20. Februar 2022 / 17:52 Uhr

"Es war enttäuschend": Der THW Kiel fegt die Recken weg wie ein Orkan

"Es war enttäuschend": Der THW Kiel fegt die Recken weg wie ein Orkan

Simon Lange und Monja Nagel
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Fabian Böhm (2.v.l.) und seine Recken ließen den THW Kiel schon in der Anfangsphase uneinholbar davon ziehen.
Fabian Böhm (2.v.l.) und seine Recken ließen den THW Kiel schon in der Anfangsphase uneinholbar davon ziehen. © Florian Petrow
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Es fing schon löchrig an. Der Sturm der letzten Tage hatte für ein Leck im Dach der ZAG-Arena gesorgt. Vor dem Spiel tröpfelte es stetig auf die blaue Spielplatte. Eine provisorisch angebrachte Schutzplane unterm Dach stoppte die Feuchtigkeit aber noch vorm Anpfiff. Dafür machte der THW Kiel die TSV Hannover-Burgdorf ziemlich nass. Die Recken verloren mit 26:29 (10:18).

Ausschlaggebend war die schwache erste Halbzeit. „Wir wollten den THW schon deutlich mehr abverlangen, ihn aus der Balance bringen. Es war enttäuschend, was wir in den ersten 30 Minuten bringen. Zu viel Passivität“, sagte Trainer Christian Prokop.

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Der Meister fegte wie ein Orkan durch die Halle. Bei den Recken herrschte hingegen Flaute. Superstar Sander Sagosen „durfte sich gleich zweimal locker austoben“, kritisierte Prokop. Patrick Wiencek „bekommen wir nicht in den Griff. Und vorne lassen wir den Ball nicht gut genug laufen.“ Schon nach neun Minuten hieß es 1:8, die TSV hatte bis dahin nur mit einem Siebenmeter durch Johan Hansen treffen können. Prokop musste bereits seine zweite Auszeit nehmen. Die erste war nach sechseinhalb Minuten beim Stand von 1:5 fällig gewesen. Mehr Aggressivität forderte er von seinem Team. Das Gegenteil passierte: Innerhalb von einer Minute kassierte Hannover drei weitere Treffer. „Was ist das?!“, blaffte der Trainer seine Spieler an, als er sie erneut einnorden musste.

Bilder vom Handball-Bundesligaspiel zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und dem THW Kiel.

Szene aus der Handball-Bundesligapartie zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und dem THW Kiel. Zur Galerie
Szene aus der Handball-Bundesligapartie zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und dem THW Kiel. ©

Prokops Umstellungen zeigen kurzzeitig Wirkung

Erst nach elf Minuten gelang Justus Fischer mit dem 3:8 das erste Tor aus dem Feld. Prokop hatte neben dem Torschützen auch Nejc Cehte, Jonathan Edvardsson als Spielmacher und Domenico Ebner im Tor gebracht. Immerhin: Die Spielerrotation und die Umstellung in der Abwehr konnten Kiel kurzzeitig etwas Wind aus den Segeln nehmen. Beim 8:12 durch Fischer waren es plötzlich nur noch vier Tore Rückstand. Ging doch noch etwas für die Recken? Sie hatten sich ja vorgenommen, so lange wie möglich das Spiel offen zu gestalten und im besten Fall sogar den Rekordmeister so ärgern zu können wie beim knapp verlorenen Pokalkrimi im Dezember. Eine Zweiminuten-Strafe für Cehte, eine weitere – in dem Fall unberechtigte – für Edvardsson, ein Wechselfehler von Fischer (auch hierfür gab es zwei Minuten) und drei Kiel-Treffer am Stück zum 8:15 sorgten wieder für den Siebentore-Rückstand. Durcheinandergewirbelt torkelten die Recken mit einem 10:18 in die Kabine.

„Wir wollten den THW schon deutlich mehr abverlangen, ihn aus der Balance bringen. Es war enttäuschend, was wir in den ersten 30 Minuten bringen. Zu viel Passivität“, kritisierte Prokop.

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Recken fehlte Killerinstinkt

Das Motto für die zweite Hälfte: Schadensbegrenzung, wie zuvor am Hallendach. Ebner hielt jetzt richtig gut, die Abwehr offenbarte viel weniger Lücken. Mit einem 4:1-Lauf verkürzte Hannover auf 14:19. Die Recken waren zurück im Spiel. Es hätte noch viel enger sein können, aber die TSV vergab besonders bei Gegenstößen die klarsten Möglichkeiten. „Mit mehr Killerinstinkt hätten wir auf ein oder zwei Tore rankommen können“, haderte Prokop.

Beim 17:21 waren es immerhin nur noch vier Tore – und noch mehr als 15 Minuten auf der Uhr. Aus einem lauen Recken-Lüftchen war ein heftiger Gegenwind für Kiel geworden. Vier Minuten vor dem Ende erzielte Hannes Feise das 24:27. Da kam sogar noch einmal so etwas wie Spannung auf. Wenn auch Kiel am Ende die Führung souverän über die Zeit brachte.

Derweil wurde das ursprünglich für den 6. März angesetzte Heimspiel gegen Lemgo auf den 3. März (Donnerstag) vorverlegt.

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