07. März 2022 / 17:39 Uhr

Novum bei den Tischfußballern: Eine Deutsche Meisterschaft, bei der jeder mitspielen darf

Novum bei den Tischfußballern: Eine Deutsche Meisterschaft, bei der jeder mitspielen darf

Bruno Tschoner
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Im Maritim Hotel in Bonn fand sich 2021 die Kicker-Elite Deutschlands zum Großevent ein. Ein imposanter Anblick, obwohl das Teilnehmerfeld durch die Pandemie dezimiert war.
Im Maritim Hotel in Bonn fand sich 2021 die Kicker-Elite Deutschlands zum Großevent ein. Ein imposanter Anblick, obwohl das Teilnehmerfeld durch die Pandemie dezimiert war.
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Von 22. bis 24. April 2022 finden in Münster die Deutschen Meisterschaften des Deutschen Tischfußball-Bundes statt. Nach der Pandemie ist es das erste große Tischfußball-Event – und ein Meilenstein auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in Nantes (Frankreich). Rund 1000 Spielerinnen und Spieler werden in Münster erwartet.

Wie qualifiziert man sich für die Deutschen Meisterschaften?

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Grundsätzlich ist der Tischfußball ähnlich aufgebaut wie sein großer Bruder, der Fußball. An der sogenannten Basis stehen die Vereine. Von teils schon professionellen Trainingszentren beispielsweise in Hamburg oder Hannover, bis hin zum Training und Heimspiel in der vertrauten Kneipe ist alles mit dabei. Die Vereine sind angebunden an die Landesverbände. Die Landesverbände koordinieren sogenannte Challenger-Turnierserien. Über das Jahr und das jeweilige Bundesland verteilt tragen Vereine Tages- und Abendturniere aus, bei denen Akteure Punkte für die Landesranglisten sammeln können. So qualifiziert man sich für die Landesmeisterschaften.

Ziemlich genauso läuft es eine Ebene drüber. Der DTFB (Deutscher Tischfußballbund) als Dachverband koordiniert größere Turnierserien, meist Ein- bis Zwei-Tagesturniere über das ganze Land verteilt. Mit guten Platzierungen heimst man Punkte für die deutsche Rangliste ein, mit der man sich für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren kann. Sie ist der Schlüssel für Ambitionierte, sich zu den Weltmeisterschaften zu spielen.

Die letzten Starterplätze für das große Ziel: Die WM 2022 in Nantes

Diese koordiniert die ITSF (International Tablesoccer Federation). Im Jahr 2022 steht die WM vom 28. Juni bis 3. Juli in Nantes auf dem Programm. Die DM ist eine der letzten Möglichkeiten, sich durch eine Topplatzierung zu qualifizieren. Um euch einen Eindruck von einem solchen Event zu liefern, verweisen wir gern auf den Teaser von der WM 2019 in Murcia, Spanien:

Wie läuft die Deutsche Meisterschaft 2022?


Corona hat so einiges verändert. Auch am Tischfußball ist die Pandemie natürlich nicht vorbeigezogen. Mehrmals verschoben, steht sie nun Ende April in Münster auf dem Programm. Eigentlich bedarf es, um bei der Deutschen Meisterschaft starten zu können, einer Qualifikation anhand von Ranglisten oder Siegen bei den Landesmeisterschaften. Da aber zwei Jahre lang so gut wie keine Turniere stattgefunden haben, ist die DM '22 ein offener Bewerb. Das heißt, eine Meldung beim jeweiligen Landesverband und somit die Registrierung mit Spielernummer beim DTFB reicht in diesem Jahr. Das könnte für besondere Spannung sorgen, da praktisch wie im DFB-Pokal das Tor für Underdog-Siege und Überraschungen aufgestoßen ist. Ebenso interessant dürfte zu beobachten sein, ob sich durch Corona, geschlossene Spielstätten wie Kneipen und Vereinsheime eine Lücke zwischen der Kickerspitze und dem Verfolgerfeld auftut.

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Über drei Tage (Freitag, Samstag und Sonntag) finden sich Hunderte von Akteuren in einem Münsteraner Messezentrum ein. Freitag steht das Mixed auf dem Programm, ab früh morgens duellieren sich Teams, zusammengesetzt aus einem Mann und einer Frau. Beim Mixed ist interessant, dass die Damen numerisch bei Turnieren in der Unterzahl sind. Deshalb sind sie als Partnerinnen begehrt und haben praktisch die Qual der Wahl, mit wem sie den Wettkampf bestreiten.

Am Samstag geht´s ins Doppel, die vermeintliche Königsdisziplin im Tischfußball, wobei sich dabei die Geister scheiden. In einem festen Zweiergespann versucht man in sechs bis sieben Vorrundenspielen sich warm zu schießen und gleichzeitig genug Siege zu holen, um sich in der oberen Tabellenhälfte, also im Profifeld zu platzieren. Danach geht es sozusagen in die Playoffs. Dabei ist bemerkenswert, dass Tischfußballer vor allem enorme Konzentrationsfähigkeiten an den Tag legen müssen. Um 9 Uhr öffnet die Halle. Um 10.30 Uhr beginnen die Vorrunden. Das Finale ist dann aber meist erst gegen 22.30 Uhr – ein Kraftakt auf allen Ebenen. Am Sonntag geht es in ähnlichem Zeitrahmen in die Einzelbewerbe, bei denen jeder und jede für sich antritt.

Mehr über den Kicker-Sport, und auch ganz viele praktische Tipps für Hobbyspieler, findest Du auf der Tischfußball-Themenseite im Sportbuzzer.