14. April 2020 / 20:45 Uhr

Timo Werner über die eSports-Qualitäten seiner Mitspieler: „Denken alle, sie könnten am besten spielen“

Timo Werner über die eSports-Qualitäten seiner Mitspieler: „Denken alle, sie könnten am besten spielen“

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
MAINZ, GERMANY - JUNE 11: Timo Werner of Germany holds the ball during the UEFA Euro 2020 Qualifier match between Germany and Estonia at Opel Arena on June 11, 2019 in Mainz, Germany. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)
Zwangspause in der Bundesliga und eine verschobene Fußball-EM: Am Dienstagabend reihte sich ein virtuelles Länderspiel in die Spielpause ein. Nationalspieler Timo Werner muss sich weiterhin gedulden, bis er wieder kicken kann. © Getty Images
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RB Leipzigs Stürmer Timo Werner hätte am Dienstag sein erstes virtuelles Länderspiel für Deutschland absolvieren sollen. Weil das Duell aufgrund technischer Probleme ausfiel, blieb mehr Zeit für Interviews. Dabei äußerte sich der 24-Jährige zu den Gaming-Qualitäten seiner Leipziger Mitspieler, zur Absage der Fußball-Europameisterschaft und zur Bundesliga-Pause.

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Für die deutsche A-Nationalmannschaft stand Timo Werner schon 29 Mal auf dem Rasen, am Dienstagabend sollte der 24-Jährige den DFB bei einem sogenannten eFriendly gegen Frankreich erstmals auch an der Spielkonsole vertreten. Doch wegen Serverproblemen fiel nicht nur Werners Duell in der Fußballsimulation FIFA 20 gegen Matteo Guendouzi vom FC Arsenal aus. Auch eSports-Profi Umut Gültekin vom Hamburger SV sowie U19-Nationaltorhüterin Pauline Nelles (1. FC Köln) und U21-Nationalspieler Nico Schlotterbeck (SC Freiburg) konnten die Matches gegen ihre französischen Gegner nicht absolvieren.

Werner einer der besten FIFA-Spieler bei RB

Vor dem geplanten Anpfiff war Werner sichtlich heiß auf seinen ersten virtuellen Einsatz für den DFB. „Ich bin zuversichtlich, dass ich am Dienstag das Ruder herumreißen kann“, sagte der Angreifer nach den vorherigen Niederlagen Deutschlands in der eFriendly-Serie gegen Spanien (4:7 Punkte) und Norwegen (0:12) auf dem Youtube-Kanal des DFB. Für einen Sieg nach zweimal sechs Minuten Spielzeit hätte jeweils jeder der vier deutschen Vertreter drei Punkte bekommen. Maximal wären 12 Punkte möglich gewesen.

Werner, der neben Patrik Schick und Nordi Mukiele zu den besten Gamern bei RB gehört, äußerte sich zudem zu den FIFA-Qualitäten seiner Mitspieler. „Wir haben sehr viele Franzosen. Die denken alle, sie könnten am besten spielen, aber sie sind mauseschlecht.“ Dayot Upamecano schulde ihm nach Niederlagen „noch ein bisschen was“.

Dessen Landsmann Nordi Mukiele, mit dem er sich noch nicht auf der Playstation duelliert hat, kann er allerdings nicht gemeint haben. Bei der „Bundesliga Home Challenge“ vor wenigen Tagen machte der Abwehrspieler im Topspiel gegen Borussia Dortmund das 6:2 der Sachsen mit seinem 3:2 gegen BVB-Abwehrspieler Leonardo Balerdi perfekt.

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Werner: „Froh, wenn wir wieder Fußball spielen könnten“

Darüber hinaus äußerte sich Werner auch zur verschobenen Fußball-Europameisterschaft. Er sei natürlich nicht froh über die Entscheidung und hätte sich mit einer „sehr sehr guten Mannschaft“ gefreut, das Turnier spielen zu können, aber „wir müssen diese Gegebenheiten akzeptieren. Da hat jeder Verständnis, dass die EM nicht stattfinden kann“, erklärte der Zweite der Bundesliga-Torschützenliste.

Werner machte auch keinen Hehl daraus, dass er dem Ende der Bundesliga-Pause entgegenfiebert. „Ich glaube, die ganze Nation wäre froh, wenn einfach wieder mal ein Spiel im Fernsehen kommen würde. Auch wenn das Stadion drum herum abgebaut werden würde. Hauptsache es sind Fernsehkameras drum herum, alle sind dabei und der Schiri pfeift das Ding an“, sagte der RB-Torjäger. Das ist in seinen Augen auch wichtig, damit alle Mannschaften in der Bundesliga wirtschaftlich überleben können. „Wir wären alle froh, wenn wir nicht nur auf der Playstation, sondern allgemein wieder Fußball spielen könnten.“