29. Juli 2020 / 08:25 Uhr

Paukenschlag in Thüringen: Annullierung der Saison 2019/20 gekippt

Paukenschlag in Thüringen: Annullierung der Saison 2019/20 gekippt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Symbolbild
Hickhack in Thüringen: Nachdem die Saison 19/20 vom TFV anulliert wurde, erklärte das Sportgericht diese Entscheidung für ungültig. © André Kempner
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Rolle rückwärts in Thüringen! Das Sportgericht des TFV erklärt die Anullierung der Saison 2019/20 für "nichtig". Damit hat die Klage von 21 Vereinen Erfolg und der Verbandstag muss eine andere Lösung zur Wertung der Spielzeit finden.

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Erfurt. Am Dienstagabend befasste sich das Sportgericht des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) in der Geschäftsstelle mit der Beschwerde des FC Gebesee 1921 gegen den "Beschluss Nr. 4 des Außerordentlichen Verbandstages (AOVT) vom 18.07.2020", also der Annullierung der Saison 2019/2020. Nach mehr als 75 Minuten mündlicher Verhandlung kam das Sportgericht dann zu folgender Entscheidung:

  • Es wird festgestellt, dass der Beschluss Nr. 4 des AOVT vom 18.07.2020 nichtig ist und gegenüber dem FC Gebesee keine Wirkung entfaltet.
  • Es wird festgestellt, dass der Beschluss Nr. 4 des AOVT vom 18.07.2020 aufgrund seiner Nichtigkeit auch in Bezug auf alle ansonsten von diesem Beschluss Betroffenen keine Wirkung entfaltet, unabhängig davon, ob von diesen Rechtsmittel eingelegt wurden oder nicht.
  • Der TFV wird beauflagt eine andere, die Rechtsauffassung des Sportgerichts berücksichtigende Regelung zur Wertung der Saison 2019/2020 für den Punktspielbetrieb des Erwachsenenbereiches zu treffen.
  • Die Kosten trägt der TFV. Die eingezahlten Rechtsmittelgebühren sind dem FC Gebesee 1921 zu erstatten.

In einer kurzen Begründung nannte das Sportgericht die Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes als entscheidend für das Urteil.

Fahner Höhe darf aufsteigen, die anderen nicht

Neben dem FC Gebesee hatten 21 weitere Vereine Beschwerde eingelegt, darunter auch der SV Schmölln und der SV Einheit Altenburg. Alle Vereine waren zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs Tabellenführer in ihren jeweiligen Spielklassen und waren davon ausgegangen, dass wie in allen anderen Landesverbänden, welche sich für einen Saisonabbruch entschieden hatten, die Quotienten-Regelung zur Anwendung kommt und man in die nächst höhere Spielklasse aufsteigt.

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Weiterer gleich lautender Tenor der Begründungen fast aller Beschwerden war zudem, dass ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz vorlege, da der TFV mit dem Aufstieg des FC An der Fahner Höhe in die Oberliga eine Ausnahme zugelassen habe. Zudem sei es im Nachwuchsbereich den Erstplatzierten nach dem Saisonabbruch durch die Anwendung der Quotienten-Regelung möglich, das Aufstiegsrecht wahrzunehmen.

Unverständnis über zweierlei Maß

Da eine Verhandlung mit allen Vereinen aufgrund der aktuellen Hygienevorschriften wegen der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden konnte, fand diese mit dem FC Gebesee 1921, dem ersten Verein, welcher Beschwerde eingelegt hatte, statt.

In der Verhandlung wurde durch den Kläger ausdrücklich betont, dass es ihm nicht um die Aufstiegsmöglichkeit des FC An der Fahner Höhe gehe, sondern dass man speziell die unterschiedliche Bewertung zwischen dem Nachwuchs - und dem Männerbereich nicht nachvollziehen könne. Die ausführliche Begründung des Urteils werde allen Beteiligten zugestellt. Hartmut Gerlach