13. November 2020 / 15:59 Uhr

Timo Werner zurück in Leipzig: "Wie nach Hause kommen nach einem Urlaub"

Timo Werner zurück in Leipzig: "Wie nach Hause kommen nach einem Urlaub"

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Timo Werner ist mit der DFB-Elf zu Gast in Leipzig. Für ihn ein gutes Gefühl.
Timo Werner ist mit der DFB-Elf zu Gast in Leipzig. Für ihn ein gutes Gefühl. © Dirk Knofe / Instagram
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Flügelstürmer Timo Werner ist seit Donnerstag zurück in Leipzig. Am Samstag läuft der 24-Jährige mit der DFB-Elf in der Nations League auf. Mit dem SPORTBUZZER hat das Ex-RB-Ass über seine temporäre Rückkehr in die Messestadt, sein neues Leben in London und den Gegner gesprochen.

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Leipzig. Ja, man würde die deutschen Fußball-Helden gerne persönlich treffen, ihnen wie weiland Humphrey Bogart der hinreißenden Ingrid Bergman in die Augen schauen. Geht nicht, die Hygienevorschriften werden im Leipzig-Lager der Nationalmannschaft mit deutscher Gründlichkeit erfüllt. Auf Botschaften der Stars aus dem Westin-Hotel muss die Öffentlichkeit nicht verzichten, am Freitag äußerte sich Chelsea-Ass Timo Werner, 24, in einer Videoschalte zur Lage der Nation nach dem 1:0 gegen Tschechien und vor dem Nations-League-Match gegen die Ukraine (Sonnabend, 20.45 Uhr, ZDF, Red-Bull-Arena). Der Ex-RB-Mittelstürmer hat seinen fünftägigen Kurz-Urlaub mit Freundin Paula in Dresden verbracht, ist auch nach neun Spielen in vier Chelsea-Wochen fit und vorfreudig erregt. „Ich habe Kraft getankt. Die Ukraine ist eine gute Mannschaft. Wir wollen das Spiel und die Gruppe gewinnen.“

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Keine Verständigungsprobleme

Werner über seine Rückkehr an einstige Wirkungsstätte und das Üben am Cottaweg: „Es war wie Nachhause kommen nach einem Urlaub. Ich habe viele bekannte Gesichter gesehen, halte die vier erfolgreichen Jahre bei RB in Ehren. Ich habe guten Kontakt zu sehr vielen. Mit Teamkollegen, dem Staff und so weiter.“

DURCHKLICKEN: Ankunft von Timo Werner und Co.

Bis zum Sommer spielte Timo Werner für RB Leipzig. Für die DFB-Elf kehrt er nun zurück in die Messestadt. Zur Galerie
Bis zum Sommer spielte Timo Werner für RB Leipzig. Für die DFB-Elf kehrt er nun zurück in die Messestadt. ©

Über die Bedeutung der Nations League: Werner gehört zu den wenigen, die den Wettbewerb nicht verteufeln, spricht von wichtigen Tests unter Wettbewerbsbedingungen im Hinblick auf die EM. Siege in der Nations League? Aber ja doch. „Jeder Erfolg schweißt eine Mannschaft zusammen.“

Über seine nahezu explosionsartig verbesserten Englisch-Kenntnisse und das Leben in London: „My english is not perfect but good. Ich verstehe alles, was der Trainer von mir will, wurde schon mehrfach dafür gelobt, dass es mit dem Sprechen immer besser wird. London ist eine sehr schöne Stadt, ich fühle mich wohl.“ Die Rund-um-die-Uhr-Staus haben sich in Zeiten von Corona an der Themse verflüchtigt, der Tourismus liegt darnieder. Eine Folge: Timo Werner und Freundin Paula haben viel Beinfreiheit beim Schlendern durch London und dem Von-außen-Besuch der Sehenswürdigkeiten. „Wir alle sehnen uns natürlich die Rückkehr zur Normalität herbei.“ Mit Menschen auf der Tower Bridge und im Stadion.


Über die ersten Wochen in der Premier League und dazugehörige Lerneffekte: „Es gibt hier sehr robuste Abwehrspieler, da muss man robust dagegen halten.“ Und, ja, die berühmte englischer Härte „gibt es“. Das Gros der englischen Clubs kombiniert sich keinen Wolf, sondern agiert „mit langen Bällen hinter die Abwehrkette. Und man geht dann vorne drauf, sammelt die zweiten Bälle ein“.

Über die Flut an Spielen, die dem Nicht-Trainingsweltmeister Werner eventuell in die Karten spielen könnte: „ Ich spiele lieber als zu trainieren, freue mich auf jedes Spiel. Spiele auf höchstem Niveau bringen dich weiter. Für mich überwiegt noch der Spaß.“ Die Belastungssteuerung werde inmitten von englischen Wochen im Club und in der Nationalmannschaft umgesetzt, sagt Werner. „Ich bekomme bei Chelsea meine Auszeiten und durfte unser Spiel gegen Tschechien vom Sofa aus schauen.“

DURCHKLICKEN: Die Gastspiele der DFB-Elf in Leipzig

<b>17. November 2004:</b> Für die deutsche Mannschaft ist das Duell mit Kamerun das letzte Heimspiel des Jahres vor der anstehenden Asienreise. Im Tor der DFB-Elf tut sich Bemerkenswertes: Erstmals seit dem 17. April 2002 sitzt Keeper Oliver Kahn nur auf der Ersatzbank. Jens Lehmann steht zwischen den Pfosten. Zur Galerie
17. November 2004: Für die deutsche Mannschaft ist das Duell mit Kamerun das letzte Heimspiel des Jahres vor der anstehenden Asienreise. Im Tor der DFB-Elf tut sich Bemerkenswertes: Erstmals seit dem 17. April 2002 sitzt Keeper Oliver Kahn nur auf der Ersatzbank. Jens Lehmann steht zwischen den Pfosten. ©

Über die jüngeren Ergebnisse, die Stimmung rund um die Nationalmannschaft und leere Stadien: „Ich finde nicht, dass wir schlecht Fußball gespielt haben. Wir haben fast nie verloren, aber zu selten gewonnen.“ Ein Spiel ohne Fans würde anders wahrgenommen und besprochen als eines in voller Bude.

Über den Ruf der deutschen Nationalmannschaft auf der Insel: „In England werden wir sehr geschätzt. Da heißt es, die Deutschen gewinnen immer gegen uns. Auch im Elfmeterschießen.“ Wenn Werner in der Chelseas-Kabine die Namen der deutschen Nationalspieler aufzähle, sei Tenor: Wow, gute, junge Mannschaft mit viel Potenzial. „Ich sehe das genau so. Wir haben viel vor, wollen bei großen Turnier um Titel spielen.

Über die drei Sturm-Mopeds Serge Gnabry, Leroy Sane und Werner und Umschaltmomente: „Wir sind alle sehr schnell. Ich möchte nicht in der Haut einer Mannschaft stecken, die gegen uns spielt.“ Überdies gehören laut Werner diverse neue Zutaten zum Gesamtkunstwerk der Nationalmannschaft. Siehe: Blitzartige Überbrücken des Mittelfelds, schnelles Spiel in die Spitze und hinter die Abwehrkette, Eroberung der zweiten Bälle via Gegenpressing.

Über das Leben im Westin-Hotel zu Zeiten von Corona: „Wir sind abgekapselt, es gibt sehr strenge Hygienevorschriften und die halten wir alle ein. Wir dürfen nicht unachtsam sein, sind Vorbilder.“

Well done, Mister Werner!