26. Januar 2021 / 22:56 Uhr

Tim Kroeger - Ein Leben für die SG Kühren

Tim Kroeger - Ein Leben für die SG Kühren

Andrè Haase
Kieler Nachrichten
Stolz präsentiert der heute 56-jährige Tim Kroeger die Auszeichnung des DFB (re.), sowie zahlreiche Zeitungsartikel seiner Karriere (li.).
Stolz präsentiert der heute 56-jährige Tim Kroeger die Auszeichnung des DFB (re.), sowie zahlreiche Zeitungsartikel seiner Karriere (li.). © Andrè Haase
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Der Sportbuzzer blickt zurück auf die Karrieren regionaler Fußballgrößen. Heute richtet sich unser Fokus auf Tim Kroeger, der über 350 Spiele für die SG Kühren bestritt und nach seiner aktiven Zeit viele ehrenamtliche Funktionen übernahm

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Einmal SG Kühren, immer SG Kühren - So könnte das Motto von Tim Kroeger lauten. Es gab in „seinem“ Verein kaum ein Amt, das er nicht ausgeführt hat. Der mittlerweile 56-Jährige begann 1978 mit 14 Jahren in den B-Junioren der SG mit dem Fußballspielen. „Ich bin einfach mal mit meinem gelben Fahrrad zum Sportplatz gefahren, um bei einem Spiel zuzuschauen“, verrät Kroeger, der seinerzeit in Löptin, unweit von Kühren, gewohnt hat. „Dann kam es zu einem Gespräch mit Trainer Horst Kurzwahl und schon war ich mittendrin. Ab dann gab es kein Halten mehr“, grinst Kroeger, der danach zwei weitere Jahre in der A-Jugend kickte, bevor er in die Herren wechselte.

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„Ich kann mich an ein Spiel mit den A-Junioren in Marina Wendtorf erinnern, dass wir sage und schreibe 24:0 verloren haben. Unser Coach wollte am liebsten, dass wir alle zu Fuß nach Hause gehen“, erzählt Kroeger mit breitem Grinsen. Als 17-Jähriger wurde der Defensivakteur für die 1. Herren freigeholt und erzielte im ersten Spiel der Saison 1981/82 gegen den TSV Barsbek die 1:0-Führung. „Leider haben wir noch 1:2 verloren“, erinnert sich Kroeger, der sich spontan an ein Highlight der Saison 1987/88 erinnert. Die SG spielte mittlerweile in der Bezirksklasse und sollte gegen Gut-Heil Neumünster antreten. „Beim Abschlusstraining am Donnerstag kam unser damaliger Trainer Hans-Ulrich Brumm auf mich zu und sagte zu mir, dass der komplette Angriff gegen die Neumünsteraner ausfallen würde. Ich sollte daraufhin im Sturm auflaufen. Zwei geschlagene Nächte konnte ich nicht schlafen, aber es kam, wie es kommen musste. Wir haben 2:1 gewonnen und ich habe beide Treffer erzielt“, strahlt der einstige Mittelfeldspieler. Im nächsten Spiel fand Kroeger sich in der Defensive wieder.

Tolle Erinnerung: Die Auszeichnung des DFB im Jahre 2011.
Tolle Erinnerung: Die Auszeichnung des DFB im Jahre 2011. © Andrè Haase

Nach über 350 Spielen war in der Saison 1992/93 Schluss für den VfB Stuttgart-Fan. Mit gerade einmal 28 Jahren musste Kroeger seine Laufbahn beenden. „Ich habe mir in der Saison das Innenband gerissen und mein Knie hat danach immer wieder Probleme gemacht, sodass ich in den bitteren Apfel beißen musste und die Schuhe an den Nagel gehängt habe“, erzählt Kroeger. Doch den Kontakt zu seinen Jungs wollte der stolze Opa einer 2-jährigen Enkeltochter nicht verlieren und stand so bis zum Ende der Saison 1995/96 als Betreuer an der Seitenlinie der Kührener.

Tim Kroeger als Trainer der SG Kühren in der Saison 2005/06.
Tim Kroeger als Trainer der SG Kühren in der Saison 2005/06. © rs

Im darauffolgenden Jahr nahm Kroeger den Platz des Co-Trainers ein, um zwei weitere Jahre später zum Cheftrainer befördert zu werden. Bis zum Jahr 2007 leitete er dann die Geschicke der SG. „Danach habe ich mir in der Saison 2007/08 eine Auszeit in Kühren genommen und bin als Co-Trainer zu den B-Junioren des Preetzer TSV gewechselt, da mein Sohn Tjorven dort in der Schleswig-Holstein-Liga gespielt hat“, erklärt Kroeger. Aber wie sollte es anders sein, zur Saison 2008/09 zog es den Holstein Kiel-Dauerkarteninhaber zurück zu seiner SG. Dort übernahm Kroeger den Posten des stellvertretenden Fußballobmanns, um ein Jahr später als Ligamanager die nächste Funktion zu übernehmen. „Der Job hat mir so richtig Spaß gemacht. Etwas im Umfeld der Mannschaft zu organisieren und nebenbei noch den Platzwart machen, das war mein Ding“, meint Kroeger, der 2011 vom DFB mit einer Urkunde für vorbildliche ehrenamtliche Leistungen im Fußballsport geehrt wurde. „Das hat mich schon stolz gemacht. Es ist immer toll, wenn das Engagement geschätzt wird“, begründet Kroeger.

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Im Winter 2017 legte Kroeger sein Amt dann nieder. „Ich wollte kürzer treten. Knapp 40 Jahre habe ich in dem Verein alle Höhen und Tiefen erlebt. Man hat jede Menge tolle Menschen kennengelernt und es haben sich zu den ehemaligen Weggefährten Detlef Kahl, Uli Brumm, Rainer Hutzfeld und Jürgen Remmer tolle Freundschaften entwickelt. Aber irgendwie sind es im Laufe der Jahre alles Freunde geworden“, so Kroeger, der, sofern es Corana zulässt, die Punktspiele der Herrenmannschaften als Fan immer noch verfolgt.

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