05. Mai 2020 / 13:53 Uhr

Thüringer Fußball-Verband will Saison fortsetzen - Vereine gefragt

Thüringer Fußball-Verband will Saison fortsetzen - Vereine gefragt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sport Männer Fußball Kreisoberliga
FSV Gößnitz – FC Altenburg
Martin Daute Gößnitz - Tobias Kämpfe ABG r. 
Foto: Mario Jahn
Geht es nach dem Willen des Verbandes setzen Martin Daute (FSV Gößnitz l.) und Tobias Kämpfe (FC Altenburg r.) die unterbrochene Saison ab September fort. © Mario Jahn
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Die Spielzeit 2019/2020 könnte in Thüringen ab September zu Ende gebracht werden. Bis Montagabend stimmten die Vereinsvertreter über den Vorschlag ab. Bei fehlender Mehrheit führt der Verband einen außerordentlichen Verbandstag durch.

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Altenburg. Exakt eine Stunde und vier Minuten dauerte das Webinar, zu dem das Präsidium des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) seine aktiven Vereine eingeladen hatte. 456 Teilnehmer waren der Offerte gefolgt. Das einzige Thema der Online-Veranstaltung war die Frage, wie es mit dem wegen der Corona-Krise seit sechs Wochen ausgesetzten Spielbetrieb in Thüringen weitergeht.

TFV-Präsident Wolfhardt Tomaschewski begrüßte die zugeschalteten Vereine und räumte ein, dass es für den Spielbetrieb leider nicht die vom TFV gewünschte einheitliche Lösung für ganz Deutschland geben werde. Das bedeutet, dass es gelte, eine eigenständige Lösung für Thüringen von der Thüringenliga bis zur Kreisklasse bei den Männern, Frauen und im Nachwuchs zu treffen. Tomaschewski betonte, dass alle noch nie so eine Ausnahmesituation, die die gesamte Gesellschaft betreffe, erlebt hätten.

„Interessen der Vereine sehr unterschiedlich“

„Die Entscheidungen im Fußball sind auch um so schwerer, da es keine Erfahrungen gibt und die Interessen der Vereine sehr unterschiedlich sind. Doch das ist völlig legitim. Wir bitten alle Vereine für die Herbeiführung einer einheitlichen Lösung im TFV um Unterstützung.“ Es gebe schon zahlreiche gefestigte Meinungen und die werde es wahrscheinlich auch nach der Veranstaltung geben, sagte Tomaschewski. Denn in der Entscheidung würden nicht alle Interessen berücksichtigt werden können.

Als Fachgremium hat sich der Spielausschuss sehr intensiv mit den Szenarien für den Spielbetrieb auseinandergesetzt. Dazu und zum Vorschlag des Vorstandes des Verbandes zum Spieljahr 2019/20 sprach dann Sven Wenzel, der Ausschussvorsitzende.

Gab im Spielausschuss keinen Stillstand

Er erklärte zu Beginn seiner umfangreichen Ausführungen, die als Präsentation auch von den Teilnehmern mitgelesen werden konnte, dass es im Verband und im Spielausschuss keinen Stillstand gegeben habe, sondern immer wieder die Frage gestellt wurde, wie es im Spielbetrieb weitergeht. Man habe keine schnelle Lösung angeboten, sondern die Entwicklung aufmerksam beobachtet. Dem habe auch ein erstes Meinungsbild im März bei einer Umfrage der Vereine auf Landesebene gegolten.

Darin wurden folgenden Fragen gestellt:

• Was wollen wir alle?

• Welche möglichen Szenarien gibt es?

• Was müssen wir berücksichtigen?

• Wo stehen wir aktuell?

• Zwei Szenarien für den Spielbetrieb: Abbruch/Annullierung oder Fortsetzung?

Saison möglichst ab 1. September fortführen

Dann ging der Spielobmann auf den Vorschlag ein, den der Vorstand des Verbandes den Vereinen macht. Er sieht vor, die Saison 2019/20 möglichst ab 1. September fortzuführen. Hier das Pro und Contra der Empfehlung:

Dafür spricht:

• lange Planungssicherheit

• sportliche Entscheidung

• flexible Lösung bei eventuell zweiter Corona-Welle

• Spielraum im Rahmenterminkalender

• Sponsoren erhalten Gegenleistung

• keine halbe Runde in 2020/21

• Notwendigkeit nach Kompromissen zu suchen entfällt

Gegenargumente:

• Saisonfinale wohl erst im Winter oder gar Frühjahr

• viele Vereinswechsel im

Sommer

• Was passiert mit dem Pokal?

• Was machen wir danach (April - Juni)?

• Anpassung einiger Ordnungen nötig (bereits teilweise erfolgt).

Wenzel betonte: „Es gibt keinen Königsweg, aber dies ist wohl die beste von vielen Lösungen.“

Im Folgenden ging der Experte für den Spielbetrieb im Vorstand auf den Rahmenterminplan 2019/20 ein und erläuterte auch Optionen für den Rahmenterminplan 2020/21. Auch die Frage des Landes- und Kreispokals sowie Vereinswechsel, der Nachwuchs, Frauenfußball, die Hallensaison spielten eine Rolle.

Abstimmung der Vereine

Am Ende Beitrags warb Sven Wenzel noch einmal für den Vorschlag des Verbandes: „Es bietet die größte Chance, das Spieljahr 2019/20 sportlich ordentlich abzuschließen und auch die Probleme für die neue Saison zu minimieren.“

Bis Montagabend konnten die Vereine über den Vorschlag abstimmen. Die Mehrheit der Vereine hat sich in einer Umfrage des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) für eine Fortsetzung der Saison in den Amateurligen im September ausgesprochen. Wie der TFV am Dienstag mitteilte, folgten bei 585 gültigen Stimmen 340 Clubs dem Vorschlag der Verbandsspitze für einen Neustart des wegen der Corona-Krise unterbrochenen Spielbetriebs. 245 Vereine votierten dagegen.

Bei Zustimmung der Behörden soll demnach die Saison bis zum 31. August ausgesetzt werden und dann der Ball wieder rollen, sofern die zuständigen Behörden dies erlauben. Das Votum der Vereine sollte bei einer Video- und Telefonkonferenz am Abend in die Entscheidung des Verbandsvorstandes einfließen. Dort wollten die Funktionäre auch über die gesonderten Regelungen für den Nachwuchs beraten.