01. April 2021 / 12:23 Uhr

Timo Werner kassiert nach Slapstick-Aktion Spott aus England: "Ein weiterer peinlicher Rückschlag"

Timo Werner kassiert nach Slapstick-Aktion Spott aus England: "Ein weiterer peinlicher Rückschlag"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Timo Werner vergab gegen Nordmazedonien die Großchance zur Führung.
Timo Werner vergab gegen Nordmazedonien die Großchance zur Führung. © Getty
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Es ist bisher nicht die Saison des Timo Werner. Der Stürmer, der beim FC Chelsea eine durchwachsene erste Spielzeit erlebt, gehört auch bei der Nationalmannschaft zu den Verlierern der EM-Vorbereitung. Sein krasser Fehlschuss gegen Nordmazedonien wird auch in England kritisch gesehen.

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Bei Timo Werner läuft es zurzeit eher schlecht als recht. Der Stürmer erlebt beim FC Chelsea eine durchwachsene Debütsaison in der Premier League und gehört auch im DFB-Team zu den klaren Verlierern der ersten Spiele des EM-Jahres. Spielte er schon gegen Island (3:0) und Rumänien (1:0) nur eine Nebenrolle, machte er sich mit seinem kaum zu erklärenden Fehlschuss bei der 1:2-Niederlage gegen Nordmazedonien zur Zielscheibe von herber Kritik und beißendem Spott - auch in seiner neuen Wahlheimat.

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Dort hoben die Medien am Tag nach der DFB-Blamage Werners Slapstick-Versuch hervor, der Deutschland kurz vor dem Ende in Führung gebracht hätte. "Den muss er machen", schrieb Sky. Der Daily Star sprach von einem "Horror Miss" und einem "weiteren peinlichen Rückschlag", während die Daily Mail einen "entsetzlichen Fehlschuss" sah. Nachdem sich Ilkay Gündogan in der 80. Minute stark durchgetankt hatte, legte er auf Werner rüber, der völlig unbedrängt aus weniger als zehn Metern nur noch einschieben musste - den Ball aber kaum traf und über seinen Standfuß hinweg weit am Pfosten vorbei legte. Nur fünf Minuten später erzielten die Nordmazedonier ihr Siegtor und fügten den Deutschen eine bittere Pleite zu.

"Werner macht es sehr schwer, ihn zu verteidigen"

"Timo Werner macht es wieder schwer, ihn zu verteidigen", schrieb ein Fan von Werners Klub FC Chelsea auf Twitter, ein anderer nahm auch Trainer Thomas Tuchel in die Pflicht, der Werner trotz dessen Schwierigkeiten vor dem Tor immer wieder den Vorzug vor Eigengewächs Tammy Abraham gab. "Ich möchte keine Entschuldigungen über Timo Werners Selbstvertrauen hören. Es gibt einen krassen Unterschied in der Behandlung von Tammy und Werner", schrieb er. "Ich werde mich nicht gegen Timo aussprechen, aber ich möchte, dass Tammy die Chancen erhält und den Respekt bekommt, den er verdient."

Nach einem persönlich guten Start in die Tuchel-Ära mit einem Tor (das einzige im Kalenderjahr 2021) und drei Vorlagen in vier Spielen ist Werner in der Premier League inzwischen wieder seit fünf Spielen ohne Treffer. Insgesamt blieb er mit fünf Toren in 28 Spielen (bei starken acht Vorlagen) weit hinter der Vorjahresbilanz zurück (für Leipzig traf er allein in der Bundesliga 28 Mal und legte acht weitere Tore auf), die Chelsea veranlasst hatte, im Sommer 53 Millionen Euro Ablöse nach Sachsen zu überweisen. Die verpasste Gelegenheit gegen Nordmazedonien sei vor diesem Hintergrund der "bisher letzte Schnitzer in einer schwierigen Saison" für Werner, urteilte die Daily Mail.

Löw: Werner-Fehlschuss "auf jeden Fall ein Dämpfer"

Ätzende Kritik muss Werner sich auch von gegnerischen Fans gefallen lassen: Ein Fan von Manchester United meinte gar, Werner sei "der schlechteste Premier-League-Stürmer seit Alvaro Morata (der bei Chelsea weit hinter den Erwartungen blieb, Anm. d. Red.)". Auch wenn dies eine grobe Übertreibung ist, zeigt es doch, welch schwieriges Standing Werner seit seinem Wechsel auf der Insel hat. Darum weiß auch der Bundestrainer, der den 25-Jährigen in Schutz nahm: "Dass der Timo Werner so eine Großchance vergibt, da macht er sich selbst wahrscheinlich die größten Vorwürfe", sagte Joachim Löw gegenüber RTL, räumte allerdings ein, die kläglich vergebene Chance sei "auf jeden Fall ein Dämpfer" gewesen.

In den Spielen gegen Island und Rumänien ließ Löw den Angreifer nur zwölf respektive 13 Minuten spielen - gegen Nordmazedonien setzte Löw immerhin eine halbe Stunde auf sein Sorgenkind, das allerdings vollkommen enttäuschte (SPORTBUZZER-Note 6) und anders als sein Teamkollege Kai Havertz, den er ersetzte und der trotz einer ebenfalls mäßigen ersten Saison bei Chelsea in allen drei DFB-Spielen zu den Lichtblicken gehörte, derzeit kein Kandidat für die Startelf ist.