14. Oktober 2020 / 18:42 Uhr

Tischtennis ohne Doppel: So erleben heimische Aktive die neuen Spieltage

Tischtennis ohne Doppel: So erleben heimische Aktive die neuen Spieltage

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die Doppel-Bilanz des MTV Hattorf war in der vergangenen Saison nicht sonderlich gut. Dennoch würde Jennifer Mulgrew die Disziplin gern wieder spielen.
Die Doppel-Bilanz des MTV Hattorf war in der vergangenen Saison nicht sonderlich gut. Dennoch würde Jennifer Mulgrew die Disziplin gern wieder spielen. © Britta Schulze
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Im Tischtennis wird zumindest die Hinrunde in dieser Saison ohne Doppel gespielt, das sorgt bei den heimischen Klubs für gemischte Gefühle. So erleben Spieler und Spielerinnen die neuen Spieltage.

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Tischtennis ja, aber ohne Doppel. Zumindest in der Hinrunde werden nur Einzelspiele ausgetragen, Doppel finden nicht statt, damit die Spieler den Corona-bedingten Mindestabstand einhalten können. Stattdessen werden alle Einzel ausgespielt. So erleben heimische Spieler und Spielerinnen die neuen Spieltage.

Henrik Hesker, Abteilungsleiter und Spieler beim SV Jembke (Landesliga Braunschweig):

Die Herren des SV Jembke aus der Landesliga Braunschweig sind im Doppel traditionell gut aufgestellt, doch die ausländischen Akteure, wie Topspieler Sergej Nemtsow kommen in dieser Saison aufgrund des Corona-Virus nicht zum Einsatz, "deshalb macht es für uns keinen wirklichen Unterschied", sagt Trainer Henrik Hesker, der normalerweise in der Zweitvertretung in der Bezirksoberliga zum Einsatz kommt. An den ersten beiden Spieltagen erlitt der SV Niederlagen, aufgrund der reduzierten Anzahl an Spielern wird Hesker auch in der Landesliga zum Einsatz kommen.

Neben der personellen Schwächung haben seine Spieler für den Ausfall der Doppel "vollstes Verständnis“, sagt Hesker, der davon ausgeht, dass die Doppel auch in der Rückrunde nicht ausgetragen werden. „Sonst hätten wir eine System-Veränderung, das würde nur zu Problemen führen.“

Sarah Nitsch, Spielerin SSV Neuhaus (Regionalliga Nord):

Sarah Nitsch vom Regionalligisten SSV Neuhaus bedauert es, ohne Partnerin an die Platte zu müssen. „Die Doppel waren gut, um in das Spiel reinzukommen.“ Neben dem Anreiz, gemeinsam um Punkte zu kämpfen, fehlt Nitsch in dieser Hinrunde auch die Unberechenbarkeit, die die Doppel bringen. „Man weiß vorher oft nicht, wie sie ausgehen, die Karten sind offener als bei Einzeln“, sagt Nitsch.

Jennifer Mulgrew, Spielerin MTV Hattorf (Verbandsliga Süd):

Für Jennifer Mulgrew und die Damen vom MTV Hattorf sind die nicht ausgetragenen Doppel aus sportlicher Sicht ein Vorteil, „wenn man sich unsere Doppel-Bilanz aus der letzten Saison ansieht“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Mit zwei Siegen und einem Remis stehen die Hattorferinnen auf dem dritten Tabellen-Rang in der Verbandsliga Süd. Grundsätzlich findet die Topspielerin des MTV die fehlenden Doppel aber nicht gut, für sie sind sie nur ein „Symptom“ in einer alles andere als normalen Saison, "einer Saison unter Corona-Bedingungen. Der ganze soziale Aspekt, der nicht unwichtig ist, ist momentan komplett auf Eis gelegt“, sagt Mulgrew.

Dass an einem Spieltag dagegen alle Einzel ausgespielt werden, obwohl der Sieger bereits frühzeitig feststehen könnte, hat aus ihrer Sicht etwas Positives: „Spielerinnen, die weiter unten gelistet sind, können alle drei Partien spielen. Wir sind da, um Sport zu treiben und uns gegen andere Spielerinnen zu messen.“ Dies kann auf der anderen Seite jedoch zu Problemen führen. „Gerade, wenn man hoch gewinnt oder auch verliert, ist es für die eine oder andere mit der Motivation denke ich nicht so einfach.“

Jens Klingspon, Spieler TTC Gifhorn (Bezirksoberliga Nord):

Auch Gifhorns Jens Klingspon hätte gern die Doppel gespielt, obwohl sein Team in der Bezirksoberliga mit drei Siegen aus drei Spielen an der Tabellenspitze steht. "Es ist schade, denn es war Teil der Gewohnheit, aber aufgrund der derzeitigen Situation ist es natürlich nachvollziehbar." Dass alle Einzel durchgespielt werden, obwohl der Sieger nach sieben Spielen bereits feststehen könnte, befürwortet Klingspon: "Eine bessere Mannschaft könnte sonst relativ zügig gewinnen. Man muss auch den Aufwand berücksichtigen, die Anreise zu den Spielen und die Vorbereitungen, die in der Halle getroffen werden. Wir haben alle sehr viel Spaß an dem Sport und wollen auch alle spielen."

Klingspon glaubt nicht, dass es in der Rückrunde eine Änderung im Spielbetrieb geben wird und die Doppel wieder gespielt werden. Dennoch trainiert er es, aber "eher aus Spaß an der Freude. Ich trainiere das Doppel momentan aber auf jeden Fall deutlich weniger als sonst."