17. Dezember 2020 / 17:37 Uhr

Titel, Tore, Rekorde – Die Weltfußballer-Kandidaten Lewandowski, Messi und Ronaldo im Faktencheck

Titel, Tore, Rekorde – Die Weltfußballer-Kandidaten Lewandowski, Messi und Ronaldo im Faktencheck

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lionel Messi, Robert Lewandowski und Cristiano Ronaldo stehen zur Wahl des Weltfußballers des Jahres.
Lionel Messi, Robert Lewandowski und Cristiano Ronaldo stehen zur Wahl des Weltfußballers des Jahres. © imago images/Gribaudi/ImagePhoto/Montage
Anzeige

Neben Bayern-Angreifer Robert Lewandowski sind auch Lionel Messi und Cristiano Ronaldo heiße Anwärter auf den Sieg bei der Weltfußballer-Wahl des Jahres. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick über die Leistungen der Superstars in 2020.

Am Donnerstagabend ist es soweit: Bayern-Stürmer Robert Lewandowski könnte zum ersten Mal in seiner Karriere zum Weltfußballer des Jahres gekürt werden. Bei der digitalen Veranstaltung in Zürich gehört er neben den beiden Superstars Lionel Messi vom FC Barcelona und Cristiano Ronaldo von Juventus Turin zu den verbliebenen drei Kandidaten - und befindet sich mit Blick auf die Sieg-Chancen in einer Top-Position.

Anzeige

Der 32-Jährige erzielte am Mittwoch als erst dritter Spieler nach Gerd Müller (365) und Klaus Fischer (268) sein 250. Tor in der Bundesliga - und legte Nummer 251 direkt nach. "Es freut mich sehr, dass ich heute zweimal treffen und wir drei Punkte gewinnen konnten", sagte der Pole nach seinem Doppelpack beim 2:1 gegen den VfL Wolfsburg, der vor der Wahl noch einmal für ein gutes Gefühl sorgte. Doch wie lief es bei Cristiano Ronaldo und Lionel Messi, den beiden anderen Anwärtern auf die Auszeichnung? Der SPORTBUZZER stellt Zahlen und Fakten der drei Stars gegenüber.

Mehr vom SPORTBUZZER

Robert Lewandowski (FC Bayern München)

Sportlich gibt es zahlreiche Argumente für den Münchner Angreifer, der in der Saison 2019/20 mit den Bayern jeden Titel abräumte. Mit der deutschen Meisterschaft, dem DFB-Pokal, der Champions League und zwei Supercup-Titeln (in der deutschen und der europäischen Version) füllte Lewandowski seinen und den Münchner Trophäenschrank erheblich auf. Der Pole brillierte zudem als Torschützenkönig in drei Wettbewerben (Liga, Königsklasse und Pokal), in Deutschland und Europa wurde er schon zum Fußballer des Jahres gekürt. Lewandowski sei "der kompletteste Spieler auf dem Planeten", hob der frühere Weltfußballer und heutige Sky-Experte Lothar Matthäus hervor.

Auch in reinen Zahlen lief die Saison 2019/20 für Lewandowski erfolgreicher als jede andere. In 47 von 52 möglichen Pflichtspielen lief der 32-Jährige für den FC Bayern auf, stand dabei lediglich ein Mal nicht in der Startelf. Das Vertrauen zahlte der Pole zurück: Für satte 55 Tore und damit knapp ein Drittel aller Tore des deutschen Rekordmeisters war Lewandowski verantwortlich. 15 Mal knipste der Stürmer in der Champions League, sechs Mal im DFB-Pokal - und in der Bundesliga stellte er einen neuen Bestwert auf. Noch nie erzielte ein ausländischer Stürmer mehr Treffer in einer Spielzeit, als Lewandowski. Der neue Rekord: 34 Tore in 31 Liga-Partien.

Von Nachlassen ist auch in der laufenden Saison keine Spur. Erst beim 2:1 gegen den VfL Wolfsburg am Mittwoch knackte der Stürmerstar eine weitere denkwürdige Tor-Marke. Mit seinen Saisontreffern Nummer 14 und 15 nach gerade einmal elf Spieltagen durchbrach er als erst dritter Spieler die Schallmauer von 250 Bundesliga-Toren. Bereits im November gelang ihm der Sprung in die Top 3 der ewigen Torjägerliste in der Königsklasse: Nach seinem Treffer gegen RB Salzburg (3:1) hat der Bayern-Star nun genauso viele Champions-League-Tore auf dem Konto wie der Ex-Schalker Raúl (71). Ausgerechnet Lionel Messi (118) und Cristiano Ronaldo (134) trafen noch häufiger.

Lionel Messi (FC Barcelona)

Lewandowski-Konkurrent Nummer eins gehört zu den Abonnementsiegern der Auszeichnung. Insgesamt wurde Lionel Messi bereits sechs Mal zum Weltfußballer gewählt. Mit Blick auf die Statistiken stellt Lewandowski seinen argentinischen Widersacher jedoch deutlich in den Schatten. Allein die Titelsammlung des "Flohs" wurde in diesem Jahr nicht weiter aufgestockt. In La Liga wurde der FC Barcelona hinter Dauerrivale Real Madrid nur Zweiter, im Pokal war bereits im Viertelfinale gegen Athletic Bilbao (0:1) Schluss. Ebenfalls in der Runde der letzten Acht endete das Vergnügen in der Champions League. Beim blamablen 2:8 gegen den FC Bayern blieb Messi blass, Lewandowski erzielte das zwischenzeitliche 6:2.


Auch für die persönliche Bilanz war das Jahr von Messi vergleichsweise schwach. In der spanischen Liga kam der Barcelona-Kapitän "nur" auf 25 Tore - sein schlechtester Wert seit elf Jahren und der Saison 2008/09, in der er 23 Treffer erzielte. Eine Bestmarke erreichte die Nummer zehn der Katalanen dann doch: Trotz der vergleichsweise dünnen Torausbeute wurde Messi zum siebten Mal Torschützenkönig - öfter als jeder andere Spieler in der Liga-Geschichte. Das gilt auch für seine 22 Vorlagen, mit denen er einen persönlichen sowie einen Allzeit-Rekord aufstellte. Insgesamt kommt Messi trotz eines titellosen Jahres also auf zwei neue Bestmarken sowie 31 Tore in 44 Pflichtspielen - immer noch eine beachtliche Ausbeute.

Cristiano Ronaldo (Juventus Turin)

Anders als Messi konnte Ronaldo in diesem Jahr zumindest eine Trophäe in die Höhe stemmen. Mit dem italienischen Serienmeister Juventus Turin holte der Portugiese auch in der abgelaufenen Saison den Ligatitel in der Serie A. Der Arbeitsnachweis von Ronaldo: 31 Saisontreffer, die beim Titelgewinn durchaus helfen konnten. Den Einzelerfolg als Torschützenkönig machte ihm jedoch ein Ex-Bundesliga-Prof streitig. Der ehemalige BVB-Spieler Ciro Immobile traf bei 36 Toren fünf Mal mehr. Ein weiterer Juve-Titel kam nicht hinzu: Im italienischen Supercup (1:3 gegen Lazio Rom) sowie im Coppa Italia (2:4 n.E. gegen den SSC Neapel) verlor die "Alte Dame" jeweils beim letzten Schritt vor dem Pokalsieg. Aus der Königsklasse verabschiedeten sich die Italiener schon im Achtelfinale (0:1, 2:1 gegen Olympique Lyon).

Ganz ohne Meilensteine verlief die Saison jedoch für den portugiesischen Superstar nicht. Im Gegenteil: Beim Ligaspiel gegen Inter Mailand am 8. März absolvierte Ronaldo sein 1000. Pflichtspiel als Profi, im Nations-League-Duell mit Spanien im September traf der 35-Jährige zum 100. Mal für die Auswahl Portugals - europaweit ist das ein neuer Rekord, acht Treffer fehlen noch zum weltweiten Bestwert. Zudem eroberte Ronaldo ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Durch sein 50. Liga-Tor in der Serie A bei der Rückrunden-Partie gegen Lazio Rom hat er nun als Erster in den Topligen aus England, Spanien und Italien die 50-Tore-Marke durchbrochen.