21. Februar 2021 / 17:18 Uhr

Titelkampf wieder spannend! RB Leipzig siegt sich an die Bayern ran

Titelkampf wieder spannend! RB Leipzig siegt sich an die Bayern ran

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Marcel Sabitzer, Amadou Haidara und Tyler Adams bejubeln das Tor zum 1:0.
Marcel Sabitzer, Amadou Haidara und Tyler Adams bejubeln das Tor zum 1:0. © Picture Point
Anzeige

Und plötzlich sind es nur noch zwei Punkte. Dank eines 3:0-Erfolgs (1:0) bei Hertha BSC ist RB Leipzig zurück im Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Die Sachsen profitierten dabei am Sonntag vom Ausrutscher des FC Bayern München am Vortag in Frankfurt.

Anzeige

Berlin. Der Plan der Roten Bullen fürs Spiel bei der Hertha: Den Bayern via Dreier auf den edlen Pelz rücken, noch mehr Punkte zur Nicht-Champions-League-Zone (Leverkusen, 37 Punkte) klemmen. Der Plan geht auf, RB Leipzig gewinnt 3:0 (1:0), hat nur noch zwei Punkte Rückstand auf den Tabellenführer, haucht dem Titelrennen Spannung ein. Marcel Sabitzer (28.), Nordi Mukiele (71.) und Willi Orban (84.) treffen für RB. Bester unter vielen Guten: Sabitzer. Brillant zudem: Lukas Klostermann, der gleich zwei Gegentreffer spektakulär verhindert.

Anzeige

Coach Julian Nagelsmann gegenüber dem 0:2 gegen Liverpool mit vier Änderungen. Willi Orban und Marcel Halstenberg verteidigen für den angeschlagenen Dayot Upamecano und Nordi Mukiele. Yussuf Poulsen und Hee-chan Hwang stehen statt Kevin Kampl (blieb der Schonung wegen in Leipzig) und Christopher Nkunku in der Anfangsformation. Für Neuzugang Hwang ist es der erste Starteinsatz seit der Pokal-Erstrunden-Partie beim 1. FC Nürnberg.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Spiel gegen die Berliner Hertha!

Das war eine souveräne Vorstellung: RB Leipzig ist durch einen 3:0-Erfolg bei Hertha BSC bis auf zwei Punkte an Tabellenführer Bayern München herangerückt. Zur Galerie
Das war eine souveräne Vorstellung: RB Leipzig ist durch einen 3:0-Erfolg bei Hertha BSC bis auf zwei Punkte an Tabellenführer Bayern München herangerückt. ©

Hertha-Coach Pal Dardai mit einer lebensbejahend-offensiven und vor allem schnellkräftigen Elf, zu der Weltmeister Sami Khedira (nicht ganz so behende wie seine Kollegen) und die dynamischen Dribbler Matheus Cunha, Dodi Lukebakio, Matthew Leckie und Supersprinter Lukas Klünter gehören. Dardais 19-jähriger Sohn Marton, ein hochtalentierter Verteidiger feiert sein Bundesliga-Start-Elf-Debüt.

Sabitzers Traumtor ist der Dosenöffner

Rein ins sonnengeflutete Monument und gleich zum ersten Aufreger. Hwang taucht nach weitem Ball frei vor Keeper Rune Jarstein auf, scheitert. Der Fahne schwenkende Linienrichter winkt keinen BER-Flieger ein, sondern Abseits (5.). Leipzig ist gut drin in der Partie, lässt Ball und Gegner laufen, bleibt im letzten Drittel im Ungefähren. Die Hertha visiert das RB-Gehäuse erstmals in der 18. Minute an. Eine Flanke von Maximilian Mittelstädt rauscht durch den Fünfmeterraum und an Stürmer Krzystof Piatek vorbei. Berlin jetzt besser, griffiger - und mit d e r Chance zum 1:0. Piatek flankt, Klostermann rettet mit sehr langem linkem Bein vorm ziemlich einschussbereiten Lukebakio.


In der 28. Minute schnappt sich Kapitän Marcel Sabitzer kurz hinter der Mittellinie den Ball, läuft ein paar Meter, hängt den halbgar störenden Lucas Tousart ab und zieht ab. Aus 30 Metern zieht nur ab, wer Sonne im Herzen hat. Kurz bevor Sabitzer den Ball trifft, hüpft der - von einem Maulwurfshügel animiert - über die Grasnabe. Heraus kommt eine Art Volley, der sich in der Luft hundsgemein dreht und unhaltbar einschlägt. 1:0 für RB. Sensationstor, schräges. Das nicht von ungefähr aus Sabitzers Flinte stammt. Der Österreicher, 2:1-Siegtorschütze beim Hinspiel gegen Berlin, ist bester und lautester und übellaunigster Mann auf dem Platz. RB setzt nach, hat durch Poulsen und Sabitzer weitere vorzeigbare Chancen.

Die Hertha wehrt sich nach dem Wirkungstreffer in persona Cunha. Der Ex-Leipziger dribbelt immer wieder Richtung RB-Gehäuse, sorgt für Gefahr und eine gelbe Karte für den hinterher hetzenden Sabitzer. Halbzeit, RB führt. Weil Klostermann das 0:1 verhindert und auf Capitano Sabitzer dies zutrifft: A Hund (Schlitzohr) is er scho!

Mukiele trifft zum 2:0

Wiederbeginn. Kann RB den Dreier entführen und für Winde in der bayerischen Lederhose mit Seiteneingriff sorgen? Wir die Nummer aus Sicht der gestressten Roten Bullen zu einer Frage der Kraft? Die Hertha mit mehr Risiko, Tiefgang und der ersten Chance. Hwang verliert den Ball, Lukebakio ist w wie weg, schießt am linken Pfosten vorbei. Dann taucht Cunha nach feinem Tousart-Päschen frei vor Peter Gulacsi auf, scheitert am ungarischen Nationaltorhüter (51.). RB stemmt den bisher schönsten Spielzug ins Grün, an dessen Ende ein Hwangscher Strumpfstoß steht. Nagelsmann reagiert auf die sich ändernde Statik im Spiel, bringt Nkunku für Hwang und Mukiele für Haidara. Unmittelbar danach flankt Sabitzer auf Halstenberg Kopf, Jarstein ist unten. Die nächste RB-Möglichkeit hat Dani Olmo, dessen Distanzschuss um ein Haar den linken Pfosten küsst. Dann schlägt es ähnlich unvermittelt und hart im Hertha-Netz ein wie in der 28. Minute. Der Berliner Matteo Guendouzie verliert den Ball an den zähen Tyler Adams, Kollege Mukiele trifft mit wilder Entschlossenheit unter die Latte - 2:0 (71.).

DURCHKLICKEN: Die RB-Elf in der Einzelkritik

(1) Peter Gulacsi: In der ersten Halbzeit nicht über Gebühr gefordert, wehrt nach Wiederbeginn einen Linksschuss von Cunha ab, ist immer Herr des Verfahrens und auch fußballerisch top unterwegs. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: In der ersten Halbzeit nicht über Gebühr gefordert, wehrt nach Wiederbeginn einen Linksschuss von Cunha ab, ist immer Herr des Verfahrens und auch fußballerisch top unterwegs. Note 2. ©

Die Hertha gibt nicht auf, stürmt ohne Rücksicht auf Verluste, zwingt Klostermann zu einer weiteren Rettungstat. In der 84. Minute beseitigt Willi Orban nach Flanken des omnipräsenten Sabitzer alle Unklarheiten. 3:0, drei verdiente Punkte. Die Spannung im Titelkampf ist zurück.

Die Bayern-Jäger empfangen am Sonnabend, 18.30 Uhr, Gladbach, würden sich gerne fürs 0:1 im Borussen-Park revanchieren. Die Gladbacher müssen, dürfen am Mittwoch in der Champions League gegen den englischen Meister in spe, Manchester City ran.