13. August 2017 / 17:57 Uhr

Dirk Tietenberg zum Erstrunden-Erfolg von Hannover 96 beim Bonner SC

Dirk Tietenberg zum Erstrunden-Erfolg von Hannover 96 beim Bonner SC

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jubel nach dem 1:2 durch Martin Harnik.
Jubel nach dem 1:2 durch Martin Harnik. © Maike Lobback
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Sportbuzzer-Reporter Dirk Tietenberg schreibt einen Kommentar über den deutlichen Sieg des Bundesligisten beim Regionalligisten.

Erste DFB-Pokalrunde, erste Erkenntnis: 96 bleibt im Wettbewerb nach dem 6:2 mit drei Treffern in der Nachspielzeit, ist aber noch nicht richtig drin in der Saison. Am wenigsten akustisch. Von den 1200 Gästefans war nichts zu hören gestern: Verhaltener Torjubel, gar keine Gesänge, kein Zuspruch, nur Liebensentzug für den Club und Stimmungsboykott gegenüber der Mannschaft. Im Stadion herrschte gemütliche Handball-Atmosphäre mit Klatschpappen und „BSC“-Anfeuerungen der Bonner Fans.

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Das sind die Bilder vom Gastspiel von Hannover 96 bei Viertligist Bonner SC in der ersten Runde des DFB-Pokals.

Felix Klaus von Bonn und Daniel Soumuah im Luftduell. Zur Galerie
Felix Klaus von Bonn und Daniel Soumuah im Luftduell. ©

Der hannoversche Boykott der Ultra-Gruppen und weiterer Fans, die sich der Anti-Kind-Stimmung anschließen, wirkt bei einem Viertligisten noch nicht wie ein lähmendes Gift auf die 96-Mannschaft. Aber für die Bundesliga lässt sich jetzt schon vermuten: Wer nicht angefeuert wird, der brennt auch nicht richtig.

Die Einzelkritik: So waren die 96-Spieler beim Bonner SC in Form.

Philipp Tschauner: Note 4. Die neue Nummer 1 im 96-Tor hatte wie erwartet einen ruhigen Nachmittag und musste kaum einmal eingreifen. Zur Galerie
Philipp Tschauner: Note 4. Die neue Nummer 1 im 96-Tor hatte wie erwartet einen ruhigen Nachmittag und musste kaum einmal eingreifen. ©

Fast noch wichtiger als neue Offensiv-Spieler ist ein Stimmungstransfer. Club und Anhänger müssen schnell Lösungen aus der Stimmungsfalle finden, damit die Fans aus Hannover hinter der Mannschaft stehen – auch jene, die mit Martin Kind über Kreuz liegen. Gegen den 96-Boss zu sein, ist eine Sache. Aber gleichzeitig die Mannschaft die Ablehnung spüren zu lassen, wird allen schaden, die mit Hannovers Fußball fiebern. Wenn sich atmosphärisch nicht was dreht, wird es still werden um 96 nach den lauten Aufstiegs-Partys Ende Mai.