25. Februar 2020 / 13:56 Uhr

Kein Geld, kein sportlicher Erfolg: Drittliga-Team von Hannover 96 vor dem Aus

Kein Geld, kein sportlicher Erfolg: Drittliga-Team von Hannover 96 vor dem Aus

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Dominik Jonack (vorn) und Heye Koepke haben Hannover 96 in der Wechselperiode den Rücken gekehrt - wie all ihre Mannschaftskollegen.
Dominik Jonack (vorn) und Heye Koepke haben Hannover 96 in der Wechselperiode den Rücken gekehrt - wie all ihre Mannschaftskollegen. © Dieter Gömann
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Das Drittliga-Team von Hannover 96 droht auseinanderzubrechen - weil Geld und sportlicher Erfolg fehlen. "Uns wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als auf die 3. Liga zu verzichten", sagt Abteilungsleiter Hans Teille.

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Die Tischtennis-Männer von Hannover 96 haben es am Wochenende verpasst, zumindest in sportlicher Hinsicht etwas an ihrer prekären Situation zu ändern. Nach den Niederlagen beim TTC Fulda-Maberzell II (2:6) und TTC Lampertheim (4:6) stehen sie vier Spiele vor Saisonende auf dem vorletzten Platz.

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Aber selbst wenn sie den Klassenerhalt in der 3. Liga doch noch irgendwie erreichen sollten, wird das Team mit großer Wahrscheinlichkeit auseinanderbrechen.

"Da müssten jetzt schon ganz komische Dinge passieren"

„Da sich die Spieler, vor allem die Jugendspieler, um andere Vereine kümmern, wird uns nichts anderes übrig bleiben, als auf die 3. Liga zu verzichten“, sagt Abteilungsleiter Hans Teille. Die Suche nach neuen Geldgebern verlief bislang ergebnislos, die Zeit für das Aushängeschild scheint abgelaufen zu sein.

„Da müssten jetzt schon ganz komische Dinge passieren. Stand jetzt stellen wir ein neues Team für die Regionalliga zusammen“, sagt Teille. Dafür hat 96 eben nicht bis Samstag, sondern bis zum 5. Juni Zeit.

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Fest steht: Spitzenspieler Carlo Rossi wird zurück in seine Heimat gehen, will in Österreich in der 1. Liga an die Tische treten. Und auch Dominik Jonack (18), der derzeit mit einer Knieverletzung pausieren muss, und Heye Koepke (16) sind in Gesprächen mit anderen Vereinen – denn Jugendnationalspieler müssen Minimum 3. Liga spielen, das schreibt der Verband so vor.

"Habe kein konkretes Angebot bekommen"

Maximilian Dierks will der 3. Liga ebenfalls erhalten bleiben. Für alle Akteure gilt indes, was ihr Sprecher Richard Hoffmann sagt: „Ich würde gerne bleiben, aber bis jetzt habe ich kein konkretes Angebot vom Verein bekommen. Ich höre immer nur, wir brauchen Zeit.“

Teille hofft indes, dass zumindest Hoffmann bleibt, will um den 28-Jährigen herum ein neues Team aufbauen. Mit Luca Mussi und Dennis Rabaev gaben jüngst zwei Talente aus der 96-Schmiede ihr Debüt in der 3. Liga. Jungen-Niedersachsenliga-Spieler Mussi war in Maberzell im Doppel an der Seite von Dierks sowie in seinem Einzel chancenlos.

"Die waren einfach besser"

Im 170 Kilometer entfernten Lampertheim entschied Rabaev tags darauf überraschend das Doppel mit Dierks in vier Sätzen für sich, seine beiden Einzel verlor er jeweils mit 0:3. Selbst den Ausfall von TTC-Spitzenspieler Andrey Semenov, der mit einem Mittelhandbruch nur zum Shakehands an den Tisch trat, konnte 96 nicht zum Vorteil nutzen. „Das ist eine reine Profimannschaft“, sagte Hoffmann, „und die waren einfach besser.“

Das Beste für ihre Zukunft sieht ein Großteil der Spieler derweil nicht mehr bei Hannover 96.