08. Januar 2021 / 13:41 Uhr

Tief im Torloch: So will Wolfsburgs Topscorer Toto Rech da wieder raus

Tief im Torloch: So will Wolfsburgs Topscorer Toto Rech da wieder raus

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburg, SPORT, Eishockey, Grizzlys Wolfsburg - Nürnberg IceTigers, 06032020
Kämpft: Toto Rech, vergangene Saison Wolfsburgs Top-Torjäger und Topskorer, trifft einfach nicht mehr. © Gero Gerewitz
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Für die Grizzlys Wolfsburg läuft es im Eishockey-Oberhaus nicht, etliche Spieler sind nicht in Form - und einer ist in einem tiefen Loch: Toto Rech, eigentlich Torjäger, nun Jäger seines Torinstinkts.

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Natürlich liegt die Krise der Grizzlys, die nach einem Viertel der Nord-Hauptrunde mit acht Punkten aus sechs Spielen ein ganzes Stück hinter dem angepeilten vierten Platz zurückliegen, nicht an Toto Rech. Zumal die defensiv schwachen Wolfsburger zuletzt sogar durchaus ihre Tore gemacht haben. Dennoch würden Treffer von Rech helfen. Doch es will einfach nicht funken. Der Topscorer der Vorsaison bei den Grizzlys (44 Punkte) hat nur magere drei Scorerpunkte aus sechs Partien auf dem Konto. Und noch gar kein Tor.

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Dabei hatte doch alles so gut angefangen: Die Grizzlys waren mit einem 7:0 gegen die Düsseldorfer EG im Magentasport-Cup in den regelmäßigen Spielbetrieb dieser Saison gestartet. Das erste Tor schoss - Toto Rech. Dabei blieb es für ihn. Er traf nicht mehr und die Grizzlys verloren die fünf Folgepartien. Für die Wolfsburger lief es in der DEL dann etwas besser, für den 28-Jährigen aber in Sachen Treffer nicht.

Drei Punkte, kein Tor - wenig für einen ausgemachten Torjäger, der vergangene Saison 20 Treffer für Wolfsburg (Bestwert im Team) erzielte und vor seinem Wechsel an die Aller 19 Treffer für Schwenningen markiert hatte. Der französische Nationalspieler schiebt die Torquote beiseite, sagt: "Es passiert, dass man nicht trifft. Es sind erst sechs Spiele. Solche Phasen kenne ich." Er habe sie in Schwenningen erlebt, auch früher schon in Frankreich.

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Auch andere Grizzys hatten schon Tiefs

Ex-Grizzly Brent Aubin machte so eine Phase in Wolfsburg durch, Grizzlys-Kapitän Sebastian Furchner, der jahrelang stets auf über 15 Saisontore pro Spielzeit kam, erinnert sich auch an eine solche Krise. Aus der half ihm dann mal ein Penaltyschießen in seiner Zeit bei den Kölner Haien: "Ich hatte lange nicht getroffen, der Trainer schickte mich zum Schießen raus, ich war überrascht, wusste, dass auch viele Fans so ihre Zweifel hatten. Ich habe in dem Moment eigentlich gar keinen Druck mehr gehabt." Er traf. Und die Torflaute war anschließend durch.

Rech durfte jüngst gegen Köln im Penaltyschießen ran, hatte auch da kein Glück. Doch er bleibt gelassen. Im Training arbeitet er hart. Positiv: Obwohl er wenig gescort hat, ist seine Plus-Minus-Bilanz (0) eine der besseren im Team. Heißt: er macht auf dem Eis vieles richtig. Außer einer Sache. Rech, der sich mit Frau Amandine Ende Februar auf das zweite Kind freut: "Wie gesagt, ich denke nicht so viel über Tore nach. Ich muss besser spielen, an meinem Spiel arbeiten, öfter in gefährliche Situationen kommen, besser in Zweikämpfen sein." Was ihn freut: "Die Teamkollegen helfen mir." Und so bleibt er zuversichtlich: "Die Tore werde kommen." In der Regel kommen sie dann im vielzitierten Ketchup-Flaschen-Effekt: erst partout nichts und dann viel auf einmal. Und anders als bei Ketchup kann es mit Toren nie zu viel sein.