21. August 2021 / 20:57 Uhr

Titel verteidigt: SC DHfK Leipzig dreht Rückstand im Spielo-Cup-Finale gegen Hannover

Titel verteidigt: SC DHfK Leipzig dreht Rückstand im Spielo-Cup-Finale gegen Hannover

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Maciej Gebala und der SC DHfK Leipzig gewinnen erneut den Spielo-Cup.
Maciej Gebala und der SC DHfK Leipzig gewinnen erneut den Spielo-Cup. © Noah Wedel
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Starkes Ding! Dem SC DHfK Leipzig gelingt im ältesten Vorbereitungsturnier auf die Handball-Bundesliga die Titelverteidigung - im Finale gegen den TSV Hannover-Burgdorf um Ex-DHfK-Coach Christian Prokop.

Lübbecke. Für die Handballer des SC DHfK Leipzig und ihren Coach André Haber war das Finale des Spielothek-Cup am Samstagabend ein ganz besonderes Match. Nicht nur, weil die Grün-Weißen ihren Titel im ältesten Vorbereitungsturnier Deutschlands verteidigen wollten oder die Duelle mit der TSV Hannover-Burgdorf immer für beste Unterhaltung gesorgt haben, sondern auch, weil mit Christian Prokop inzwischen ein ganz besonderer Trainer an der Seitenlinie der Recken steht. Denn für die Leipziger war es das erste Duell gegen ihren ehemaligen Chefcoach und eine wichtige Standortbestimmung für die anstehende Saison. Doch die Hannoveraner fanden deutlich besser in die Partie und immer wieder Wege durch die Leipziger Verteidigung. Im zweiten Durchgang fanden die Sachsen jedoch ihren Rhythmus und konnten ihren Titel am Ende mit 31:30 (14:17) verteidigen.

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Roscheck erhöht - für Hannover

Nachdem im Vorrundenspiel gegen GWD Minden noch Lucas Krzikalla auf der rechten Außenposition durchgespielt hatte, startete am Samstag Patrick Wiesmach in die Partie und übernahm ebenfalls die Strafwürfe für sein Team. Direkt zu Beginn verwandelte der 31-Jährige vom Strich gegen Recken-Keeper Urban Lesjak und markierte damit das erste Tor des Spiels. Doch auch am Samstagabend fanden die Sachsen nicht sonderlich gut in die Partie – beziehungsweise kaum noch einen Weg an Lesjak vorbei und liefen so erneut einem Rückstand hinterher. Besonders in der Abwehr hatte die Haber-Sieben sichtlich Schwierigkeiten, die Hannoveraner um Fabian Böhm und Vincent Büchner in den Griff zu bekommen.

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Beim 8:12-Zwischenstand in der 18. Minute stellte Haber den Rückraum um, gab dem kroatischen Duo um Sime Ivic und Lorvo Jotic die Möglichkeit sich zu zeigen. Nach nur wenigen Sekunden setzten die beiden das erste Ausrufezeichen und präsentieren einen lupenreinen Kempa-Trick. Doch weder den Kroaten im Zusammenspiel mit Julius Meyer-Siebert noch der Kombination aus Ivic, Luca Witzke und Gregor Remke gelang es, den Rückstand bis zur Pause aufzuholen. 17:14 der Pausenstand.

Wie bereits im Spiel gegen Minden kamen die Sachsen deutlich besser aus der Kabine als ihr Kontrahent. Kompakter in der Abwehr, in der vor allem Simon Ernst als Ersatz für Marko Mamic einen guten Eindruck hinterließ, treffsicherer im Positionsangriff und eiskalt im Tempospiel. Nach sechs Minuten waren die Haber-Handballer auf einen Treffer herangekommen und zwangen ihren Ex-Coach zu einer Auszeit. Ausgerechnet der ehemalige Leipziger Bastian Roscheck erhöhte im Anschluss erneut die Führung für die Recken und damit den Druck auf die Grün-Weißen.

Leipzig lässt sich nicht aus der Fassung bringen

Davon ließen sich die Messestädter jedoch kaum beeindrucken. Auch nicht ihr Keeper Joel Birlehm, der im zweiten Durchgang locker mit der Leistung von Kristian Saeveras aus der ersten Hälfte mithalten konnte, seine Mitspieler ins Tempospiel brachte und so die erste DHfK-Führung im Spiel ermöglichte. In einem offenen Schlagabtausch in den finalen 15 Minuten der Partie boten die Profis auf der Platte den anwesenden Fans in der Merkur-Arena Unterhaltung und Spannung vom feinsten – und leider auch eine Rote Karte. Nach einem abgewehrten Strafwurf stieß Birlehm, wohl aus Euphorie, den Schützen Evgeni Pevnov um und wurde folgerichtig der Platte verwiesen.

Aber auch davon ließ sich die Haber-Sieben nicht aus der Fassung bringen, setzte sich in der Schlussphase als bessere Mannschaft durch und holte mit 31:30 erneut den Titel im Spielothek-Cup. Der Nachwuchs der Grün-Weißen darf sich über 2000 Euro Preisgeld freuen, die ausdrücklich für die Talentschmiede genutzt werden sollen.