02. Mai 2021 / 09:22 Uhr

Pokalfinale und Bundesliga: Nagelsmann und RB Leipzig müssen zweimal gegen den BVB antreten

Pokalfinale und Bundesliga: Nagelsmann und RB Leipzig müssen zweimal gegen den BVB antreten

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Trainer Julian Nagelsmann (Mitte) bedankt sich nach dem Pokalspiel zwischen Werder Bremen und RB Leipzig bei Dayot Upamecano.
Trainer Julian Nagelsmann (Mitte) bedankt sich nach dem Pokalspiel zwischen Werder Bremen und RB Leipzig bei Dayot Upamecano. © Carmen Jaspersen/dpa
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Zweites Finale für RB Leipzig, erster Titel für Nagelsmann? Im Endspiel von Berlin will der Coach der Roten Bullen seine Zeit bei den Sachsen krönen. Dass es dazu kommt, verdankt Nagelsmann dem Mann für die wichtigen Tore.

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Bremen. Nach den nervenaufreibenden 120 Minuten von Bremen steht RB Leipzigs Sportchef Olaf Mintzlaff der größte Kraftakt noch bevor. Für den Fall des Finaleinzuges hatte Mintzlaff angekündigt, mit dem Fahrrad nach Berlin fahren zu wollen. Und so hat der 45-Jährige in knapp zwei Wochen rund 180 Kilometer auf dem Rad zu bewerkstelligen, um beim zweiten DFB-Pokal-Endspiel der RB-Historie live dabei zu sein.

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Berlin. Berlin. Sie fahren nach Berlin...

„Ich bin jetzt kein Rennradfahrer, daher ist das für mich eine kleine Herausforderung“, sagte Mintzlaff nach dem hart umkämpften 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung am Freitagabend bei Werder Bremen in der ARD. „Aber die Kollegen haben hier auf und neben dem Platz viele Nerven gelassen, da werde ich auch die 180 Kilometer auf dem Fahrrad schaffen.“

DURCHKLICKEN: Einige Bilder aus der Partie

Was für ein Finale! Emil Forsberg schießt RB Leipzig mit seinem Treffer in der 120.Minute ins DFB-Pokalfinale nach Berlin. Zur Galerie
Was für ein Finale! Emil Forsberg schießt RB Leipzig mit seinem Treffer in der 120.Minute ins DFB-Pokalfinale nach Berlin. ©

Julian Nagelsmann wird die Reise nach Berlin für das Finale am 13. Mai ganz normal mit dem Bus antreten, doch auch für den Coach wird die Partie im Berliner Olympiastadion gegen Borussia Dortmund eine ganz besondere. Es ist die große Chance, seine zwei Jahre bei den Sachsen mit dem ersten Titel seiner Profitrainer-Karriere zu krönen. „Der Titel würde natürlich sehr viel bedeuten, er würde die Arbeit mit den Jungs in den vergangenen beiden Jahren krönen“, sagte Nagelsmann. „Wir hatten viele emotionale Momente in den zwei Jahren, haben viele Erfolge gefeiert. Der Titel wäre das I-Tüpfelchen.“

Die Leipziger treffen vor dem Pokalfinale bereits auch am kommenden Samstag im Ligaduell auf den BVB. „Es wird für uns eine interessante BVB-Woche mit zwei wichtigen Spielen in sechs Tagen“, sagte Nagelsmann via Twitter. „Die Fußballfans können sich auf ein offenes und spannendes Pokal-Finale freuen, das wir natürlich für uns entscheiden wollen.“

Forsberg kämpft für die Fans

Nach der Bekanntgabe seines Wechsels zu Bayern München im Sommer hatte Mintzlaff den Titel quasi zur Bedingung für einen guten Abgang von Nagelsmann gemacht. Dass es den 33-Jährigen zum großen Rivalen zieht, hat seine Sympathiewerte in Leipzig nicht unbedingt steigen lassen. Weshalb am Freitag nicht nur der um seinen Job kämpfende Bremer Trainer Florian Kohfeldt unter maximalem Druck stand, sondern auch Nagelsmann. „Der eine oder andere hätte sich sicher gefreut, wenn es nicht geklappt hätte“, sagte der RB-Coach. „Es war für den Club eine turbulente Woche.“

Dass diese mit dem zweiten Final-Einzug nach 2019 zu Ende ging, lag an einem Mann, der es unter Nagelsmann nicht immer leicht hatte. Auch in Bremen ließ der Leipziger Trainer Emil Forsberg zunächst auf der Bank, was dieser wenig lustig fand. Doch wie schon so oft in der Vergangenheit schaffte es der Schwede, seine Unzufriedenheit in einen wichtigen Treffer umzumünzen. In der Nachspielzeit der Verlängerung war Forsberg auf artistische Art und Weise zur Stelle und sorgte für ekstatischen Jubel bei allen Leipzigern. „Wir kämpfen für den Trainer, wir kämpfen für die Mannschaft, wir kämpfen für die Stadt und für die Fans“, sagte Forsberg danach.

Weiteres um den Final-Einzug von RB Leipzig

„Eigentlich hatte ich ihn für das Elfmeterschießen eingewechselt, aber ich hatte kein Verbot ausgesprochen, dass er nicht auch früher so ein schönes Tor schießen durfte“, sagte Nagelsmann scherzend. „Er ist eben der Mann für die wichtigen Tore.“

Für die Stimmung in der Kabine war nach Spielschluss aber ein anderer zuständig. Hee Chan Hwang legte nach Auskunft von Nagelsmann eine kleine Tanzeinlage ein und machte dabei „eine sehr gute Figur“. Die hatte der Südkoreaner zuvor auch schon auf dem Feld gemacht, als er RB Leipzig zunächst in Führung brachte (93. Minute) und nach dem Bremer Ausgleich durch Leonardo Bittencourt (105.) den Siegtreffer von Forsberg vorbereitete.

Lars Reinefeld