balsam wieder gut zu Fuß. „Die Corona-Pandemie stellt uns vor genügend ungelöste Aufgaben. Wir müssen unseren Schiedsrichter-Nachwuchs bei der Stange halten. In Kiel sind wir personell gut aufgestellt. Allerdings dürfen wir uns auf dem Ist-Zustand nicht ausruhen“, sieht Balsam, der im kaufmännischen Bereich beim Studentenwerk Kiel arbeitet, die Herausforderungen des kommenden Jahres.



Der stetige Verjüngungsprozess unter den Kieler Referees durch den Aufbau von Perspektivkadern soll nicht ins Stocken geraten: „Die Schiedsrichterwesen muss für junge Leute interessant bleiben. Der eine oder andere staunt, wie gut man sein Taschengeld schon als Schiedsrichterassistent aufbessern kann“, sagt der Herr über aktuell 230 Schiedsrichter.

Anfänge bei Holstein Kiel

Balsam ist ein Mann des Fußballs. Das runde Leder wurde ihm bereits in die Wiege gelegt. Vater Rudi gehörte als gefürchteter Rechtsverteidiger in den 60er und 70er Jahren der Erfolgself von Holstein Kiel an. Mutter Karin hütete zeitgleich das Handballtor der Kieler. Ihr Sohn wuchs auf dem Sportplatz auf und vereinte letztlich die Talente seiner Eltern in der Position des Fußballtorhüters. Fast zwangsläufig landete er im Alter von vier Jahren bei den Kieler Störchen, denen er bis in den Seniorenbereich ebenso treu blieb wie auch sein fünf Jahre jüngerer Bruder Martin. „Der Ball gehörte irgendwie immer zur Familie“, schmunzelt Balsam rückblickend auf die Anfänge seines Fußball-Lebens.

Als kickendem Senior gelang ihm Bemerkenswertes: 1994/1995 feierte Balsam als Torwart mit Holstein Kiel II die Oberliga-Meisterschaft. „Wir hatten im Team, das sich bereits zu großen Teilen aus der Jugend kannte, einen unglaublichen Zusammenhalt. So etwas habe ich später nie wieder erlebt“, erinnert sich Balsam an die Blütezeit der Spielerkarriere.

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Rückkehr als Schiedsrichter

Jahre später kehrte er als Schiedsrichter in die Oberliga zurück: „Erst auf dem Niveau zu spielen und dann zu pfeifen, haben nicht viele Fußballer geschafft“, berichtet er nicht ohne Stolz. Dabei setzte Balsam nach Beendigung der aktiven Karriere als Lizenzinhaber zunächst auf die Trainerkarte, arbeitete mit dem Holstein-Nachwuchs, ehe es ihn 2000 zum Bezirksligisten TSV Schilksee verschlug, wo er jedoch seiner Meinung nach trotz erfolgreicher Arbeit aus einer Laune des Sportlichen Leiters entlassen wurde. „Ich hatte die Schnauze voll. Ohne Fußball ging es jedoch nicht. Deswegen habe ich meinen Schiedsrichterschein aufgefrischt. Urplötzlich leckte ich Blut. Ich wollte nochmal ans Maximum“, beschreibt Balsam den rasanten Aufstieg zum Oberliga-Schiedsrichter.

Die Altersgrenze stoppte ihn 2013 in der Oberliga. Doch Balsam bleib den „Pfeifenmännern“ treu und übernahm den Vorsitz im Schiedsrichter-Ausschuss: „Als Ex-Spieler weiß man, wann man auf dem Platz besser mal weghört. Die Erfahrung hat mir sehr geholfen. Ich wollte sie weitergeben. Fußball ist eben Emotion“, so Balsam, der 2019 den DFB-Ehrenamtspreis für Verdienste im Schleswig-Holsteinischen Fußball entgegennahm.

König Fußball regiert sein Leben.

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