16. September 2020 / 19:00 Uhr

Vor 105 Zuschauern: Die besten Spielerinnen des Landes kommen nach Misburg

Vor 105 Zuschauern: Die besten Spielerinnen des Landes kommen nach Misburg

Carsten Bergmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Im Januar geht es in Misburg um Pokalehren für Deutschlands beste Tischtennisspielerinnen.
Im Januar geht es in Misburg um Pokalehren für Deutschlands beste Tischtennisspielerinnen. © Florian Petrow
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"Es war ein harter, anstrengender Weg", aber jetzt ist klar: Das Pokal-Final-Four für Deutschlands beste Tischtennisspielerinnen findet am 10. Januar 2021 wieder in Hannover statt. Gespielt wird in Misburg, vor 105 Zuschauern. Sofern sich die Corona-Verordnungen bis dahin nicht verändern.

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Es ist ein zähes Ringen gewesen, doch Anfang 2021 werden trotz Corona-Pandemie und Abstandsregeln die besten Tischtennisspielerinnen Deutschlands nach Hannover kommen und vor Zuschauern das „Pokal-Final-Four“ bestreiten. Lange Zeit blieb unklar, ob sich die Veranstalter dieses Großereignis zutrauen.

Das Virus fordert kreative Lösungen von allen Veranstaltern. Die Rahmenbedingungen haben sich verkompliziert. Der Wille, das Final Four in der Halle von Misburg aber auszutragen, war am Ende höher. „Zum Glück habe ich die Zusagen von den Sponsoren und der Stadt Hannover bekommen, jetzt wollen wir es auch angehen“, sagt Uwe Rehbein. Der Badenstedter SC, TTC Helga und die SG Misburg treten gemeinsam als Ausrichter auf.

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Und es wird eine große Teamarbeit notwendig, alle Anforderungen zu erfüllen. Etwa 15 000 Euro wird die Veranstaltung kosten. Am Ende, so die Rehbein-Pro­gno­se, wird es keine Verluste geben. 105 Zuschauer dürfen neben den 50 Aktiven in die Misburger Halle, in der ansonsten 400 Gäste auf den Tribünen Platz finden. Die Hoffnungen, am 10. Januar dank weiterer Lockerungen doch mehr Zuschauer zulassen zu können, bleiben natürlich. Das aktuelle, mit dem Gesundheitsamt ausgearbeitete Hygienekonzept lässt keine weiteren Fans zu.

Untergrund kostet nur im Transport

Große finanzielle Sprünge sind bei der Ausgestaltung nicht möglich. Den roten Hallenboden für die beiden Tischtennisplatten stellt Pokalsieger TTC Eastside Berlin zur Verfügung. Für ihre Champions-League-Spiele schaffte sich der Hauptstadtklub ohnehin den Untergrund an. Ein Glücksfall für Rehbein. Denn Kosten fallen für Hannover einzig beim Transport an.

Dieses Teamwork der deutschen Tischtennisszene ist es, das Rehbein besonders betont. Corona hat die Spielregeln verändert – und die Herausforderung nehmen alle gemeinsam an. Der Tischtennismacher aus Hannover macht keinen Hehl aus der drohenden Absage. Lange war unklar, ob alle Sponsoren an Bord bleiben. Ein Umzug in die deutlich größere Swiss-Life-Hall war ebenfalls kein Thema. Die zusätzlichen Kosten von rund 4000 Euro wären nicht zu stemmen gewesen.

Die vier teilnehmenden Teams jedenfalls freuen sich auf die mittlerweile 25. Tischtennis-Großveranstaltung in Hannover. SV DJK Kolbermoor, TSV Schwabhausen, ESV Weil und natürlich Meister Eastside Berlin werden in Misburg an die Platten gehen.

Sporttotal.tv überträgt ins Internet

Ein weiterer geschickter Schachzug: Mit Sporttotal.tv hat der Tischtennisbund einen Anbieter gefunden, der alle Spiele direkt ins Internet überträgt. „Für die Tischtennisszene in Hannover wird das ein besonderer Tag. Es war ein harter, anstrengender Weg“, sagt Uwe Rehbein, der die Tischtennisfrauen von Hannover 96 seinerzeit in die 1. Bundesliga geführt hat. „Aber einer, der sich lohnen soll.“

Noch immer plant der Rentner einen ganz großen Wurf. Das German Masters – das Turnier der besten Tischtennisspieler der Welt – möchte er in Hannover in der ZAG-Arena austragen. Die Verhandlungen waren aussichtsreich – bis Corona den Weg versperrte. Nun schafft er mit dem Final Four einen Schritt heraus aus dem Stillstand.